Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Zwei Zahlen führen: die Filterleistung und das Eiweiss im Urin — und die zweite wird am häufigsten vergessen, obwohl sie mehr über die Zukunft sagt.
Auch bekannt als: CKD · Niereninsuffizienz
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Die Nieren verlieren über Jahre an Leistung, und zwar so leise, dass die meisten es erst über einen Blutwert erfahren. Beschwerden entstehen lange keine — die Nieren gleichen aus, bis mehr als die Hälfte der Leistung fehlt. Genau deshalb ist diese Erkrankung eine Zahlensache, und zwar zweier Zahlen: die geschätzte Filterleistung aus dem Kreatinin und das Eiweiss im Urin. Die zweite wird häufig vergessen, obwohl sie oft früher auffällt und mehr über die Zukunft sagt als die erste. Die beiden grössten Ursachen sind Diabetes und Bluthochdruck, danach folgen Nierenentzündungen, Zystennieren, wiederkehrende Harnwegsinfekte, Schmerzmittelgebrauch über Jahre und Abflusshindernisse. Das Wichtigste an diesem Dossier ist die Botschaft, dass sich der Verlauf beeinflussen lässt, und zwar erheblich: Ein gut eingestellter Blutdruck, ein gut eingestellter Zucker und die richtigen Medikamente verlangsamen den Abbau so weit, dass viele Menschen ihre Nieren ein Leben lang behalten. Und ein Punkt, den man selbst in der Hand hat: Bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen mit wenig Trinken werden manche Medikamente vorübergehend pausiert, weil sie in dieser Lage die Nieren zusätzlich belasten.
Wenn nur ein einziger Wert dazukommt, dann dieser. Er verändert die Behandlung öfter als das Kreatinin.
Konsequent eingestellt verlangsamt er den Abbau mehr als alles andere. Die dafür bevorzugten Medikamente schützen die Nieren zusätzlich — auch wenn der Kreatininwert danach zunächst leicht steigt, was erwartet ist.
Bestimmte Blutdruck- und Zuckermedikamente sowie entwässernde Mittel werden in solchen Tagen nach ärztlicher Anweisung ausgesetzt. Diese Regel schriftlich zu haben, verhindert einen Teil der akuten Verschlechterungen.
Ibuprofen, Diclofenac und Verwandte sind hier der häufigste vermeidbare Schaden — auch als Gel, auch kurz, auch rezeptfrei.
Vor Computertomografien und Herzkatheter-Untersuchungen gehört die Nierenleistung auf den Tisch, damit vorgesorgt werden kann.
Weniger Salz hilft dem Blutdruck und dem Wasserhaushalt. Beim Eiweiss geht es um Mass, nicht um Verzicht — zu wenig schadet den Muskeln.
Ein schwerer Malariaverlauf kann die Nieren akut schädigen; die Werte werden deshalb mitgeschaut. Fieber innert drei Monaten nach einem Malariagebiet gehört am selben Tag abgeklärt.
ACE-Hemmer, Sartane und SGLT2-Hemmer senken den Druck in den Nierenkörperchen und verlangsamen den Verlust messbar. Sie stellen keine verlorene Nierenfunktion wieder her. Ein leichter Anstieg des Kreatinins nach Beginn ist erwartet und kein Zeichen von Schaden — genau darüber wird oft zu früh abgesetzt.
Etwa jeder zehnte Erwachsene hat eine eingeschränkte Nierenfunktion, ab siebzig deutlich mehr. Die Niere hat grosse Reserven: Beschwerden entstehen meist erst, wenn mehr als die Hälfte der Funktion weg ist — deshalb wird sie über den Wert gefunden, nicht über das Gefühl.
Beschwerden kommen erst spät. Wer wartet, bis etwas weh tut, verpasst die Jahre, in denen sich am meisten bewirken lässt.
Anhaltend schäumender Urin ist eines der wenigen frühen Zeichen und ein Grund, das Eiweiss messen zu lassen.
Beides gehört zusammen und verstärkt sich gegenseitig. Ein Blutdruck, der plötzlich schwerer einzustellen ist, kann von den Nieren kommen.
Die späteren Zeichen, und alle drei so unspezifisch, dass sie dem Alter zugeschrieben werden.
Wenn die Nieren den Urin nicht mehr gut konzentrieren, verschiebt sich die Menge in die Nacht. Das wird fast immer der Blase oder der Prostata zugeschrieben.
Die geschätzte Filterleistung. Sie hängt auch von der Muskelmasse ab — bei sehr schlanken und sehr muskulösen Menschen kann sie täuschen.
Der Wert, der am häufigsten fehlt. Er zeigt Schäden früher als das Kreatinin und bestimmt mit, welche Medikamente sinnvoll sind.
Steigt, wenn die Nieren nachlassen, und ist der Grund, warum bei bestimmten Medikamenten nachkontrolliert wird.
Die Nieren steuern die Blutbildung mit. Eine Blutarmut, die sonst nicht erklärbar ist, gehört hierher — und sie ist behandelbar.
Die Niere aktiviert Vitamin D — mit nachlassender Funktion gelingt das immer schlechter. Deshalb wird hier oft die bereits aktivierte Form verordnet, und deshalb gehört das in die nephrologische Hand statt in die Eigenregie.
Das eine Präparat, das hier gefährlich werden kann: Bei nachlassender Nierenfunktion wird Kalium nicht mehr ausgeschieden, und zu viel stört den Herzrhythmus. Auch Kaliumsalz als Kochsalzersatz zählt dazu.
Ebenfalls in die andere Richtung: Phosphat sammelt sich an und schädigt Gefässe und Knochen. Phosphatzusätze stecken in Schmelzkäse, Cola und vielen Fertiggerichten — sie werden vollständiger aufgenommen als das natürliche Phosphat aus dem Essen.
Die Blutarmut bei Nierenschwäche hat zwei Teile: zu wenig Erythropoetin aus der Niere und zu wenig Eisen. Der zweite lässt sich messen und ersetzen — Ferritin und Transferrinsättigung gehören zusammen betrachtet.
Bei Nierenschwäche wird die Eiweissmenge nach Stadium festgelegt, nicht pauschal. Kalium- und phosphatreiche Lebensmittel werden je nach Werten begrenzt — das ist einer der Bereiche, in denen Selbstversuche wirklich schaden können.
Hier als Warnung: Bei eingeschränkter Nierenfunktion werden viele Stoffe schlechter ausgeschieden und reichern sich an. Das gilt für Nahrungsergänzung ebenso wie für Medikamente — die Liste gehört regelmässig durchgesehen.
Hier als Warnung: Durchspülungstees sind bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht gedacht. Was bei gesunden Nieren spült, kann bei kranken den Wasser- und Kaliumhaushalt kippen — die Trinkmenge wird hier vorgegeben, nicht gesteigert.
Der eine Fall, in dem ein altes Nierenmittel ausdrücklich nicht dazugehört: Wacholderbeeren reizen das Nierengewebe und sind bei Nierenerkrankungen und in der Schwangerschaft nicht vorgesehen.
Hier als Warnung: Wacholder gilt als nierenreizend und ist bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht vorgesehen. Ätherische Öle innerlich gehören bei kranker Niere generell nicht dazu — sie werden dort ausgeschieden.
Der bekannteste Fall unerwünschter Wirkungen pflanzlicher Mittel überhaupt betraf die Nieren — nachzulesen im TCM-Werkzeug.