Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Ein einzelner erhöhter PSA-Wert wird zuerst wiederholt — und vor die Gewebeprobe gehört heute die Magnetresonanz.
Auch bekannt als: PSA-basierte Vorsorge
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Prostatakrebs ist der häufigste Krebs beim Mann und zugleich der mit der grössten Spannweite: Ein Teil wächst so langsam, dass er ein Leben lang nichts anrichtet, ein anderer ist ernst und muss früh gefunden werden. Genau daraus entsteht die ganze Schwierigkeit der Früherkennung — es geht nicht darum, möglichst viel zu finden, sondern das Richtige. Der PSA-Wert ist dabei ein empfindlicher, aber unspezifischer Anzeiger: Er steigt auch bei einer gutartigen Vergrösserung, bei einer Entzündung, nach dem Velofahren, nach Sex und nach einer Untersuchung. Ein einzelner erhöhter Wert bedeutet deshalb zunächst nur eines — ihn nach einigen Wochen in Ruhe zu wiederholen. Bestätigt er sich, hat sich der Weg dahin in den letzten Jahren grundlegend geändert: Vor der Gewebeprobe steht heute die Magnetresonanz. Ist sie unauffällig, lässt sich die Biopsie oft vermeiden; ist sie auffällig, wird gezielt dort entnommen. Das erspart vielen Männern einen Eingriff und findet zugleich weniger von den harmlosen Befunden, die nur beunruhigen. Wird ein langsam wachsender Krebs gefunden, ist die aktive Überwachung eine anerkannte Wahl und kein Nichtstun. Ob man überhaupt mit dem Messen beginnt, ist eine Entscheidung, die dem Mann gehört.
Vier bis sechs Wochen später, ohne vorherige Untersuchung, ohne Velofahren am Vortag und nicht während eines Infekts. Ein erheblicher Teil der erhöhten Werte normalisiert sich damit von selbst.
Das ist die wichtigste Änderung der letzten Jahre. Eine unauffällige Aufnahme erspart vielen Männern die Gewebeprobe; eine auffällige führt zu einer gezielten statt einer blind verteilten Entnahme. Danach fragen lohnt sich, es ist nicht überall selbstverständlich.
Bei langsam wachsenden Befunden wird nicht behandelt, sondern kontrolliert — mit PSA, Bildgebung und gelegentlicher Probe. Das ist eine anerkannte Wahl, kein Aufschieben, und sie erspart die Nebenwirkungen an Kontinenz und Erektion, solange nichts passiert.
Ein Blatt mit allen PSA-Werten und Daten, auch aus früheren Jahren und anderen Praxen. Die Kurve beantwortet Fragen, die eine einzelne Zahl offenlässt.
Was gewinnt man, was riskiert man? Die Suche senkt das Risiko, an diesem Krebs zu sterben, führt aber auch zu Diagnosen, die nie Beschwerden gemacht hätten. Beides gehört auf den Tisch, bevor der erste Wert bestimmt wird — danach ist die Frage nicht mehr offen.
Eine Prostataentzündung hebt den PSA-Wert deutlich und klingt danach wieder ab. Bei Schmerzen am Damm, Brennen oder Fieber wird deshalb erst behandelt und vier bis sechs Wochen später gemessen.
Etwa jeder achte Mann erhält im Lauf des Lebens die Diagnose, aber viel mehr Männer tragen den Tumor, ohne je davon zu erfahren: Ab achtzig findet man ihn bei rund der Hälfte in der Autopsie. Viele Formen wachsen so langsam, dass beobachtet statt behandelt wird — das ist eine anerkannte Strategie, kein Nichtstun.
Bei langsam wachsenden Tumoren ist die aktive Überwachung ein eigener Weg, kein Nichtstun: regelmässige PSA-Kontrollen, MRT und Biopsien, und behandelt wird erst, wenn sich etwas ändert — das erspart einem grossen Teil die Nebenwirkungen an Kontinenz und Potenz. Die Antihormon-Behandlung entzieht dem Tumor das Testosteron; sie bremst ihn, sie beseitigt ihn nicht, und sie kostet über Jahre Knochendichte und Muskel. Krafttraining während dieser Zeit ist der wirksamste Ausgleich.
Bewegung hält unter der Therapie Kraft und Gewicht. Bei einer Hormonentzugstherapie kommt dazu, dass Knochen und Muskeln darunter abbauen — Krafttraining wirkt genau dagegen. Was und wie viel möglich ist, hängt an der Behandlungsphase und gehört ins Gespräch mit dem Behandlungsteam.
Schwacher Strahl, häufiges Wasserlassen und nächtliches Aufstehen kommen fast immer von der gutartigen Vergrösserung. Der Krebs wächst meist am Rand der Drüse und macht lange gar nichts — deshalb kann man ihn nicht am Befinden erkennen.
Zwischen zwei Messungen kann derselbe Mann deutlich verschiedene Werte haben. Wiederholen nach einigen Wochen, in Ruhe und ohne Infekt, klärt einen guten Teil der erhöhten Werte von selbst.
Ein Vater oder Bruder mit Prostatakrebs, besonders in jüngerem Alter, verschiebt die Frage nach vorne. Auch Brust- und Eierstockkrebs in der Familie zählen dazu, weil einzelne Erbanlagen beides betreffen.
Die Entwicklung sagt mehr als eine einzelne Zahl. Deshalb lohnt es sich, alle Werte mit Datum zu sammeln — auch die aus anderen Praxen.
Wer aufgrund von Alter oder anderer Erkrankungen keine zehn bis fünfzehn Jahre Nutzen mehr erwarten kann, gewinnt durch die Suche nichts und riskiert Abklärungen und Behandlungen, die belasten. Das gehört offen besprochen.
Nicht im Infekt und nicht nach Velofahren, Sex oder einer Untersuchung messen — dann steigt er ohne Krebs. Ein Mittel aus der Gruppe der 5-Alpha-Reduktase-Hemmer halbiert ihn; unter einem solchen wird der Wert verdoppelt gelesen.
Hilft im Graubereich, gutartige von bösartigen Ursachen zu trennen: Ein hoher freier Anteil spricht eher für die gutartige Vergrösserung. Er ersetzt keine Bildgebung, kann aber eine Biopsie ersparen.
Erst bei gesicherter Erkrankung von Bedeutung: Ein Anstieg kann auf eine Beteiligung der Knochen hinweisen. Bei der Früherkennung spielt der Wert keine Rolle.
Gehört dazu, wenn die Blase sich schlecht entleert oder eine Behandlung ansteht. Ein Rückstau bis in die Nieren zeigt sich hier zuerst.
Der Verlust an Muskelmasse bestimmt mit, wie gut eine Behandlung vertragen wird. Ausreichend Eiweiss über den Tag verteilt, zusammen mit Bewegung, ist der Teil, den man selbst in der Hand hat.
Niedrige Werte sind bei längerer Erkrankung häufig, und für Knochen und Muskeln zählt der Ausgleich. Für hochdosierte Kuren gegen die Erkrankung selbst gibt es keine Studien; bei gleichzeitiger Behandlung können sie stören.
Gehören zur Abklärung einer Blutarmut, die sonst vorschnell der Erkrankung oder der Behandlung zugeschrieben wird. Beide sind einfach zu messen und einfach zu ergänzen.
Übelkeit, Durchfall und Fieber trocknen schnell aus, und mehrere Behandlungen belasten die Niere. Genug zu trinken ist hier keine Nebensache.
Eines der klarsten Beispiele einer widerlegten Hoffnung. Die grosse SELECT-Studie mit 200 µg Selen und Vitamin E über 5 Jahre fand keinen Schutz — in der Vitamin-E-Gruppe traten sogar mehr Prostatakrebse auf. Bei Männern mit hohem Selenspiegel war Selen mit mehr aggressiven Formen verbunden.
In Beobachtungsstudien essen Männer mit weniger Prostatakrebs mehr Tomatenprodukte. In den Kapselstudien liess sich das nicht bestätigen — und das Lycopin aus gekochter Tomate mit Öl wird deutlich besser aufgenommen als aus der rohen.
Wichtig für die Früherkennung: Sägepalme senkt den PSA-Wert nicht — Finasterid und Dutasterid tun es, um etwa die Hälfte. Wer solche Medikamente nimmt, muss das dem Labor sagen, sonst wird ein auffälliger Wert für normal gehalten.
Bei Mangel klar sinnvoll und gut untersucht; für breitere Anwendungen gibt es weniger Daten. Fettlöslich — bei Hochdosis den Blutspiegel prüfen.
Bei Mangel — vegan, Ältere, bestimmte Medikamente — klar sinnvoll und gut belegt. Ohne Mangel kein Energieschub.
Das Wachstum dieser Zellen hängt von männlichen Hormonen ab. Darauf beruht die hormonentziehende Behandlung — und daraus erklären sich ihre Nebenwirkungen: Hitzewallungen, Muskelabbau, Knochenschwund, veränderte Stimmung.
Die in der Prostata wirksame Form. Mittel, die ihre Bildung hemmen, halbieren den PSA-Wert — unter ihnen wird der Wert verdoppelt gelesen.
Das Signal aus der Hirnanhangsdrüse, das den Hoden antreibt. Die gängige Hormonbehandlung setzt genau an dieser Stelle an, nicht am Hoden selbst.
Beobachtungsstudien finden bei viel gekochten Tomaten und Brokkoli seltener fortgeschrittene Befunde. Interventionsstudien konnten das nicht bestätigen — der Zusammenhang bleibt beobachtend.
Über etwa 2000 mg am Tag über Jahre ist in Kohorten mit häufigeren Befunden verbunden. Der normale Bedarf von 1000 mg ist damit nicht gemeint.
Der Satz stützt sich meist auf die PET: Dort wird schwach radioaktiv markierter Traubenzucker gespritzt, und der Tumor leuchtet auf. Das zeigt, dass Tumorzellen Zucker schneller aufnehmen als das Gewebe daneben — nicht, dass gegessener Zucker sie nährt. Man kommt nüchtern zur PET, und der Tumor leuchtet trotzdem; den Blutzucker hält der Körper selbst in engen Grenzen. Aushungern lässt er sich damit nicht. Einen belegten Zusammenhang gibt es dennoch, nur läuft er über das Körperfett: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) wertete 2016 die vorliegenden Studien aus und sah für dreizehn Krebsarten ausreichende Belege, dass fehlendes Übergewicht das Risiko senkt. Das betrifft die Vorbeugung — es ist keine Antwort auf die Frage, woher eine bestehende Erkrankung kommt.
In Kohorten ist regelmässige Bewegung nach der Diagnose mit besserem Verlauf verbunden. Unter Hormonentzugstherapie ist Krafttraining zusätzlich wichtig, weil Muskel und Knochen abgebaut werden.
Unter Hormonentzug sinkt die Knochendichte deutlich. Vitamin D und Calcium gehören dann dazu — das ist Knochenschutz, keine Krebsbehandlung.