Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Sanfter Daumendruck bei eigener Bewegung, dazu Übungen für zu Hause — nicht untersucht, aber ohne ruckartige Impulse.
Auch bekannt als: Dorn-Therapie · Dorn-Breuss · Wirbelsäulentherapie nach Dorn
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Die Dorn-Methode ist ein manuelles Verfahren, das in den 1970er-Jahren von Dieter Dorn im Allgäu entwickelt wurde. Sie unterscheidet sich in einem Punkt deutlich von anderen Verfahren an der Wirbelsäule: Es wird kein ruckartiger Impuls gesetzt. Stattdessen bewegt die behandelte Person selbst — sie pendelt ein Bein oder schwingt einen Arm —, während die behandelnde Person mit dem Daumen sanften, gleichmässigen Druck auf einen Wirbel oder ein Gelenk gibt. Der Gedanke dahinter ist, dass Muskeln in Bewegung nicht gegenhalten und deshalb keine Kraft nötig ist. Ein zweiter Grundgedanke der Methode ist der Beinlängenunterschied: Er wird im Liegen geprüft und als Ausgangspunkt für Becken und Wirbelsäule genommen. Dazu gehören Übungen für zu Hause, die einen wesentlichen Teil ausmachen — die Methode ist so angelegt, dass zwischen den Terminen selbst geübt wird. Was die Belege angeht, ist die Lage klar und knapp: Es gibt keine aussagekräftigen kontrollierten Studien, weder für die Wirkung noch gegen sie. Was Menschen berichten, ist nicht dasselbe wie ein Nachweis, und das Fehlen von Studien ist kein Gegenbeweis. Die Ausbildung ist nicht staatlich geregelt; die Vorkenntnisse der Anbietenden reichen von einem Wochenendkurs bis zu einer vollen Therapieausbildung. Danach zu fragen ist üblich und niemandem unangenehm.
Blutverdünnung, Osteoporose, Cortison über längere Zeit, eine Tumorerkrankung, eine Schwangerschaft, ein Herzschrittmacher, eine frische Verletzung. Diese Angaben ändern das Vorgehen — und sie werden nur berücksichtigt, wenn sie genannt werden.
Üblich sind vier bis sechs Sitzungen, danach gemeinsam Bilanz: Was hat sich verändert, was nicht, und woran würde man es merken? Ein festgelegter Halt schützt vor Behandlungen, die einfach weiterlaufen.
Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, nächtlicher Dauerschmerz, neue Schwäche oder Taubheit, Blut im Stuhl oder Urin: Das gehört zuerst ärztlich angeschaut, unabhängig davon, welche Behandlung man wählt.
Die Grundversicherung übernimmt hier in der Regel nichts. Je nach Zusatzversicherung und Anerkennung der behandelnden Person wird ein Teil vergütet — ein Anruf vorher erspart Überraschungen.
Ein kurzer Satz zu Beginn und ein zweiter mittendrin genügen. Wer die Zähne zusammenbeisst, spannt an — und dann arbeitet die Behandlung gegen sich selbst.
Die Methode arbeitet mit sanftem Druck in der Bewegung — der Behandelte pendelt Arm oder Bein, während gedrückt wird, weil sich der Muskel dabei nicht wehrt. Was sie nicht tut: ein verschobenes Becken oder einen verschobenen Wirbel zurückschieben. Beinlängenunterschiede von unter einem Zentimeter finden sich bei den meisten Menschen und sind meist ohne Bedeutung; die scheinbare Differenz im Liegen ändert sich mit der Muskelspannung. Die Übungen für zu Hause sind der Teil, an dem sich etwas festmachen lässt.
Eine Sitzung dauert dreissig bis sechzig Minuten; üblich sind drei bis fünf Termine. Beinlängenunterschiede unter einem Zentimeter finden sich bei etwa zwei Dritteln der Menschen und gelten als ohne Bedeutung; ab etwa zwei Zentimetern wird eine Einlage erwogen. Die im Liegen gemessene Differenz ändert sich mit der Muskelspannung und ist deshalb nicht dasselbe wie eine im Röntgen gemessene. Zur Methode selbst gibt es kaum veröffentlichte Untersuchungen.
Viele beschreiben nach der Sitzung eine deutliche Schwere und ein grosses Schlafbedürfnis. Es lohnt, den Termin nicht direkt vor eine anspruchsvolle Aufgabe zu legen.
Eine vorübergehende Verstärkung für einige Stunden bis zwei Tage wird häufig beschrieben. Hält sie länger an oder kommen neue Beschwerden dazu, gehört das zurückgemeldet — nicht ausgesessen.
Ein Nachziehen und eine berührungsempfindliche Stelle für ein bis drei Tage nach der Arbeit an Wirbeln und Becken.
Neue Taubheit, ausstrahlende Schmerzen ins Bein oder in den Arm, eine Schwäche beim Gehen, oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Das gehört nicht zur erwarteten Reaktion.
Unter blutverdünnender Behandlung entstehen leichter blaue Flecken und Einblutungen. Das spricht nicht gegen die Behandlung, wohl aber für eine sanftere Ausführung — und dafür, es vorher zu sagen.
Steht für den Knochen. Bei bekannter Osteoporose wird auf kräftige Griffe an der Wirbelsäule verzichtet.
Kein Blutwert misst diese Behandlung. Die hier aufgeführten Werte stehen für die Vorsicht — sie ändern das Vorgehen, wenn sie auffällig sind.
Ein Kreislaufeinbruch mit Blässe, Schwitzen und Übelkeit tritt fast nur nüchtern und im Sitzen auf. Eine Kleinigkeit vorher und im Liegen behandelt zu werden nimmt dem den Boden.
Genug getrunken zu haben mindert Schwindel und Kopfweh danach. Dass Wasser danach etwas ausschwemmt, ist eine Beschreibung und keine belegte Wirkung — sinnvoll ist es trotzdem.
Wenn eine Behandlung Muskeln, Sehnen oder Faszien beansprucht, braucht die Erholung Baustoff. Das gilt für alle Verfahren, die den Bewegungsapparat betreffen.
Wer bei jeder Behandlung schnell schwindlig wird, hat oft einen leeren Eisenspeicher. Das ist kein Grund gegen das Verfahren, sondern ein Hinweis, den man mitnehmen kann.
Wie bei jeder Behandlung, die mit Druck und Schwung an der Wirbelsäule arbeitet, ist die Knochendichte die eigentliche Frage — nicht die Methode. Bei bekannter Osteoporose oder nach längerer Cortisonbehandlung wird sanft gearbeitet oder gar nicht.
Der Ausgangsbefund der Methode — das „schiefe Becken" mit ungleich langen Beinen — lässt sich im Liegen nicht zuverlässig messen: Verschiedene Untersucher kommen am selben Menschen zu verschiedenen Ergebnissen. Wirkliche Beinlängenunterschiede werden im Stehen und mit Bild gemessen. Kein Präparat gehört zu dieser Frage.
Bei nachgewiesenem Mangel klar wirksam, ohne Mangel bringt es nichts. Nur bei belegtem Mangel einnehmen — Überschuss ist schädlich.
Die Erleichterung nach der Behandlung läuft über dieselbe Schiene wie bei Massage und Chiropraktik. Dass sich Wirbel dabei dauerhaft verschieben liessen, ist nicht gezeigt — die kurzfristige Linderung ist trotzdem real.
Die Methode arbeitet mit Druck und Bewegung. Ein Zusammenhang mit der Ernährung wird gelegentlich behauptet, ist aber nicht untersucht.
Sanfte Methode mit Druck und Bewegung. Kontrollierte Studien fehlen weitgehend; was berichtet wird, entspricht dem, was auch andere manuelle Verfahren bei Rückenschmerz erreichen.