Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Rund achtzig Krankheiten, ein Muster: Müdigkeit, Schübe, Morgensteifigkeit — und sie kommen selten allein.
Auch bekannt als: Autoimmunität · das Immunsystem richtet sich gegen eigenes Gewebe · Schübe
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Autoimmun heisst: Das Immunsystem hat gelernt, körpereigenes Gewebe wie einen Fremdkörper zu behandeln. Das ist keine einzelne Krankheit, sondern eine Familie von rund achtzig — und die Familie zerfällt in zwei Äste. Der eine trifft ein einzelnes Organ: die Schilddrüse bei Hashimoto, die Bauchspeicheldrüse bei Typ-1-Diabetes, die Dünndarmschleimhaut bei Zöliakie, die Pigmentzellen bei Vitiligo, die Nebennierenrinde bei Morbus Addison. Der andere Ast ist systemisch und hält sich an kein Organ: Lupus, Sjögren, Sklerodermie, die Gefässentzündungen. Dazwischen liegen die Gelenkerkrankungen — rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew, reaktive Arthritis.
Drei Dinge verbinden fast alle: eine Müdigkeit, die nicht zum Schlaf passt; ein Verlauf in Schüben statt in einer geraden Linie; und eine Steifigkeit am Morgen, die sich mit Bewegung löst statt zu verschlimmern. Häufig kommen dazu: Haarausfall, leichte Temperaturerhöhungen, Trockenheit an Augen und Mund, Gewichtsverlust ohne Absicht, wandernde Gelenkschmerzen, geschwollene Lymphknoten und weisse oder blaue Finger in der Kälte.
Das Wichtigste für ein Arztgespräch: Diese Krankheiten kommen selten allein. Wer eine hat, hat öfter eine zweite — Hashimoto und Zöliakie zusammen, Sjögren neben Lupus oder rheumatoider Arthritis, Vitiligo neben einer Schilddrüsenkrankheit, Typ-1-Diabetes neben beidem. Auch in derselben Familie häufen sie sich, dann aber meist nicht dieselbe, sondern eine andere aus der Gruppe. Bei den meisten sind Frauen deutlich häufiger betroffen, und der Beginn liegt oft zwischen dem zwanzigsten und vierzigsten Lebensjahr.
Bei den Werten gilt eine Regel, die viel Verwirrung erspart: Antikörper sind ein Hinweis, kein Urteil. Ein schwach positiver ANA findet sich bei etwa 5 bis 15 von 100 völlig gesunden Menschen und häufiger mit steigendem Alter — er allein macht keine Krankheit. Umgekehrt schliesst ein normales CRP nichts aus. Antikörper sind ausserdem oft schon Jahre vor den ersten Beschwerden im Blut nachweisbar. Eine Diagnose entsteht deshalb nie aus einem einzelnen Wert, sondern aus Muster, Verlauf, Untersuchung und Labor zusammen — und genau darum ist eine geordnete Vorabbeschreibung der eigenen Zeichen so viel wert.
Hält sich an kein Organ und beginnt oft an den Gelenken, ganz ohne Ausschlag.
Trockenheit und Müdigkeit; steht besonders oft neben einer zweiten Erkrankung aus derselben Gruppe.
Kleine Gelenke, beide Seiten, Morgensteifigkeit über eine Stunde.
Der Darmpartner; oft still, oft nur über Eisenmangel oder Müdigkeit auffällig.
Organspezifisch: die insulinbildenden Zellen. Beginnt mit Durst, häufigem Wasserlassen und Gewichtsverlust.
Pigmentverlust in scharf begrenzten Flecken; oft neben einer Schilddrüsenkrankheit.
Die Darmentzündungen; sie bringen häufig Gelenk-, Augen- und Hautzeichen mit.
Die Gelenke können Jahre vor der Haut beginnen — und bei einem Teil bleibt die Haut ganz aus.
Das Nervensystem als Ziel; Schübe mit Sehstörung, Gefühlsstörung oder Schwäche.
Für sich allein meist harmlos; zusammen mit weiteren Zeichen ein Hinweis auf eine systemische Form.
Keine zweite Krankheit, sondern ein Mass für die Aktivität.
Rauchen erhöht das Risiko für mehrere aus dieser Gruppe und verschlechtert das Ansprechen auf die Behandlung. Es ist der Punkt mit dem grössten Hebel, den man selbst in der Hand hat.
Schlafmangel und Dauerbelastung sind häufige Schubauslöser. Das heilt nichts, verschiebt aber, wie oft ein Schub kommt.
Erhält Beweglichkeit und Muskeln. Schonung über Wochen tut das Gegenteil.
Bei dieser Gruppe laufen oft mehrere Medikamente und mehrere Ergänzungen nebeneinander. Der Rechner zeigt die Wege, auf denen sie sich begegnen.
Das häufigste erste Zeichen und das am leichtesten übersehene. Entscheidend ist nicht, dass jemand müde ist, sondern dass Schlaf es nicht behebt.
Wochen mit viel, Wochen mit wenig. Wer nur an einem guten Tag beim Arzt ist, beschreibt eine andere Krankheit als die, die er hat — deshalb lohnt es, den Verlauf mitzunehmen.
Sie löst sich mit Bewegung. Bei Abnutzung ist es umgekehrt: Dort kommen die Beschwerden nach der Belastung, nicht nach der Ruhe.
Sandgefühl im Auge, trockenes Brot lässt sich schlecht schlucken. Wird selten von selbst erzählt, weil es nicht nach Krankheit klingt.
Überall dünner, keine kahlen Stellen. Er hat viele Ursachen; hier ist er ein Baustein neben anderen, nie für sich allein ein Beweis.
Erst weiss, dann blau, beim Aufwärmen rot. Kommt auch für sich allein vor, ist aber bei den systemischen Formen häufig.
Zusammen mit Müdigkeit ist das die Kombination, die am Anfang oft für eine hartnäckige Infektion gehalten wird.
Eine zweite Autoimmunerkrankung ist häufiger als eine erste. Deshalb wird bei einer gefundenen oft nach einer zweiten geschaut — vor allem an der Schilddrüse und am Darm.
Der Suchtest der systemischen Formen. Er ist empfindlich, aber nicht spezifisch: schwach positiv bei etwa 5 bis 15 von 100 Gesunden. Titer und Muster sagen mehr als das blosse Wort „positiv“.
Ein Entzündungsmass, das oft erhöht ist, während das CRP normal bleibt. Diese Schere kommt bei mehreren systemischen Formen regelmässig vor.
Ein normales CRP schliesst nichts aus. Steigt es plötzlich deutlich, wird eher an einen zusätzlichen Infekt gedacht als an einen Schub.
Die Schilddrüse ist das häufigste Zweitorgan. Sie wird bei jeder gefundenen Autoimmunerkrankung mitgeschaut, weil sie leicht zu messen und leicht zu behandeln ist.
Der Darmpartner. Wichtig: Der Test gilt nur, solange noch Gluten gegessen wird — wer vorher weglässt, bekommt ein falsch beruhigendes Ergebnis.
Zu wenige ohne andere Erklärung gehören ins Bild, besonders bei den systemischen Formen.
Niedrige Werte machen keine Beschwerden und werden deshalb leicht übersehen.
Bei Autoimmunerkrankungen häufig niedrig. Ob niedrig die Folge oder ein Teil der Ursache ist, ist offen — gemessen wird es trotzdem, weil ein Mangel für sich schon Müdigkeit und Muskelschmerz macht.
Bei Zöliakie und bei anhaltender Entzündung oft niedrig — aus zwei ganz verschiedenen Gründen.
Bei Magenschleimhaut- und Darmerkrankungen aus dieser Gruppe kann die Aufnahme fehlen.
Viel Gemüse, Fisch, Olivenöl. Bei Zöliakie ist der Verzicht auf Gluten dagegen die Behandlung selbst, nicht eine Beigabe.