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Wächst über die Wunde hinaus und geht nicht von selbst zurück — das unterscheidet es von jeder anderen Narbe.
Auch bekannt als: Keloid · Wulstnarbe · Narbenwucherung · Abgrenzung zur hypertrophen Narbe
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Eine Narbe, die über die ursprüngliche Wunde hinauswächst und nicht mehr von selbst zurückgeht. Damit ist auch schon der ganze Unterschied zur hypertrophen Narbe gesagt: Die bleibt in den Grenzen der Wunde und flacht über ein bis zwei Jahre wieder ab, das Keloid tut beides nicht. Es entsteht, weil die Reparatur nach der Wunde nicht aufhört — die Bindegewebszellen produzieren weiter Kollagen, obwohl die Wunde längst geschlossen ist. Bevorzugt an Brustbein, Schultern, Oberarmen, Kieferwinkel und Ohrläppchen; bevorzugt zwischen zehn und dreissig; und bei dunkler Haut fünf- bis fünfzehnmal häufiger als bei heller. Auslöser ist jede Hautverletzung, auch eine winzige: ein Ohrloch, eine Akneknospe, ein Einstich, ein Schnitt. Keloide sind gutartig — sie jucken, brennen, spannen und stören, aber sie streuen nicht.
Die hypertrophe Narbe bleibt in den Grenzen der Wunde und flacht in ein bis zwei Jahren von selbst ab. Das Keloid wächst darüber hinaus und geht nicht zurück. Wer beides verwechselt, wartet entweder unnötig auf eine Besserung, die nicht kommt — oder behandelt etwas, das sich von allein erledigt hätte. Ein Blick auf den Rand der ursprünglichen Verletzung beantwortet die Frage meist.
Silikonauflagen oder -gel sind seit Jahrzehnten die erste Massnahme, und zwar nicht weil sie stark wirken, sondern weil sie kaum schaden. Untersucht sind 12–24 Stunden am Tag über mindestens 2–3 Monate, besser 6. Wie es wirkt, ist nicht restlos geklärt — vermutlich über die Feuchtigkeit unter der Auflage, nicht über das Silikon selbst. Die Datenlage ist schwächer, als der Verbreitungsgrad vermuten lässt; sie ist nur besser als die aller Alternativen.
Ein Druck von 15–25 mmHg über 23 Stunden am Tag, meist 6–12 Monate. Bei Verbrennungsnarben gehört das seit Jahrzehnten zum Standard, am Ohrläppchen gibt es dafür Druckclips. Die Schwierigkeit liegt nicht in der Wirkung, sondern im Durchhalten — die meisten Abbrüche geschehen in den ersten acht Wochen.
Triamcinolon 10–40 mg je ml, in die Narbe selbst gespritzt, alle 3–4 Wochen über mehrere Sitzungen. Die Narbe flacht bei den meisten deutlich ab und der Juckreiz lässt oft schon nach der ersten Spritze nach. Rückfälle kommen bei 9–50 % vor. Häufigste Nebenwirkungen sind eine Delle und feine erweiterte Äderchen an der Einstichstelle sowie eine Aufhellung, die bei dunkler Haut auffällt und Monate bleibt.
Die Operation setzt genau das, was das Keloid ausgelöst hat: eine neue Wunde. Allein durchgeführt kehrt es in 45–100 % der Fälle zurück, oft grösser als vorher. Mit einer Nachbehandlung — Bestrahlung innert 24–48 Stunden, Kortisonspritzen oder Druck über Monate — sinkt der Rückfall auf etwa 10–20 %. Das ist der Grund, warum vor jedem Eingriff geklärt gehört, was danach kommt.
Vereisung von innen — mit einer Nadel im Gewebe statt auf der Oberfläche — wirkt besser als das blosse Aufsprühen und hellt die Haut weniger auf. Der Farbstofflaser nimmt vor allem die Rötung und den Juckreiz. In Vergleichsstudien schneiden Kombinationen am besten ab: Kortison zusammen mit 5-Fluorouracil wirkt stärker als Kortison allein und braucht weniger Sitzungen. Eine einzelne Methode, die für alle passt, gibt es hier nicht.
Der häufigste Fall bei jungen Frauen, und der mit der besten Aussicht: Am Ohrläppchen lässt sich das Keloid herausschneiden und danach mit einem Druckclip über 6–12 Monate nachbehandeln. Die Rückfallquote liegt damit deutlich tiefer als anderswo. Wer auf einer Seite ein Keloid entwickelt hat, bekommt auf der anderen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eines — das gehört vor dem zweiten Ohrloch gesagt.
Der häufigste Auslöser überhaupt, und er hat eigene Namen: am Hinterkopf die Acne keloidalis nuchae, im Bart die Pseudofolliculitis barbae. Beide entstehen gleich — ein krauses Haar wird sehr kurz geschnitten, wächst mit der Spitze in die Haut zurück und wird dort als Fremdkörper behandelt. Aus dem kleinen Knötchen wird über Monate eine feste Platte, und am Nacken bleibt darunter der Haarwuchs weg. Betroffen sind fast nur Menschen mit krausem Haar, meist Männer, meist ab dem Alter, in dem der Bart kommt. Hier liegt der eine Punkt, an dem Vorbeugen wirklich wirkt: am Nacken nicht kürzer als etwa drei Millimeter und nicht gegen die Wuchsrichtung scheren, keine reibenden Kragen und Helmränder; im Bart nicht auf null rasieren, die Haut beim Rasieren nicht spannen, mit der Wuchsrichtung fahren. Die dauerhafte Haarentfernung mit Laser ist die Behandlung mit der besten Datenlage — kein Haar, kein Auslöser. Und die frühen Knötchen sprechen auf eine Salbe noch gut an; die fertige Platte tut es nicht mehr. Wer das erste Knötchen behandeln lässt statt zu warten, verhindert das, was man später sieht.
Wer schon ein Keloid hat, bekommt bei der nächsten Verletzung mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eines. Praktisch heisst das: keine Piercings und Tattoos an Brustbein, Schultern und Kieferwinkel; Akne früh behandeln, statt sie auszudrücken; bei geplanten Eingriffen die Schnittführung besprechen; und ab dem Zeitpunkt, an dem die Wunde geschlossen ist, sofort mit Silikon beginnen statt zu warten, ob etwas wächst.
Silikon hält die Narbe feucht und flacher; es löst sie nicht auf. Kortison bremst die Bindegewebszellen und nimmt den Juckreiz; es entfernt das Keloid nicht und kann eine Delle hinterlassen. Druck formt über Monate; er wirkt nur, solange er anliegt. Die Operation entfernt das Gewebe und setzt zugleich den Reiz für das nächste — allein hilft sie selten. Zwiebelgel und Vitamin E sind gut verkauft und schlecht belegt; Vitamin E macht bei einem Drittel ein Kontaktekzem. Und kein Mittel macht eine Narbe unsichtbar — das Ziel ist flacher, blasser, weicher und nicht mehr juckend.
Bei dunkler Haut 5- bis 15-mal häufiger. Häufigkeitsgipfel zwischen 10 und 30 Jahren. Beginn meist 3 Monate bis 1 Jahr nach der Verletzung, manchmal später. Wachstum über Monate bis Jahre, ohne Rückbildung von selbst. Silikon 12–24 Stunden am Tag, mindestens 2–3 Monate, besser 6. Druck 15–25 mmHg, 23 Stunden am Tag, 6–12 Monate. Kortison 10–40 mg je ml alle 3–4 Wochen; Rückfall 9–50 %. Operation allein: Rückfall 45–100 %; mit Nachbehandlung 10–20 %; Bestrahlung innert 24–48 Stunden nach dem Schnitt. Beurteilbar wird jede Behandlung nach 3 Monaten, nicht nach 3 Wochen — die Farbe verändert sich über 12–24 Monate weiter.
Das eine Zeichen, das zählt. Eine hypertrophe Narbe bleibt innerhalb der ursprünglichen Linie, ein Keloid schiebt sich seitlich in gesunde Haut — oft mit ausläuferartigen Fortsätzen. Diese Unterscheidung entscheidet über die ganze Behandlung.
Der Anfang, bevor daraus eine Platte wird. Sie sehen aus wie Pickel, sitzen an der Grenze zwischen Haaren und Hals und kommen nach jedem Haarschnitt wieder. In diesem Stadium ist noch fast alles möglich — behandelt wird mit Salbe, und die Schneidetechnik ändert sich. Wartet man, verschmelzen sie über Monate zu einer festen Platte, und dann bleibt nur noch die Operation.
Bei etwa der Hälfte. Der Juckreiz kommt von Nervenfasern, die im wachsenden Gewebe mit einwachsen, und ist oft das, was am meisten stört — mehr als das Aussehen. Er nimmt ab, wenn das Keloid flacher wird.
Frisch ist es rot und weich, mit den Jahren wird es blasser und derber. Die Farbe sagt etwas über das Alter, nicht über die Aktivität — auch ein blasses Keloid kann noch wachsen.
Über einem Gelenk oder am Hals zieht ein grösseres Keloid die Haut zusammen. Das ist der Punkt, an dem aus einem kosmetischen ein körperliches Problem wird — und der die Behandlung dringlicher macht.
In Befragungen berichten Betroffene Einschränkungen im Alltag, bei der Kleiderwahl und im Kontakt mit anderen, die nicht mit der Grösse zusammenhängen. Das gehört zur Beurteilung dazu und nicht ans Ende.
Ein Keloid streut nicht und wird nicht bösartig. Verändert sich eine bestehende Narbe aber neu — wird sie hart in der Tiefe, bricht sie auf, blutet sie ohne Anlass —, gehört sie angeschaut. Sehr selten entsteht in alten Narben ein Hauttumor.
Für die Heilung nach einem Eingriff. Auf das Keloid selbst wirkt es nicht — es entsteht ja gerade dadurch, dass zu viel gebaut wird, nicht zu wenig.
Wird für die Kollagenvernetzung gebraucht. Ein Mangel verzögert die Wundheilung; ein Überschuss beschleunigt sie nicht und verhindert kein Keloid.
Bei nachgewiesenem Mangel heilt die Wunde schlechter. Zinkpräparate gegen Keloide sind untersucht worden, ohne verlässliches Ergebnis.
Das meistverkaufte Narbengel. Übersichtsarbeiten finden allenfalls kleine Effekte, und in Vergleichen mit Silikon schneidet es schlechter ab. Wer es verwendet, verliert nichts ausser Zeit und Geld — solange es nicht das Silikon ersetzt.
Sinnvoll bei nachgewiesenem Mangel und in der Heilungsphase nach einem Eingriff. Als Mittel gegen das Keloid selbst ist es nicht untersucht.
Keloide entstehen bevorzugt zwischen Pubertät und dreissig, und in der Schwangerschaft wachsen bestehende oft weiter. Nach den Wechseljahren entstehen sie selten neu — das ist eines der deutlichsten Muster dieser Narbenform.
Cortison direkt in die Narbe gespritzt ist die Behandlung mit den meisten Daten — alle vier bis sechs Wochen, über Monate. Es bremst die Kollagenbildung genau dort, wo zu viel entsteht.
Wachstumssignale treiben die überschiessende Kollagenbildung an. Das ist eine der Erklärungen dafür, warum Keloide in der Wachstumsphase entstehen und nicht im Alter.
Kein Lebensmittel und keine Auslassdiät beeinflusst, ob ein Keloid entsteht oder wächst. Das gehört ehrlich gesagt, weil im Netz viel dazu angeboten wird. Was zählt, ist die Behandlung auf der Haut und die Zeit.
1.2 g Eiweiss je kg Körpergewicht am Tag in den Wochen nach einer Operation, dazu genug Vitamin C. Das unterstützt die Heilung der neuen Wunde — den Rückfall verhindert es nicht.
Nikotin verengt die kleinen Gefässe in der Haut. Vor einem geplanten Eingriff sind vier Wochen ohne der untersuchte Rahmen — das senkt Wundheilungsstörungen messbar.
Narbenmassage ist untersucht, mit kleinen Effekten auf Geschmeidigkeit und Juckreiz. Untersucht sind 5–10 Minuten zweimal täglich über Monate — begonnen wird erst, wenn die Wunde vollständig geschlossen ist.
Das verbreitetste Hausmittel für Narben — und eines der wenigen, bei denen die Studien eindeutig sind. In einer kontrollierten Untersuchung besserte sich damit nichts, und bei etwa einem Drittel entstand ein Kontaktekzem, das die Narbe schlechter aussehen liess.
Kühlt und lindert den Juckreiz für eine Weile. Auf das Gewebe selbst wirkt sie nicht — sie ist Linderung, keine Behandlung.
Kollagen zu schlucken, um eine Narbe zu bessern, die aus zu viel Kollagen besteht — der Gedanke geht in die falsche Richtung. Ein Nutzen ist nicht gezeigt.
Traditionell zur Narbenpflege. Für Keloide gibt es keinen Wirkungsnachweis; auf frische, noch offene Wunden gehört nichts davon.
In Zellversuchen bremst Curcumin die Bindegewebszellen des Keloids. Beim Menschen ist das nicht geprüft — der Weg vom Reagenzglas zur Haut ist hier weit, und geschluckt erreicht es die Narbe kaum.