Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Wächst über Jahre aus Polypen — genau deshalb kann die Vorsorge ihn verhindern, nicht nur früh finden.
Auch bekannt als: Dickdarmkrebs · Enddarmkrebs · kolorektales Karzinom
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Entsteht fast immer aus zunächst gutartigen Polypen, die über Jahre entarten können. Frühe Formen machen keine Beschwerden — später kommen Blut im Stuhl, veränderte Stuhlgewohnheiten über Wochen, Bauchschmerzen, ungewollter Gewichtsverlust oder eine Blutarmut ohne erkennbaren Grund. Diagnose per Darmspiegelung mit Gewebeprobe. Behandlung meist operativ, je nach Stadium ergänzt. Früh erkannt sind die Aussichten gut.
Der Behandlungsplan wird nicht von einer Person allein gemacht, sondern in einer Runde aus Chirurgie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie. Man darf fragen, was dort besprochen wurde und welche Alternativen zur Sprache kamen.
Vor einer grossen Entscheidung ist sie in vielen Kliniken eingeplant, und die Unterlagen dafür gehören einem selbst. Sie kostet ein bis zwei Wochen — die sind bei fast allen Verläufen vertretbar, und man fragt danach, wenn es dringend ist.
Sie ist heute Teil der Behandlung und nicht ihr Gegenteil: Sie mindert die Erschöpfung, hält Muskeln und Knochen und verbessert die Verträglichkeit. Angeleitet beginnen, an schlechten Tagen weniger, aber nicht gar nichts.
Ungewollter Gewichtsverlust verschlechtert die Verträglichkeit jeder Behandlung. Einschränkende Diäten schaden hier mehr, als sie nützen — bei Appetitlosigkeit hilft eine Ernährungsberatung früh, nicht erst, wenn schon Kilos fehlen.
Nach der Uhr statt nach Bedarf wirkt besser und braucht insgesamt weniger. Angst vor Abhängigkeit ist in dieser Lage der falsche Ratgeber — unbehandelte Schmerzen kosten Schlaf, Appetit und Kraft.
Psychoonkologische Begleitung, Sozialberatung für Versicherung und Arbeit, und die Frage, wer zu Hause was übernimmt. Das ist keine Massnahme für den Notfall, sondern gehört an den Anfang — und die Angehörigen gehören mit hinein.
Bei einem Fall in der Familie beginnt die Vorsorge der Geschwister und Kinder früher als sonst üblich — meist zehn Jahre vor dem Alter bei der Diagnose. Das ist der wirksamste Nutzen, den eine Diagnose für die Familie haben kann.
Aus einem Polypen wird über zehn bis fünfzehn Jahre ein Krebs — dieses lange Fenster ist der Grund, warum die Spiegelung so viel bewirkt: Was entfernt wird, entsteht gar nicht erst. Früh erkannt liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate über neunzig Prozent, spät erkannt deutlich darunter.
Die Operation entfernt den Tumor; die Chemotherapie danach zielt auf einzelne Zellen, die sich schon gelöst haben könnten — sie senkt die Rückkehr um etwa zehn bis fünfzehn von hundert, und sie läuft drei bis sechs Monate. Bei Streuung halten heutige Kombinationen die Erkrankung im Mittel über Jahre in Schach, ohne sie zu beseitigen. Was am meisten bewirkt, geschieht vorher: Ein bei der Spiegelung abgetragener Polyp ist ein Krebs, der nie entsteht.
Hellrotes Blut kommt weit häufiger von Hämorrhoiden oder einem Einriss. Dunkles, mit dem Stuhl vermischtes Blut und Blut, das ohne Schmerzen auftritt, gehört jedoch untersucht — nicht zugeordnet.
Über mehr als vier Wochen dünner werdender Stuhl, Wechsel von Durchfall und Verstopfung, das Gefühl, nie ganz fertig zu sein. Eine Veränderung zählt mehr als der Zustand selbst.
Ein Eisenmangel bei einem Mann oder bei einer Frau nach den Wechseljahren ist so lange eine Frage an den Darm, bis er beantwortet ist. Das ist einer der häufigsten Wege, auf denen ein Befund früh gefunden wird.
Wiederkehrende Krämpfe, ein aufgetriebener Bauch, Übelkeit — und Kilos, die ohne Zutun verschwinden. Kommt Erbrechen und ein Stillstand von Stuhl und Wind dazu, ist es ein Notfall.
Der Verlust an Muskelmasse bestimmt mit, wie gut eine Behandlung vertragen wird. Ausreichend Eiweiss über den Tag verteilt, zusammen mit Bewegung, ist der Teil, den man selbst in der Hand hat.
Niedrige Werte sind bei längerer Erkrankung häufig, und für Knochen und Muskeln zählt der Ausgleich. Für hochdosierte Kuren gegen die Erkrankung selbst gibt es keine Studien; bei gleichzeitiger Behandlung können sie stören.
Gehören zur Abklärung einer Blutarmut, die sonst vorschnell der Erkrankung oder der Behandlung zugeschrieben wird. Beide sind einfach zu messen und einfach zu ergänzen.
Übelkeit, Durchfall und Fieber trocknen schnell aus, und mehrere Behandlungen belasten die Niere. Genug zu trinken ist hier keine Nebensache.
In Beobachtungsstudien ist ein höherer Spiegel mit weniger Fällen verbunden. Die grossen Interventionsstudien fanden keine Senkung der Häufigkeit — beides gehört nebeneinander gesagt.
Bei Mangel — vegan, Ältere, bestimmte Medikamente — klar sinnvoll und gut belegt. Ohne Mangel kein Energieschub.
Eine verminderte Insulinwirkung und dauerhaft hohe Insulinspiegel gehen mit einem erhöhten Risiko einher — Insulin und IGF-1 sind Wachstumssignale auch für die Darmschleimhaut. Das ist eine der Verbindungen zwischen Übergewicht und Krebs, die sich benennen lässt.
In den grossen Hormonstudien traten unter der kombinierten Gabe weniger Darmkrebse auf — einer der wenigen Punkte, an denen das Ergebnis günstig ausfiel. Als Grund für eine Hormontherapie taugt das trotzdem nicht.
Bei Akromegalie ist das Risiko für Darmpolypen erhöht, weil das Wachstumssignal dauerhaft hoch ist. Deshalb gehört die Darmspiegelung dort früher und regelmässiger dazu.
Grosse Beobachtungsstudien finden weniger Fälle bei hoher Ballaststoffzufuhr und mehr bei viel verarbeitetem Fleisch. Die Zahlen beziehen sich auf über 50 g verarbeitetes Fleisch am Tag über Jahre, nicht auf eine einzelne Mahlzeit.
Gewichtsverlust verschlechtert die Verträglichkeit der Therapie. 1.2–1.5 g Eiweiss je kg Körpergewicht am Tag sind der übliche Zielbereich, verteilt auf mehrere Mahlzeiten.
Der Satz stützt sich meist auf die PET: Dort wird schwach radioaktiv markierter Traubenzucker gespritzt, und der Tumor leuchtet auf. Das zeigt, dass Tumorzellen Zucker schneller aufnehmen als das Gewebe daneben — nicht, dass gegessener Zucker sie nährt. Man kommt nüchtern zur PET, und der Tumor leuchtet trotzdem; den Blutzucker hält der Körper selbst in engen Grenzen. Aushungern lässt er sich damit nicht. Einen belegten Zusammenhang gibt es dennoch, nur läuft er über das Körperfett: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) wertete 2016 die vorliegenden Studien aus und sah für dreizehn Krebsarten ausreichende Belege, dass fehlendes Übergewicht das Risiko senkt. Das betrifft die Vorbeugung — es ist keine Antwort auf die Frage, woher eine bestehende Erkrankung kommt.
In grossen Kohorten ist regelmässige Bewegung mit weniger Fällen und nach der Diagnose mit besserem Verlauf verbunden. Untersucht sind etwa 150 Minuten pro Woche in mittlerer Anstrengung.
Hohe Ballaststoffzufuhr ist in Beobachtungsstudien mit weniger Fällen verbunden. Der Zusammenhang ist beobachtend — eine Ballaststoffkur als Behandlung gibt es nicht.