Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Verpflanzte Haare behalten die Eigenschaft ihres Herkunftsorts — sie fallen nicht aus. Die daneben stehenden eigenen tun es weiter, und daraus entsteht die Lücke, die zehn Jahre später sichtbar wird.
Auch bekannt als: Haarverpflanzung · Eigenhaarverpflanzung · FUE · FUT · Streifenentnahme · Follikeltransplantation · Haarchirurgie
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Der ganze Eingriff beruht auf einer einzigen Beobachtung: Follikel vom Hinterkopf reagieren kaum auf DHT und behalten diese Unempfindlichkeit auch dort, wohin man sie setzt. Deshalb wächst verpflanztes Haar an der Stirn dauerhaft weiter, während das ursprüngliche dort verschwunden ist.
Zwei Wege der Entnahme sind üblich. Bei der Streifenentnahme wird ein Hautstreifen vom Hinterkopf herausgeschnitten und unter dem Mikroskop in einzelne Einheiten zerlegt; es bleibt eine feine, quer verlaufende Narbe, die kurze Haare sichtbar machen. Bei der Einzelentnahme werden die Einheiten mit einer feinen Stanze einzeln herausgenommen; es bleiben viele punktförmige Narben, und die Sitzung dauert länger. Üblich sind fünfzehnhundert bis dreitausend Einheiten je Sitzung, wobei eine Einheit ein bis vier Haare trägt.
Der Zeitplan ist der Teil, der am häufigsten überrascht. Die verpflanzten Haare fallen nach zwei bis sechs Wochen wieder aus — das ist erwartet, die Wurzel bleibt. Ab dem dritten bis vierten Monat wächst es nach, das Ergebnis ist nach zwölf bis achtzehn Monaten zu beurteilen. Und das Wichtigste: Der Eingriff hält den Verlauf nicht an. Die eigenen Haare rundherum dünnen weiter aus, sodass ohne begleitende Behandlung nach Jahren eine Lücke zwischen dem Verpflanzten und dem Rest entsteht. Wer sehr jung anfängt und noch nicht weiss, wie weit das Muster gehen wird, hat dieses Problem am stärksten.
Fünfzehnhundert bis dreitausend Einheiten je Sitzung, eine Einheit mit ein bis vier Haaren. Ausfall nach zwei bis sechs Wochen, Nachwachsen ab Monat drei bis vier, Beurteilung nach zwölf bis achtzehn Monaten. Wer früher urteilt, urteilt über eine Zwischenphase.
Je klarer ist, wo das Muster endet, desto besser lässt sich planen, wohin die begrenzte Zahl an Einheiten gehört. Bei einem noch laufenden Verlauf gehört die Frage dazu, ob und womit er begleitet wird — sonst plant man um eine Fläche herum, die es in fünf Jahren nicht mehr gibt.
Der Preis wird meist je Einheit gerechnet. Dazugehören die Fragen, wer die Einheiten tatsächlich setzt, wie viele Sitzungen geplant sind, was die Nachkontrollen kosten und was passiert, wenn ein Teil nicht anwächst. Das ist ein chirurgischer Eingriff, kein Termin.
Die verpflanzten Haare fallen aus, die Wurzeln bleiben. Wer das nicht weiss, hält den Eingriff für gescheitert — und zwar genau in dem Monat, in dem alles nach Plan läuft.
Verpflanzt wird unempfindliches Haar an einen empfindlichen Ort. Das eigene Haar daneben reagiert weiter auf DHT und dünnt aus. Ohne begleitende Behandlung entsteht daraus über Jahre eine sichtbare Grenze zwischen beidem.
Was am Hinterkopf entnommen ist, wächst dort nicht nach. Die Zahl der verfügbaren Einheiten ist begrenzt und entscheidet mit, wie weit ein Ergebnis überhaupt gehen kann — auch über mehrere Sitzungen hinweg.
Wer mit Anfang zwanzig eine Haarlinie setzen lässt, weiss noch nicht, wie weit das Muster gehen wird. Die Linie bleibt, das Haar dahinter geht — und die Linie steht am Ende allein da.
Schwellung im Gesicht für einige Tage, Krusten, Taubheit im Spender- oder Empfängerfeld über Wochen bis Monate, entzündete Haarbälge, in seltenen Fällen Infektion oder wulstige Narben. Ein Teil der eigenen Haare rundherum kann durch den Eingriff vorübergehend ausfallen.