Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Valvulopathia
Klappen können undicht oder eng werden — heute gut messbar und je nach Ausmass gut zu behandeln.
Auch bekannt als: Herzklappen · Klappenfehler · Aortenklappe · Mitralklappe · Klappenstenose · Klappeninsuffizienz · Klappenersatz · künstliche Herzklappe · mechanische Klappe · biologische Klappe · TAVI · Endokarditis
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Vier Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fliesst. Zwei Grundprobleme: Eine Klappe ist verengt (Stenose) und öffnet zu wenig, oder sie schliesst undicht (Insuffizienz) und lässt Blut zurücklaufen. Am häufigsten betroffen sind Aorten- und Mitralklappe. Zeichen: Luftnot, nachlassende Belastbarkeit, Herzstolpern, Schwindel, manchmal Brustenge — oft fällt zuerst ein „Herzgeräusch“ auf. Diagnose per Herzultraschall (Echokardiografie). Behandlung reicht von Beobachten über Klappenreparatur bis Klappenersatz. Ersatzklappen: mechanisch (sehr haltbar, brauchen aber lebenslang Blutverdünnung mit INR-Kontrolle) oder biologisch (aus tierischem/menschlichem Gewebe, meist ohne dauerhafte Blutverdünnung, halten aber nicht ewig; oft auch per Katheter, „TAVI“). Bei künstlichen oder reparierten Klappen ist eine Herzklappenentzündung (Endokarditis) gefährlicher — gute Zahn-/Mundhygiene, und Fieber unklarer Ursache ernst nehmen. Immer kardiologisch begleiten.
Bei künstlicher Klappe gehört der Ausweis ins Portemonnaie: Er sagt Zahnarzt, Notfall und Apotheke, welche Klappe eingesetzt ist und welche Blutverdünnung dazugehört.
Bei Kunstklappen, nach durchgemachter Herzinnenhautentzündung und bei bestimmten angeborenen Fehlern wird vor blutigen Eingriffen im Mund eine einmalige Antibiotikagabe empfohlen. Wer dazugehört, steht im Ausweis — fragen ist der halbe Schutz.
Blutendes Zahnfleisch schwemmt bei jedem Putzen Bakterien ins Blut. Regelmässige Dentalhygiene senkt genau diesen Weg — mehr als jede Einzelmassnahme kurz vor dem Termin.
Mechanische Klappen brauchen eine Blutverdünnung in einem engen Bereich, der je nach Klappe und Lage unterschiedlich ist. Selbstmessgeräte gibt es; wichtiger als das Gerät ist, den eigenen Zielwert zu kennen.
Zwei Kilo in wenigen Tagen, neue Atemnot beim Treppensteigen, Schlafen nur noch mit erhöhtem Kopf: Diese drei Zeichen kommen früher als jede Kontrolle im Kalender.
Wie oft ein Ultraschall des Herzens nötig ist, hängt vom Schweregrad ab — von jährlich bis alle paar Jahre. Der nächste Termin sollte beim laufenden schon feststehen.
Kein Medikament öffnet eine verengte Klappe und keines dichtet eine undichte ab — Mittel behandeln nur die Folgen für Druck und Rhythmus. Was hilft, ist der Ersatz. Danach entscheidet die Wahl: Eine mechanische Klappe hält meist lebenslang, verlangt aber lebenslang Marcoumar und regelmässige Kontrollen; eine biologische Klappe braucht keine dauerhafte Gerinnungshemmung und hält je nach Alter zehn bis zwanzig Jahre.
Eine Verengung der Aortenklappe gilt ab einer Öffnungsfläche unter einem Quadratzentimeter als schwer. Ab dem Auftreten von Beschwerden — Atemnot, Enge in der Brust, Ohnmacht — ändert sich der Verlauf deutlich; deshalb entscheidet dieser Zeitpunkt über den Ersatz. Eine mechanische Klappe hält meist lebenslang, eine biologische zehn bis zwanzig Jahre, bei jüngeren Menschen kürzer. Kontrolliert wird je nach Schweregrad alle sechs bis vierundzwanzig Monate.
Zuerst nur bei starker Anstrengung, dann beim Treppensteigen, dann beim Gehen in der Ebene. Der Vergleich mit dem letzten Jahr sagt mehr als der Zustand heute.
Schwarzwerden vor den Augen oder eine kurze Bewusstlosigkeit während oder direkt nach Anstrengung ist bei einer verengten Aortenklappe ein Warnzeichen und gehört rasch abgeklärt.
Mehr Kissen brauchen, nachts von Atemnot geweckt werden, geschwollene Knöchel gegen Abend und zwei Kilo mehr in wenigen Tagen. Das ist Wasser, das sich staut.
Unerklärtes Fieber, Nachtschweiss und Abgeschlagenheit über mehr als eine Woche bei einer künstlichen oder erkrankten Klappe gehört abgeklärt, bevor auf Verdacht ein Antibiotikum gegeben wird — Blutkulturen zuerst.
Steigt, wenn das Herz durch einen ausgeprägten Klappenfehler unter Druck gerät oder überlastet ist.
Bei einer mechanischen Klappe muss das Blut lebenslang verdünnt und der INR im Zielbereich (meist ~2–3,5) gehalten werden.
Mit Fieber und einem Herzgeräusch weckt ein hoher Wert den Verdacht auf eine Klappenentzündung (Endokarditis) — dann sind Blutkulturen nötig.
Senken die Blutfette und wirken auf die Erregbarkeit des Herzmuskels. Zweimal die Woche fetter Seefisch ist der Weg mit der besten Belegung; sehr hohe Dosen aus Kapseln sind kein harmloses Mehr.
Hält den Rhythmus stabil und senkt den Blutdruck. Entwässernde Mittel treiben es hinunter, bestimmte Blutdruckmittel und eine Nierenschwäche hinauf — deshalb wird es unter Behandlung kontrolliert.
Ein Mangel begünstigt Extraschläge und hält gleichzeitig einen Kaliummangel aufrecht. Wer nur das Kalium ersetzt, sieht keinen Erfolg, solange das Magnesium fehlt.
Weniger Salz senkt den Blutdruck messbar, und der grösste Teil steckt nicht im Salzstreuer, sondern in Brot, Käse, Wurst und Fertigem. Bei sehr tiefem Blutdruck gilt das Gegenteil.
Bei einer mechanischen Klappe wird lebenslang mit Marcoumar oder Sintrom verdünnt, und Vitamin K ist deren Gegenspieler. Die Regel lautet nicht „meiden", sondern „gleichmässig": Wer jede Woche etwa gleich viel grünes Gemüse isst, hat stabilere Werte als jemand, der es ganz weglässt und dann einmal viel isst.
Eines der wenigen pflanzlichen Mittel, das hier wirklich gefährlich werden kann: Es beschleunigt den Abbau des Blutverdünners in der Leber, der Schutz sinkt — und an einer mechanischen Klappe ist genau das die Lage, in der sich ein Gerinnsel bildet. Wer damit anfängt oder aufhört, sagt es vorher.
Ab etwa 3 g EPA+DHA täglich verlängert sich die Blutungszeit messbar. Zusammen mit einem Blutverdünner addiert sich das — es verstärkt nicht den Schutz vor Gerinnseln, sondern das Blutungsrisiko. Zwei Portionen Fisch in der Woche sind etwas anderes als eine Hochdosis-Kapsel.
Bei Mangel wirksam; Effekte auf Schlaf und Stress plausibel, aber moderat. Zu viel führt zu weichem Stuhl.
Die Vorhöfe schütten dieses Hormon aus, wenn sie gedehnt werden. Bei einer undichten Klappe passiert genau das — deshalb steigen die natriuretischen Werte oft, bevor Beschwerden auftreten, und dienen der Verlaufskontrolle.
Bei einer künstlichen Klappe unter Marcoumar oder Sintrom ist Vitamin K der Gegenspieler des Medikaments. Nicht verboten, aber gleichmässig — der Wechsel der Menge kippt den Wert, nicht die Menge selbst.
Nicht meiden, sondern gleich halten: Wer täglich etwa gleich viel grünes Gemüse isst, hat stabilere Werte als wer es ganz weglässt und dann wieder viel isst. Schwankungen sind das Problem, nicht die Menge.
Bei künstlichen Klappen zählt die Mundhygiene mehr als jede Diät — Bakterien aus dem Zahnfleisch können sich an der Klappe festsetzen. Zuckerhäufigkeit wirkt hier über die Zähne.
Nach dem Klappenersatz gehört Bewegung zur Rehabilitation. Bei künstlichen Klappen mit Gerinnungshemmung werden Sportarten mit Sturzrisiko zurückhaltender beurteilt.