Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Plötzliche Luftnot, Stechen beim Einatmen, rasender Puls — der Verdacht allein gehört in die Notaufnahme, nicht in die Sprechstunde von morgen.
Auch bekannt als: Pulmonalembolie · LE · PE
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Ein Gerinnsel, das eine Lungenarterie verstopft — meist eines, das sich in den tiefen Beinvenen gebildet hat und losgerissen ist. Das ist der Grund, warum Bein und Lunge in einem Atemzug gehören: Die Schwellung, die man sieht, und die Atemnot, die man fühlt, sind zwei Stationen derselben Geschichte. Es beginnt fast immer plötzlich. Typisch sind Luftnot ohne erkennbaren Anlass, ein Stechen beim Einatmen, Herzrasen, manchmal Husten mit etwas Blut, manchmal nur eine kurze Ohnmacht. Das Tückische ist, dass jedes dieser Zeichen einzeln auch zu etwas Harmlosem passt und ein Teil der Betroffenen erstaunlich wenig krank aussieht — kleine Embolien machen wenig, grosse machen Kreislaufversagen. Auslöser sind alles, was den Blutfluss verlangsamt oder die Gerinnung verschiebt: eine lange Ruhigstellung, eine Operation, ein Gipsverband, eine lange Reise, eine Schwangerschaft und die Wochen danach, hormonelle Verhütung, eine Krebserkrankung, eine angeborene Gerinnungsneigung — und in einem Teil der Fälle findet sich kein Grund. Für das Vorgehen ist das zweitrangig: Der Verdacht allein rechtfertigt den Weg in die Notaufnahme, denn behandelt ist die Lage meist gut beherrschbar, unbehandelt nicht.
Eine zweite Embolie oder Thrombose ohne erkennbaren Anlass verschiebt die Frage von der Ursache zur Dauer der Behandlung — und dabei hilft die Abklärung der Gerinnung.
Nicht die Hausarztpraxis am nächsten Morgen und nicht abwarten, ob es sich legt. Bei Luftnot, die kaum Luft lässt, bei Bewusstlosigkeit oder bläulichen Lippen: Notruf 144.
Eine Computertomografie der Lungengefässe zeigt das Gerinnsel direkt. In der Schwangerschaft und bei Kontrastmittelproblemen gibt es Alternativen — das entscheidet die Notaufnahme.
Bei dringendem Verdacht wird behandelt, während noch abgeklärt wird. Das ist kein Aktionismus, sondern die Abwägung zwischen zwei ungleichen Risiken.
Nach einem klaren, vorübergehenden Anlass meist einige Monate. Ohne erkennbaren Anlass oder bei wiederholtem Auftreten oft dauerhaft — diese Frage gehört ausdrücklich gestellt.
Der Ursprung derselben Geschichte — und der Ort, an dem man sie beim nächsten Mal früher bemerkt.
Ohne erkennbaren Anlass wird nach einer Gerinnungsneigung und altersgerecht nach anderen Ursachen gesucht. Das ist Routine und kein Verdacht gegen jemanden.
Gerinnungshemmer lösen das Gerinnsel nicht auf — sie verhindern, dass es wächst und dass neue entstehen; der Körper baut das vorhandene über Wochen bis Monate selbst ab. Nur bei Kreislaufversagen wird lysiert, weil das Blutungsrisiko hoch ist. Die Dauer richtet sich nach dem Auslöser: drei Monate nach einer Operation oder einem Gipsbein, länger oder dauerhaft, wenn sich kein Auslöser findet.
Der D-Dimer-Test schliesst bei niedriger Wahrscheinlichkeit zuverlässig aus — er ist aber bei Schwangerschaft, Entzündung, Operation und im Alter oft erhöht, weshalb ab fünfzig der Grenzwert mit dem Alter multipliziert wird. Behandelt wird mindestens drei Monate; ohne fassbaren Auslöser länger. Bei etwa drei bis vier von hundert bleibt nach sechs bis vierundzwanzig Monaten ein erhöhter Druck im Lungenkreislauf — deshalb die Kontrolle bei anhaltender Atemnot.
Die Luftnot kommt aus dem Nichts, oft im Sitzen. Etwas, das sich über Wochen aufbaut, ist meistens etwas anderes.
Ein scharfer, seitlicher Schmerz, der beim tiefen Atemzug schlimmer wird — er entsteht, wenn das betroffene Lungenstück am Rippenfell reibt.
Ein Ruhepuls deutlich über hundert zusammen mit neuer Luftnot ist eine der aussagekräftigsten Kombinationen überhaupt.
Eine einseitig geschwollene, warme, schmerzende Wade — manchmal schon abgeklungen, wenn die Lunge sich meldet. Danach wird gezielt gefragt.
Bei einem Teil ist das Wegtreten alles, was auffällt. Eine unerklärte Ohnmacht mit schnellem Puls gehört deshalb ernst genommen.
Operation, Gips, Bettlägerigkeit, lange Reise, Schwangerschaft und Wochenbett, hormonelle Verhütung, eine Krebserkrankung, eine familiäre Gerinnungsneigung — oder nichts davon.
Er dient dazu, auszuschliessen, nicht zu beweisen. Ein normaler Wert bei geringem Verdacht macht eine Embolie sehr unwahrscheinlich; ein erhöhter kommt von hundert anderen Dingen und beweist gar nichts.
Nicht zur Diagnose, sondern zur Schwere: Es zeigt, ob die rechte Herzkammer unter dem Druck leidet — und danach richtet sich die Behandlung.
Gehört zur Ausgangslage vor der Behandlung, sagt aber über die Embolie selbst nichts.
Senken die Blutfette und wirken auf die Erregbarkeit des Herzmuskels. Zweimal die Woche fetter Seefisch ist der Weg mit der besten Belegung; sehr hohe Dosen aus Kapseln sind kein harmloses Mehr.
Hält den Rhythmus stabil und senkt den Blutdruck. Entwässernde Mittel treiben es hinunter, bestimmte Blutdruckmittel und eine Nierenschwäche hinauf — deshalb wird es unter Behandlung kontrolliert.
Ein Mangel begünstigt Extraschläge und hält gleichzeitig einen Kaliummangel aufrecht. Wer nur das Kalium ersetzt, sieht keinen Erfolg, solange das Magnesium fehlt.
Weniger Salz senkt den Blutdruck messbar, und der grösste Teil steckt nicht im Salzstreuer, sondern in Brot, Käse, Wurst und Fertigem. Bei sehr tiefem Blutdruck gilt das Gegenteil.
Effekte auf Entzündung und Triglyzeride belegt; die Herz-Kreislauf-Vorbeugung ist gemischt. Auf Qualität und Frische achten.
Bei Mangel wirksam; Effekte auf Schlaf und Stress plausibel, aber moderat. Zu viel führt zu weichem Stuhl.
Dieselbe Rechnung wie bei der Beinvenenthrombose: Die kombinierte Pille, die Schwangerschaft und besonders das Wochenbett erhöhen die Gerinnungsbereitschaft. Luftnot und Brustschmerz in dieser Zeit gehören ernst genommen, nicht auf das Gewicht des Bauches geschoben.
Eine grosse Embolie belastet die rechte Herzkammer, und diese schüttet dann BNP aus. Der Wert hilft einzuschätzen, wie stark das Herz mitbetroffen ist — er ersetzt die Bildgebung nicht, aber er ordnet ein.
Grünes Gemüse muss nicht gemieden werden — es soll nur in ähnlicher Menge auf dem Teller liegen. Grosse Schwankungen bringen den INR durcheinander. Bei den neueren Gerinnungshemmern spielt das keine Rolle.
Auf Flügen über vier Stunden zählen Bewegung und Trinkmenge; Alkohol und wenig Flüssigkeit verdicken das Blut leicht und man bewegt sich weniger.
Nach der akuten Phase wird schrittweise aufgebaut. Bei bleibender Belastungsluftnot gibt es begleitete Rehabilitationsprogramme — ein Teil der Betroffenen braucht Monate.
AWMF 065-002 · S2k · 2023-09 — gültig
Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie
geprüft 2026-09