Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Druck und Berührung senken die Muskelspannung und wirken über das Nervensystem — die Wirkung hält Stunden bis Tage und verbindet sich gut mit Bewegung.
Auch bekannt als: Massagetherapie · manuelle Massage · massage · bodywork
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Bei der Massage wird das Gewebe mit den Händen gestrichen, geknetet, gerollt und gedrückt. Die klassische Form arbeitet mit fünf Grundgriffen; daneben gibt es Formen mit anderem Schwerpunkt, etwa die Arbeit an Verhärtungen einzelner Muskelpunkte, die Behandlung des Bindegewebes oder die sanfte Lymphdrainage, die eine eigene Technik ist. Was dabei geschieht, lässt sich auf mehreren Ebenen beschreiben: Die Durchblutung der behandelten Stelle nimmt kurzfristig zu, die Muskelspannung sinkt, und die Berührung selbst wirkt über das Nervensystem — angenehmer Druck dämpft die Weiterleitung von Schmerz und verschiebt das Gleichgewicht in Richtung Ruhe. Genutzt wird sie bei Verspannungen, bei Anspannung und Schlafproblemen und begleitend bei anhaltenden Schmerzen. Die Wirkung auf Muskelspannung und Befinden hält meist einige Stunden bis Tage an, weshalb Massage oft mit Bewegung und Übungen kombiniert wird. In der Schweiz wird die klassische Massage in der Regel nicht von der Grundversicherung getragen; je nach Zusatzversicherung und Anerkennung der behandelnden Person wird ein Teil übernommen.
Ein kurzer Satz zu Beginn und ein zweiter mittendrin genügen. Wer die Zähne zusammenbeisst, spannt an — und dann arbeitet die Behandlung gegen sich selbst.
Ein einseitig dickes, warmes, schmerzendes Bein wird nicht massiert, sondern noch am selben Tag angeschaut. Das ist die wichtigste Vorsichtsregel überhaupt.
Die gelöste Muskelspannung hält am längsten, wenn danach etwas damit gemacht wird — dehnen, gehen, kräftigen. Massage öffnet das Fenster, die Bewegung hält es offen.
Bildschirmhöhe, Pausen, Schlafposition, Zähneknirschen und Anspannung wirken zusammen. Wer nur die Muskeln behandelt, kommt regelmässig wieder.
Die klassische Massage wird in der Regel nicht von der Grundversicherung getragen. Ob und wie viel eine Zusatzversicherung übernimmt, hängt vom Vertrag und von der Anerkennung der behandelnden Person ab — ein Anruf vorher erspart Überraschungen.
Eine Sitzung dauert typischerweise dreissig bis sechzig Minuten. Bei Rücken- und Nackenschmerzen zeigen Auswertungen eine Linderung, die vor allem in den ersten Wochen messbar ist und nach etwa drei bis sechs Monaten in den Vergleichsgruppen aufgeht. Der Cortisolspiegel sinkt und die Herzfrequenz geht während und kurz nach der Behandlung zurück — das ist gemessen und erklärt einen Teil der Wirkung unabhängig vom Gewebe.
Der Druck wirkt auf die Muskelspannung und über die Haut auf das Nervensystem; gemessen sind ein Rückgang von Herzfrequenz und Cortisol während und kurz nach der Behandlung. Was sie nicht tut: „Schlacken“ oder Milchsäure ausschwemmen — Milchsäure ist eine Stunde nach der Belastung abgebaut, und Schlacken in diesem Sinn gibt es nicht. Der Muskelknoten löst sich nicht auf, seine Empfindlichkeit sinkt. Bei einer frischen Thrombose oder Entzündung wird nicht massiert.
Meist dreissig bis sechzig Minuten an einer oder mehreren Körperregionen, mit Öl und in einer Intensität, die abgesprochen wird. Der Druck darf spürbar sein, aber nicht so stark, dass man die Luft anhält.
Sehr kräftige Griffe hinterlassen eher Muskelkater und blaue Flecken. Angenehmer, gut ausgehaltener Druck erreicht dasselbe Ziel — die Rückmeldung während der Sitzung ist deshalb nicht Höflichkeit, sondern Teil der Behandlung.
Müdigkeit, Durst und ein leichter Muskelkater am Folgetag sind häufig und harmlos. Beschwerden, die deutlich zunehmen oder neu ausstrahlen, gehören zurückgemeldet.
Über einer frischen Verletzung, bei Verdacht auf eine Thrombose, bei Fieber und akuter Entzündung, auf offener oder infizierter Haut und direkt über einem frisch operierten Gebiet. Ausserhalb dieser Stellen spricht meist nichts dagegen.
Bei Schmerzen, die Monate bestehen, wird Massage üblicherweise begleitend eingesetzt — neben Bewegung, Übungen, Schlaf und, wenn nötig, Gesprächen. Als alleinige Massnahme über lange Zeit ist sie dafür nicht gedacht.
Kein Wert misst eine Massage. Dieser steht für die eine Lage, in der nicht massiert wird: ein einseitig geschwollenes, warmes, schmerzendes Bein — dort wird zuerst eine Thrombose ausgeschlossen.
Ebenfalls ein Wert der Vorsicht: Fieber, eine akute Entzündung oder eine gerötete, überwärmte Stelle sind Gründe, mit der Behandlung zu warten.
Unter blutverdünnender Behandlung entstehen leichter blaue Flecken. Das spricht nicht gegen eine Massage, wohl aber für sanfteren Druck — und dafür, es vorher zu sagen.
Ein Kreislaufeinbruch mit Blässe, Schwitzen und Übelkeit tritt fast nur nüchtern und im Sitzen auf. Eine Kleinigkeit vorher und im Liegen behandelt zu werden nimmt dem den Boden.
Genug getrunken zu haben mindert Schwindel und Kopfweh danach. Dass Wasser danach etwas ausschwemmt, ist eine Beschreibung und keine belegte Wirkung — sinnvoll ist es trotzdem.
Wenn eine Behandlung Muskeln, Sehnen oder Faszien beansprucht, braucht die Erholung Baustoff. Das gilt für alle Verfahren, die den Bewegungsapparat betreffen.
Wer bei jeder Behandlung schnell schwindlig wird, hat oft einen leeren Eisenspeicher. Das ist kein Grund gegen das Verfahren, sondern ein Hinweis, den man mitnehmen kann.
Magnesiumöl und Bittersalzbäder werden oft dazu angeboten. Durch die Haut wird kaum etwas aufgenommen — die Studien dazu sind klein und finden keine Veränderung im Blut. Was wirkt, ist das warme Wasser und die halbe Stunde Ruhe.
Bei nachgewiesenem Mangel klar wirksam, ohne Mangel bringt es nichts. Nur bei belegtem Mangel einnehmen — Überschuss ist schädlich.
Die oft zitierte Cortisolsenkung durch Massage ist in den zusammengefassten Studien deutlich kleiner als in den Einzelarbeiten. Was zuverlässig gemessen wurde, ist weniger Anspannung und besserer Schlaf — und das ist ehrlicher als eine Zahl.
Langsame, druckvolle Berührung reizt eigene Nervenfasern in der Haut, die zum Zwischenhirn führen. Dass Berührung beruhigt, ist damit körperlich beschrieben — nicht bloss gefühlt.
Nach der Massage viel zu trinken schadet nicht, spült aber keine Schlacken aus — solche gibt es nicht. Wer Durst hat, trinkt; ein Muss ist es nicht.
Gut untersucht bei Verspannung, Rückenschmerz und Anspannung — mit Wirkung über Stunden bis Tage. Die oft genannte „Entgiftung“ danach gibt es nicht; das Trinken schadet nicht, aber es spült nichts aus.