Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Singultus
Ein Zwerchfellreflex ohne Krankheitswert — nur wenn er tagelang bleibt, lohnt ein Blick dahinter.
Auch bekannt als: Singultus · Hicks · Schnackerl
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Schluckauf entsteht durch ein plötzliches, unwillkürliches Zusammenziehen des Zwerchfells, unseres wichtigsten Atemmuskels; das rasche Einatmen wird von der Stimmritze gestoppt, was den typischen „Hicks“-Laut erzeugt. In den allermeisten Fällen ist er völlig harmlos und hört von selbst nach Minuten wieder auf. Ausgelöst wird er oft durch hastiges Essen, kohlensäurehaltige oder alkoholische Getränke, Aufregung oder einen raschen Temperaturwechsel. Es gibt viele Hausmittel, die vor allem über eine ruhige, bewusste Atmung wirken. Nur ganz selten hält Schluckauf sehr lange an — dauert er länger als etwa zwei Tage (anhaltender Schluckauf), sollte man die Ursache in Ruhe ärztlich abklären lassen.
Langsam ein Glas Wasser trinken, kurz die Luft anhalten, ruhig und bewusst atmen.
Langsamer essen, weniger Kohlensäure/Alkohol.
Meist verschwindet er von allein — kein Grund zur Sorge.
Nur wenn er sehr lange anhält oder immer wiederkehrt.
Tief einatmen und die Luft 20 bis 30 Sekunden anhalten, dann langsam ausatmen; oder in kleinen Schlucken kaltes Wasser trinken.
Der Zwerchfellkrampf läuft mit vier bis sechzig Zuckungen pro Minute. Der gewöhnliche Schluckauf dauert Minuten bis Stunden. Ab achtundvierzig Stunden gilt er als anhaltend und wird abgeklärt, ab einem Monat als hartnäckig — dann steckt fast immer eine Reizung des Zwerchfell- oder Vagusnervs dahinter. Alle Hausmittel zielen auf dasselbe: den Vagusnerv zu reizen oder das Kohlendioxid im Blut zu erhöhen.
Beim gewöhnlichen Schluckauf braucht es kein Mittel — er hört von selbst auf. Bei anhaltendem Schluckauf über achtundvierzig Stunden wird zuerst nach einer Reizung gesucht, denn Mittel behandeln dann nur das Zeichen. Baclofen, Gabapentin und Metoclopramid werden eingesetzt und wirken über Tage; welches passt, hängt von der Ursache ab. Ein Säureblocker hilft, wenn Reflux dahintersteckt — das ist häufiger, als vermutet wird.
Ein kurzer, unwillkürlicher Krampf des Atemmuskels — meist in Minuten vorbei.
Hastiges Essen, Kohlensäure, Alkohol, Aufregung, Temperaturwechsel.
Hält Schluckauf länger als ~48 Stunden an, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Der gewöhnliche Schluckauf braucht keine Werte. Hält er länger als achtundvierzig Stunden an, wird nach einer Ursache gesucht — verschobene Salze gehören zu den häufigsten.
Eine stark eingeschränkte Nierenleistung gehört zu den bekannten Ursachen eines hartnäckigen Schluckaufs.
Ergänzt dieselbe Frage. Auch bestimmte Medikamente, darunter Cortison und einige Beruhigungsmittel, kommen als Auslöser infrage.
Sorgt dafür, dass sich der Muskel nach der Anspannung wieder löst. Ein Mangel begünstigt Krämpfe, Zucken und innere Unruhe — und der Blutwert bildet den Speicher nur schlecht ab.
Bestimmt die Erregbarkeit von Muskel und Nerv. Ein tiefer Wert macht Schwäche und Krämpfe, ein hoher ist gefährlich für den Herzrhythmus — hier wird gemessen und nicht geschätzt.
Löst die Anspannung im Muskel überhaupt erst aus. Ein tiefer Wert macht Kribbeln um den Mund und in den Fingern und Verkrampfungen der Hände.
Bei starkem Schwitzen geht beides zusammen verloren. Nur Wasser nachzutrinken verdünnt das Natrium zusätzlich — bei langer Belastung gehört Salz dazu.
Fast alle bekannten Tricks — Luft anhalten, kaltes Wasser in einem Zug, ein Löffel Zucker, an den Ohren ziehen — laufen über denselben Weg: Sie reizen den Rachen oder heben das Kohlendioxid im Blut und unterbrechen damit den Reflexbogen. Es braucht dafür keinen Nährstoff, nur den Reiz.
Bei hartnäckigem Schluckauf, der Tage anhält, gehören sie ins Labor — ein Mangel an Magnesium, Kalium oder Natrium macht das Zwerchfell reizbar und ist eine der wenigen behebbaren Ursachen. Beim gewöhnlichen Schluckauf nach dem Essen ist das kein Thema; der Unterschied ist die Dauer.
Hochdosiertes Cortison gehört zu den häufigsten Auslösern eines hartnäckigen Schluckaufs — besonders Dexamethason in der Krebsbehandlung. Er beginnt Stunden nach der Gabe und verschwindet mit ihr. Wer das weiss, sucht nicht anderswo.
Ein gedehnter Magen reizt das Zwerchfell von unten — schnelles Essen, Sprudel und Luftschlucken sind die häufigsten Auslöser überhaupt. Ein Schluckauf, der über 48 Stunden bleibt, ist eine andere Sache und gehört angeschaut.
Hastiges Essen, sehr heisse oder sehr kalte Speisen, kohlensäurehaltige Getränke und Alkohol dehnen den Magen und reizen das Zwerchfell. Schluckauf über 48 Stunden gehört abgeklärt.
Luft anhalten oder in eine Tüte atmen erhöht das CO2 und unterbricht den Reflex.
Ein Löffel Zucker oder kaltes Wasser in kleinen Schlucken reizt denselben Nerv auf angenehmere Weise.