Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Kein Krankheitszustand — aber eine Zeit, in der Menge und Zeitpunkt bei fast allem mehr zählen als sonst.
Auch bekannt als: Gravidität · Schwangerenvorsorge · Erstes, zweites, drittes Trimenon
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Vierzig Wochen, gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regel — also etwa zwei Wochen bevor überhaupt etwas beginnt. Das erste Drittel entscheidet über die Anlage der Organe und läuft meist unbemerkt ab; ausgerechnet dann ist der Bedarf an Folat am grössten. Im zweiten Drittel wird es leichter, im dritten enger: Der Magen hat weniger Platz, der Rücken trägt mehr, und der Schlaf wird kürzer. Der Mehrbedarf an Energie ist dabei kleiner, als fast alle annehmen — rund 250 kcal im zweiten und 500 kcal im dritten Drittel, das sind zwei Scheiben Brot mit Käse. Der Mehrbedarf an Folat, Jod und Eisen dagegen ist gross und über das Essen allein oft nicht zu decken.
Der Neuralrohrschluss ist am 28. Tag abgeschlossen, die Organanlage bis zur 10. Woche. Zu diesem Zeitpunkt wissen viele noch nichts von der Schwangerschaft. Das ist der ganze Grund, warum Folsäure vor der Empfängnis empfohlen wird und nicht ab dem positiven Test.
Sie beginnt um die 6. Woche, ist um die 9. bis 10. am stärksten und hört bei den meisten um die 14. auf. Was untersucht ist: kleine Mahlzeiten alle zwei bis drei Stunden, etwas Trockenes vor dem Aufstehen, 1–1.5 g Ingwer am Tag, Akupressur am Punkt P6. Was nicht hilft: mehr trinken zum Essen — das füllt den Magen zusätzlich.
Der Hämoglobinwert sinkt in der Schwangerschaft auch ohne Mangel, weil das Blutvolumen um 30–50 % steigt. Nur Ferritin unterscheidet die Verdünnung vom echten Mangel. Eisen auf Verdacht macht Verstopfung und dunklen Stuhl, ohne etwas zu bringen — bei nachgewiesenem Mangel dagegen ist es wichtig, und die Aufnahme steigt mit Vitamin C zur Mahlzeit.
Zwei Ursachen zugleich: Progesteron entspannt den Schliessmuskel, und die Gebärmutter drückt von unten gegen den Magen. Was wirkt: kleinere Portionen, der letzte Bissen drei Stunden vor dem Hinlegen, das Kopfende 15 cm höher, links statt rechts liegen. Was nicht wirkt: Milch — sie lindert für Minuten und regt danach mehr Säure an.
Zwischen der 24. und 28. Woche, weil er sich vorher meist noch nicht zeigt und später zu spät gefunden würde. Er macht keine Beschwerden. Bei den meisten reichen Ernährung und Bewegung; er verschwindet nach der Geburt, hinterlässt aber ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes in den folgenden zehn Jahren — das ist der Grund für die Nachkontrolle nach sechs bis zwölf Wochen.
Ab der 20. Woche. Blutdruck und Eiweiss im Urin werden darum bei jeder Kontrolle gemessen. Was am selben Tag abgeklärt gehört: plötzliche Schwellung im Gesicht und an den Händen, starker Kopfschmerz, Augenflimmern, Schmerz im rechten Oberbauch. Bei erhöhtem Risiko senkt niedrig dosierte Acetylsalicylsäure ab der 12. Woche die Häufigkeit — das wird ärztlich festgelegt.
Mehrere Werte verschieben sich, ohne dass etwas nicht stimmt: Hämoglobin und Albumin sinken durch die Verdünnung, die alkalische Phosphatase steigt aus dem Mutterkuchen, die Schilddrüsengrenzen liegen tiefer, und der D-Dimer-Wert steigt bis zum Ende deutlich an. Wer sie nach den üblichen Grenzen liest, findet Befunde, die keine sind.
Der Eisenspeicher ist oft leer, besonders nach stärkerem Blutverlust — Ferritin gehört zur Nachkontrolle. Jod und DHA bleiben in der Stillzeit erhöht, der Energiebedarf liegt rund 500 kcal über dem sonstigen. Die Schilddrüse kann in den ersten Monaten aus dem Takt geraten; anhaltende Erschöpfung nach der Geburt ist darum nicht immer das, wofür sie gehalten wird.
Folsäure verhindert Neuralrohrdefekte, wenn sie vor dem 28. Tag im Körper ist — danach kann sie es nicht mehr. Jodid deckt einen Bedarf, es macht nicht klüger. Eisen wirkt nur bei nachgewiesenem Mangel und macht sonst Verstopfung. Ingwer wirkt auf die Übelkeit, nicht auf ihre Ursache; sie hört von selbst auf. Und ein Kombipräparat ersetzt weder Fisch noch Gemüse — es füllt Lücken, es baut keine Grundlage.
40 Wochen ab dem ersten Tag der letzten Regel. Neuralrohr geschlossen am 28. Tag, Organanlage bis Woche 10. Übelkeit Woche 6 bis 14, Höhepunkt Woche 9 bis 10, bei etwa 70 %. Zuckertest Woche 24 bis 28. Präeklampsie ab Woche 20. Folsäure 400 µg, vier Wochen vor der Empfängnis bis Woche 12. Jod 230 µg, Eisen 30 mg, DHA 200 µg zusätzlich am Tag. Koffein bis 200 mg. Energie plus 0 / 250 / 500 kcal je Drittel. Gewichtszunahme 11.5–16 kg bei normalem Ausgangs-BMI. Blutvolumen plus 30–50 %.
Betrifft etwa 70 % und beginnt um die 6. Woche, mit dem Höhepunkt um die 9. bis 10. und dem Ende meist um die 14. Kleine, häufige Mahlzeiten und 1–2 g Ingwerpulver am Tag sind untersucht. Wer über 5 % des Gewichts verliert oder nichts bei sich behält, gehört angeschaut.
Im letzten Drittel bei mehr als der Hälfte. Zwei Ursachen zugleich: Progesteron entspannt den Schliessmuskel, und die Gebärmutter drückt von unten. Kleinere Portionen, der letzte Bissen drei Stunden vor dem Hinlegen und ein erhöhtes Kopfende wirken.
Progesteron verlangsamt den Darm, Eisenpräparate verstärken es. Ballaststoffe auf 30 g mit 2–2.5 Litern Flüssigkeit; Flohsamen sind in der Schwangerschaft untersucht und gut vertragen.
Häufig ab dem zweiten Drittel. Anders als bei älteren Menschen fanden einzelne Studien in der Schwangerschaft einen Nutzen von 300–360 mg Magnesium am Tag. Die Datenlage bleibt uneinheitlich.
Wassereinlagerung verengt den Karpaltunnel — bei bis zu einem Drittel. Es bildet sich nach der Geburt meist innert Wochen zurück; eine Nachtschiene überbrückt die Zeit.
Bis zu einem gewissen Grad normal und harmlos. Kommen plötzliche Schwellung im Gesicht, Kopfschmerz, Augenflimmern oder Schmerz im rechten Oberbauch dazu, gehört das noch am selben Tag abgeklärt.
Bei regelmässigem Zyklus ist das der erste und deutlichste Hinweis. Ein Test aus der Apotheke ist ab dem Ausbleiben aussagekräftig.
Das Blutvolumen steigt um 30–50 %, der Hämoglobinwert sinkt dadurch rechnerisch — das ist die normale Verdünnung und kein Mangel. Ferritin unterscheidet die beiden: unter 30 µg/l ist es ein echter Eisenmangel.
Die Schilddrüse arbeitet in der Schwangerschaft stärker, und die Grenzwerte liegen tiefer als sonst. Eine unbehandelte Unterfunktion wirkt sich auf die Entwicklung aus — darum wird früh gemessen.
Zwischen der 24. und 28. Woche. Ein Schwangerschaftsdiabetes macht keine Beschwerden und wird nur so gefunden; er verschwindet meist nach der Geburt, erhöht aber das spätere Risiko für Typ-2-Diabetes.
Zusammen sind sie das Zeichen für eine Präeklampsie, meist ab der 20. Woche. Das ist der Grund, warum bei jeder Kontrolle beides gemessen wird — sie kann sich innert Tagen entwickeln.
Bei niedrigem Spiegel wird ausgeglichen. Ein Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft ist weniger klar belegt als der auf den Knochen von Mutter und Kind.
400 µg zusätzlich als Präparat, begonnen vier Wochen vor der Empfängnis bis zur 12. Woche. Der Neuralrohrschluss ist am 28. Tag abgeschlossen — meist bevor die Schwangerschaft bemerkt wird.
230 µg am Tag statt 200. Jodiertes Speisesalz ist in der Schweiz die Hauptquelle; wer Salz meidet oder nur Meersalz nimmt, verliert sie.
30 mg am Tag ist der Richtwert — das Doppelte von sonst. Ergänzt wird nach Ferritin, nicht auf Verdacht; zu viel Eisen ohne Mangel bringt nichts und macht Verstopfung.
200 mg am Tag zusätzlich, vor allem im letzten Drittel — dann wächst das Gehirn am schnellsten. Zwei Portionen fetter Seefisch pro Woche decken das; ohne Fisch deckt Algenöl dieselben Fettsäuren.
Bei rein pflanzlicher Kost zwingend zu ergänzen. Ein Mangel bei der Mutter führt beim gestillten Kind zu einem Mangel, der sich erst nach Monaten zeigt und dann Entwicklungsschritte kostet.
1000 mg am Tag — gleich viel wie sonst. Der Bedarf steigt nicht, weil der Körper das Calcium besser aufnimmt; fehlt es, holt er es aus dem Knochen der Mutter.
Hier gilt eine Obergrenze statt eines Ziels: Über etwa 3000 µg am Tag im ersten Drittel kann Vitamin A das Kind schädigen. Leber enthält je Portion ein Vielfaches davon und wird darum weggelassen.
400 µg am Tag, vier Wochen vor der Empfängnis bis zur 12. Woche. Bei früherem Kind mit Neuralrohrdefekt, bei Diabetes und unter bestimmten Medikamenten wird höher dosiert — das legt die betreuende Stelle fest.
Wird in der Schweiz für die ganze Schwangerschaft und Stillzeit empfohlen, weil das jodierte Salz allein den erhöhten Bedarf oft nicht deckt.
200 mg DHA am Tag, wenn kein Fisch gegessen wird. Wer zweimal pro Woche fetten Seefisch isst, braucht kein Präparat.
Bequem, aber nicht immer passend: Manche enthalten Vitamin A über der Obergrenze für das erste Drittel, andere Eisen ohne dass ein Mangel vorliegt. Der Blick auf die Rückseite lohnt sich mehr als der auf die Vorderseite.
Bei nachgewiesenem Mangel klar wirksam, ohne Mangel bringt es nichts. Nur bei belegtem Mangel einnehmen — Überschuss ist schädlich.
Bei Mangel — vegan, Ältere, bestimmte Medikamente — klar sinnvoll und gut belegt. Ohne Mangel kein Energieschub.
Verdoppelt sich in den ersten Wochen etwa alle zwei Tage und erreicht um die 10. Woche den Höhepunkt — dann lässt auch die Übelkeit bei den meisten nach.
Entspannt glatte Muskulatur überall im Körper. Daher Sodbrennen, Verstopfung und der häufigere Harndrang — es ist dieselbe Ursache in drei Gestalten.
Steigt bis zum Ende stark an. Dichteres Haar, empfindlicheres Zahnfleisch und die dunklere Pigmentierung gehen darauf zurück.
Der Bedarf steigt ab der Frühschwangerschaft um etwa 30 %. Wer bereits Schilddrüsenhormon nimmt, braucht meist mehr davon — oft schon vor dem ersten Termin.
Rohes Fleisch, Rohmilchkäse, geräucherter Fisch und rohe Eier sind die Wege für Listerien und Toxoplasmose. Durchgegart und pasteurisiert ist alles davon sicher — es geht um die Zubereitung, nicht um das Lebensmittel.
Zwei Portionen fetter Seefisch pro Woche liefern das DHA. Grosse Raubfische — Thunfisch, Schwertfisch, Hai, Butterfisch — sammeln Quecksilber an und werden auf eine Portion pro Woche oder weniger begrenzt. Lachs, Hering, Makrele und Sardine sind die unproblematischen.
Bis 200 mg am Tag gilt als unbedenklich — das sind etwa zwei Tassen Filterkaffee. Espresso liegt bei 60–80 mg, Energydrinks bei 80 mg je Dose, und auch Schwarztee und Cola zählen mit.
Alkohol geht ungehindert über den Mutterkuchen; das Kind baut ihn langsamer ab als die Mutter. Eine Menge, ab der nichts geschieht, liess sich in Studien bisher nicht bestimmen — das ist der Grund, warum die Empfehlung bei null liegt und nicht bei einer Zahl.
Im ersten Drittel gar nichts zusätzlich, im zweiten rund 250 kcal, im dritten rund 500. „Für zwei essen“ bedeutet zwei Scheiben Brot mit Käse, nicht zwei Teller.
Bei BMI unter 18.5 sind 12.5–18 kg der Rahmen, bei 18.5–24.9 sind es 11.5–16 kg, bei 25–29.9 noch 7–11.5 kg und ab 30 etwa 5–9 kg. Der Ausgangswert entscheidet, nicht die Zahl auf der Waage heute.
Bei Schwangerschaftsübelkeit das am besten untersuchte pflanzliche Mittel: 1–1.5 g Pulver am Tag, auf mehrere Gaben verteilt, über bis zu drei Wochen.
150 Minuten pro Woche in mittlerer Anstrengung sind auch in der Schwangerschaft der Richtwert. In Studien traten dabei weniger Schwangerschaftsdiabetes und weniger Rückenschmerzen auf. Gemieden werden Sportarten mit Sturz- und Stossrisiko und ab dem zweiten Drittel das flache Liegen auf dem Rücken.
Gegen die Verstopfung, die Progesteron und Eisenpräparate zusammen machen. 5–10 g am Tag in reichlich Wasser; wirkt im Darm und wird nicht aufgenommen.
Bei Übelkeit und Beckenschmerz untersucht, mit kleinen Effekten. Akupressur am Punkt P6 am Unterarm ist in mehreren Studien geprüft und risikoarm — Armbänder dafür gibt es fertig.
„Pflanzlich“ heisst nicht „ohne Wirkung auf das Kind“. Petersilie in Mengen, Beifuss, Salbei in hoher Dosis und Aloe innerlich gehören nicht in die Schwangerschaft. Küchenmengen sind dabei nie gemeint — es geht um Tees und Präparate über Wochen.
Himbeerblättertee ist die bekannteste Anwendung der letzten Wochen — traditionell ab der 37. Woche. Die wenigen Studien zeigen keinen klaren Nutzen und keinen Schaden.
Hier als Liste, was nicht dazugehört: Wermut, Beifuss, Rainfarn und Schöllkraut sind in der Schwangerschaft nicht vorgesehen. Der Grund ist bei allen derselbe — sie wirken auf die Gebärmutter oder sind lebertoxisch.
Als milder Tee verbreitet und über Jahrhunderte getrunken. Durchspülungskuren mit grossen Mengen sind in der Schwangerschaft trotzdem nicht der Ort dafür.
Gegen Übelkeit am Morgen ist der Zitrusduft das mildeste, was es gibt — und in einer kleinen Studie besser als nichts. Auf die Haut nur abends: Zitrusöle machen lichtempfindlich.
Hier als Liste, was nicht dazugehört: Salbei, Muskatellersalbei, Zimt, Oregano, Wintergrün und Wacholder sind in der Schwangerschaft nicht vorgesehen. Bei den einen ist es die Wirkung auf die Gebärmutter, bei den anderen der Salicylat- oder Nierenbezug.
Das mildeste Öl überhaupt und in kleiner Menge verbreitet verwendet — im Raum, im Bad, in einer verdünnten Massage. Sparsam bleibt es trotzdem.
Der Punkt, der in der Schwangerschaft traditionell gemieden wird — ihm wird eine Wirkung auf die Gebärmutter zugeschrieben. Wer zur Akupunktur geht, sagt die Schwangerschaft an, auch in der frühen Zeit.
Der eine Punkt mit belastbaren Studien: Akupressur am Handgelenk lindert Schwangerschaftsübelkeit in mehreren Untersuchungen — die Bänder aus der Apotheke arbeiten damit.
An der kleinen Zehe, traditionell mit Moxibustion bei Beckenendlage verwendet — eines der wenigen TCM-Verfahren, zu dem es kontrollierte Studien in der Geburtshilfe gibt. Die Ergebnisse sind uneinheitlich.