Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Die Lymphe staut sich, weil ihr Abfluss gestört ist — Kompression und Bewegung sind hier die Basis.
Auch bekannt als: Primäres/sekundäres Lymphödem · Lymphstau
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Eine Schwellung durch gestörten Abfluss der Lymphflüssigkeit. Das Lymphsystem transportiert Gewebeflüssigkeit ab; ist es von Geburt an schwach angelegt (primär) oder geschädigt (sekundär — etwa nach einer Operation mit Lymphknoten-Entfernung, Bestrahlung oder Infektion), staut sich die Flüssigkeit. Anders als beim Lipödem sind typischerweise auch Füsse und Zehen betroffen (positives „Stemmer-Zeichen“: die Hautfalte über dem Zeh lässt sich nicht abheben), oft einseitig, anfangs eindrückbar, später verhärtet. Frühe Kompression und manuelle Lymphdrainage sind zentral.
Morgens anziehen, bevor die Schwellung zunimmt, abends ausziehen. Ein Strumpf im Schrank wirkt nicht — und ein zu alter, ausgeleierter ebenso wenig; nach etwa einem halben Jahr ist er müde.
Täglich eincremen, Nägel vorsichtig schneiden, in den Garten mit Handschuhen, nicht barfuss im Freien. Jede kleine Eintrittspforte kann eine Wundrose auslösen, und jede Wundrose schädigt die Lymphbahnen weiter.
Eine Wundrose breitet sich schnell aus und braucht Antibiotika. Wer schon eine hatte, kann mit der Ärztin ein Notfallrezept für zu Hause und für Reisen besprechen.
Blutentnahme, Infusion, Impfung und Blutdruckmessung wenn möglich auf der anderen Seite. Das ist eine einfache Bitte, die man beim Termin selbst aussprechen muss.
Die Muskelpumpe schiebt die Lymphe weiter, und der Strumpf gibt ihr das Widerlager. Gehen, Velo, Schwimmen, auch Krafttraining in vernünftiger Steigerung.
Zuerst eine Entstauungsphase mit Bandagen und häufiger Drainage, dann die Erhaltung mit dem Massstrumpf. Wer nur die zweite Phase macht, wundert sich, dass der Strumpf nicht mehr passt.
Wiederkehrende Fieberschübe mit einem entzündeten Lymphstrang und danach bleibende Schwellung sprechen für vernarbte Lymphbahnen. Früh erkannt lässt sich der Verlauf bremsen.
Entwässerungstabletten helfen beim Lymphödem nicht und können schaden — sie ziehen Wasser aus dem Blut, während die Eiweisse im Gewebe liegen bleiben und weiter Wasser binden. Was wirkt, ist Druck von aussen: Bandage in der Entstauungsphase über zwei bis vier Wochen, danach der Strumpf, jeden Tag. Die Lymphdrainage bereitet vor, die Kompression hält das Ergebnis; ohne sie füllt sich das Gewebe innert Stunden wieder.
Nach einer Brustkrebsbehandlung mit Entfernung der Achsellymphknoten entwickeln etwa zwei von zehn ein Lymphödem, meist innert der ersten zwei Jahre. Im Stadium eins geht die Schwellung über Nacht zurück, im Stadium zwei nicht mehr — dieser Unterschied entscheidet über die Aussicht. Die Entstauung dauert zwei bis vier Wochen mit täglicher Bandage, danach folgt der Strumpf für immer. Ein Umfangunterschied von zwei Zentimetern gilt als messbar auffällig.
Früh behandeln: unbehandelt schreitet es fort und das Gewebe verhärtet. Bei Rötung/Fieber (Wundrose) rasch ärztlich.
Der wichtigste Wert im Verlauf: Eine plötzliche Rötung mit Wärme, Schmerz und Fieber ist eine Wundrose — sie gehört sofort behandelt, weil jede Episode das Lymphsystem weiter schädigt.
Trennt die Lymphstauung von der Schwellung durch Eiweissmangel. Beide sehen am Bein zunächst gleich aus.
Gehört zur selben Abgrenzung. Eine eingeschränkte Nierenleistung erklärt beidseitige Schwellungen besser als das Lymphsystem.
Ein normaler Wert spricht gegen das Herz als Ursache und lenkt die Suche zurück auf das Lymphsystem.
Haut und Schleimhaut erneuern sich schnell und brauchen dafür Zink. Bei schlecht heilenden Stellen, rissigen Mundwinkeln und häufigen Hautinfekten ist ein Mangel eine ernsthafte Möglichkeit.
Fieber, Schwitzen und schnellere Atmung erhöhen den Bedarf deutlich. Genug zu trinken hält den Schleim dünn und den Kreislauf stabil — bei Kindern und älteren Menschen ist es der wichtigste Punkt überhaupt.
Ohne Vitamin C entsteht kein stabiles Kollagen — die Wunde schliesst sich, hält aber schlechter. Bei sehr einseitiger Ernährung, Rauchen und Alkohol ist die Zufuhr oft knapper als angenommen.
Bei niedrigen Spiegeln treten Atemwegsinfekte etwas häufiger auf; der Ausgleich eines Mangels ist sinnvoll, eine hohe Einzeldosis im Infekt wirkt darauf nicht.
Steuert die Verhornung der Haut. Zu wenig macht rau und trocken, zu viel über längere Zeit schadet Leber und Knochen — und in der Schwangerschaft gilt eine strenge Obergrenze.
Als Benzopyrone beim Lymphödem untersucht; die grösste Studie fand keinen Nutzen und meldete Leberschäden. Die Behandlung mit Wirkung ist die manuelle Lymphdrainage mit Kompression — täglich, nicht wöchentlich.
Bei zu wenig Eiweiss im Blut sackt Flüssigkeit ins Gewebe. Das ist ein anderes Ödem als das Lymphödem, wird aber oft verwechselt — 1.0–1.2 g pro Kilogramm am Tag ist der Rahmen, wenn die Zufuhr der Grund ist.
Bei Mangel klar sinnvoll und gut untersucht; für breitere Anwendungen gibt es weniger Daten. Fettlöslich — bei Hochdosis den Blutspiegel prüfen.
Schwellungen, die zyklisch kommen und gehen, sind kein Lymphödem. Ein echtes Lymphödem bleibt und wird über Monate fester — das ist der Unterschied, an dem sich die Behandlung entscheidet.
Bei ausgeprägter Unterfunktion lagert sich Zuckereiweiss im Gewebe ein und bindet Wasser. Die Schwellung sieht dem Lymphödem ähnlich, betrifft aber auch das Gesicht — und sie verschwindet mit der Behandlung der Schilddrüse.
Viel Salz hält Wasser im Gewebe, und jedes Kilo mehr belastet den Lymphabfluss. In Studien besserte eine Gewichtsabnahme das Armlymphoedem nach Brustkrebsbehandlung messbar.
Die alte Empfehlung, wegen der eiweissreichen Lymphflüssigkeit weniger Eiweiss zu essen, hat sich nicht bestätigt — zu wenig Eiweiss verschlechtert das Bild.
Die alte Warnung vor Krafttraining am betroffenen Arm ist widerlegt. Kontrollierte Studien zeigten, dass langsam gesteigertes Training das Lymphoedem nicht verschlechtert, sondern bessert.
Die manuelle Lymphdrainage ist Teil der anerkannten Behandlung, wirkt aber vor allem in Kombination mit Kompression. Ohne den Verband hält der Effekt nur Stunden.
In der traditionellen Lymphpflege das meistgenannte Öl; die Massagerichtung ist wichtiger als das Öl.