Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Dyslexia
Legasthenie sagt nichts über Klugheit — sie sagt nur, dass dieses Gehirn für Buchstaben einen anderen Weg braucht.
Auch bekannt als: Legasthenie · LRS · Lese-Rechtschreib-Schwäche · Dyslexie · Leseschwäche · Rechtschreibschwäche
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Die Lese-Rechtschreib-Störung, meist Legasthenie oder LRS genannt, ist eine umschriebene Lernstörung: Trotz normaler Intelligenz, ausreichendem Unterricht und intaktem Sehen und Hören bleibt es anhaltend schwer, Laute und Buchstaben zuverlässig zu verknüpfen. Etwa 4 bis 8 Prozent der Kinder sind betroffen; die Veranlagung ist stark erblich. Mädchen fallen seltener auf, weil sie ihre Mühe oft mit Fleiss und Auswendiglernen verdecken, und werden deshalb im Schnitt später erkannt. Erste Hinweise zeigen sich schon im Kindergarten: Reimen fällt schwer, Anlaute lassen sich kaum heraushören, Liedtexte und Wochentage bleiben nicht hängen. In der ersten und zweiten Klasse verwechseln Kinder ähnlich klingende Laute, lesen stockend und raten Wortenden, schreiben dasselbe Wort auf einer Seite dreimal anders und brauchen für Hausaufgaben unverhältnismässig lange. Abgeklärt wird in der Schweiz über Lehrperson und schulpsychologischen Dienst, ergänzend über Kinderärztin, Logopädie oder KJPD — mit standardisierten Lese- und Rechtschreibtests und immer auch einem Hör- und Sehtest. Wirksam ist ein strukturiertes, lautgetreues Training über längere Zeit, kombiniert mit Nachteilsausgleich: mehr Zeit, vorgelesene Aufgabenstellungen, Bewertung ohne Rechtschreibgewichtung, Hörbücher und Vorlesefunktionen. Viele Betroffene sind stark im Erzählen, im räumlichen Denken oder im Erfassen grosser Zusammenhänge. Die Gleichung „liest schlecht, also nicht begabt“ stimmt nicht — aber das Kind glaubt sie schnell. Wie damit logopädisch gearbeitet wird — Menge, Dauer, Grenzen und die Zeichen, bei denen es eilt — steht nach Alter geordnet auf logopädie.borters.ch.
Kurze tägliche Einheiten mit systematischem Laut-Buchstaben-Aufbau wirken besser als lange, seltene Übungsblöcke.
Mehr Zeit, vorgelesene Aufgabenstellungen und Noten ohne Rechtschreibgewichtung schaffen faire Bedingungen.
Inhalte über die Ohren aufnehmen hält den Anschluss an Stoff und Geschichten, während das Lesen noch geübt wird.
Gemeinsam lesen, abwechselnd, ohne Korrigieren jedes Fehlers: Lesefreude ist wichtiger als Fehlerfreiheit.
Zu wissen „mein Gehirn braucht für Buchstaben einen anderen Weg“ ist besser als die eigene Erklärung „ich bin dumm“.
Erzählen, Zeichnen, Technik, Sport oder Ideenreichtum verdienen denselben Platz im Alltag wie das Üben.
Vor jeder Diagnose gehört ein Seh- und Hörtest dazu — manche Leseprobleme haben eine ganz einfache Ursache.
Mit der Lehrperson eine feste Obergrenze vereinbaren und danach ohne schlechtes Gewissen aufhören.
Es gibt kein Mittel gegen Legasthenie, und es kann keines geben — sie ist keine Krankheit, sondern eine andere Art, Schrift zu verarbeiten. Was wirkt, ist gezieltes Üben an Lauten und Buchstaben, mehrmals wöchentlich über Monate bis Jahre. Farbige Folien, Augentraining und Nahrungsergänzungen haben in Vergleichen nichts gebracht. Was den Schulweg am stärksten verändert, ist der Nachteilsausgleich: mehr Zeit, Vorlesefunktion, Bewertung ohne Rechtschreibung.
Betroffen sind etwa fünf bis zehn von hundert Kindern. Die Diagnose wird frühestens nach dem Ende der zweiten Klasse gestellt, weil vorher der Unterschied zum normalen Lernen nicht sicher zu trennen ist — erste Anzeichen zeigen sich aber schon im Kindergarten am Umgang mit Lauten. Wirksames Üben braucht mehrere Einheiten pro Woche über mindestens ein Jahr. Die Lesegeschwindigkeit bleibt bei vielen dauerhaft langsamer, auch wenn die Genauigkeit gut wird.
Schon im Kindergarten fällt es schwer, Reime zu finden oder zu hören, mit welchem Laut ein Wort beginnt.
Das Kind liest sehr langsam, verliert die Zeile, rät Wortenden und kann danach kaum sagen, worum es ging.
Auf einer einzigen Seite taucht ein Wort in zwei oder drei Schreibweisen auf — trotz vorherigem Üben.
b und d, p und q oder ähnlich klingende Laute geraten durcheinander — länger, als es in der Klasse üblich ist.
Was andere in zwanzig Minuten schaffen, füllt einen ganzen Nachmittag und endet oft in Tränen.
Mündlich erzählt das Kind lebendig und differenziert, auf dem Papier bleiben drei mühsame Sätze.
Ein Mangel macht Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, gedrückte Stimmung und Vergesslichkeit — und er ist eine der wenigen Ursachen, die sich mit einer einzigen Blutentnahme finden und beheben lassen.
Niedrige Werte sind bei gedrückter Stimmung häufig. Ob der Ausgleich die Stimmung hebt, ist nicht geklärt; dass er im Winter in unseren Breiten sinnvoll ist, dagegen schon.
Ein leerer Speicher macht Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsprobleme, lange bevor eine Blutarmut sichtbar wird. Bei Frauen im gebärfähigen Alter der häufigste einzelne Grund.
Ein Baustein der Zellhüllen im Gehirn. Die Untersuchungen zur Stimmung sind uneinheitlich; als Teil einer guten Ernährung gehört es ohnehin dazu.
Wird für die Bildung der Botenstoffe im Gehirn gebraucht. Bei Alkohol und unter bestimmten Medikamenten wird sie knapp — und sie wird immer zusammen mit B12 beurteilt.
Die ehrliche Auskunft: Kein Präparat verbessert das Lesen und Schreiben. Was messbar hilft, ist die Förderung an den Lauten und Buchstaben selbst, in kleinen Schritten und über lange Zeit. Was hier trotzdem lohnt, ist die einfache Runde — Ferritin, Vitamin D, B12 —, weil Müdigkeit jede Förderstunde entwertet.
Wurde mehrfach genau daraufhin geprüft. Einzelne Studien fanden bei den schwächsten Lesern eine kleine Verbesserung, die grösseren fanden keine. Als Ergänzung neben der Förderung nachvollziehbar, als Ersatz dafür nicht.
Bei Mangel — vegan, Ältere, bestimmte Medikamente — klar sinnvoll und gut belegt. Ohne Mangel kein Energieschub.
Bei Mangel klar sinnvoll und gut untersucht; für breitere Anwendungen gibt es weniger Daten. Fettlöslich — bei Hochdosis den Blutspiegel prüfen.
Bei nachgewiesenem Mangel klar wirksam, ohne Mangel bringt es nichts. Nur bei belegtem Mangel einnehmen — Überschuss ist schädlich.
In der Schwangerschaft zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten klar belegt, sonst vor allem bei Mangel. Kann einen B12-Mangel verdecken — beides beachten.
Es gibt Angebote, die Lesen über Gleichgewichts- oder Augentraining verbessern wollen. Die Studien dazu halten nicht — was wirkt, ist strukturiertes Üben von Lauten und Schrift. Das gehört gesagt, weil solche Programme teuer sind.