Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Eczema craquelatum · Dermatitis asteatotica
Ein Netz feiner Risse auf trockener Haut, Ende Winter, meist an den Unterschenkeln — es juckt erst durch das Kratzen. Behandelt wird die Barriere, nicht die Entzündung.
Auch bekannt als: Exsikkationsekzem · Eczema craquelé · asteatotisches Ekzem · Austrocknungsekzem · Winterekzem
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Die oberste Hautschicht hält Wasser fest wie eine Mauer aus Ziegeln und Mörtel: Zellen und dazwischen Fette. Trocknet der Mörtel aus, reisst die Mauer feine Risse — und genau so sieht dieses Ekzem aus: eine trockene, matt schuppende Fläche mit einem Netz feiner roter Linien, wie das Craquelé auf altem Porzellan oder wie ein ausgetrockneter Flussboden. Es sitzt am liebsten an den Schienbeinen und Unterschenkeln, oft auch oberhalb der Ferse, an den Unterarmen, an den Flanken und über den Hüften. Der Zeitpunkt ist so typisch wie das Bild: Ende Winter und Frühling, nach vier oder fünf Monaten Heizungsluft, wenig Licht und heissen Duschen. Es juckt oft nicht von sich aus, sondern erst, wenn man daran reibt oder kratzt — und dann fängt der Kreis an, der die Sache in die Länge zieht. Begünstigt wird es durch Alter, häufiges Waschen mit Seife, entwässernde Mittel, Cholesterinsenker, eine Schilddrüsenunterfunktion und einen leeren Eisen- oder Zinkspeicher. Der wichtigste Punkt daran: Es ist keine eigene Krankheit, gegen die man ankämpfen müsste, sondern eine Barriere, die zu wenig Fett hat. Was hilft, ist deshalb nicht in erster Linie eine Salbe gegen Entzündung, sondern konsequente Rückfettung — und dass man mit dem Cremen weitermacht, wenn nichts mehr zu sehen ist. Wer nur im Schub cremt, bekommt es jeden Winter wieder.
Der Hebel ist die Vorbeugung, nicht der Schub. Ab Oktober täglich rückfetten, mindestens bis April — dann kommt das Bild im Februar oft gar nicht erst.
Die Creme hält das Wasser fest, das noch in der Haut ist. Nach dem Duschen nur abtupfen und sofort eincremen wirkt deutlich mehr als dieselbe Menge auf trockener Haut Stunden später.
Je trockener die Haut, desto fettiger die Grundlage: Salbe hält länger als Creme, Creme länger als Lotion. Zusätze wie Harnstoff oder Glyzerin binden Wasser — auf eingerissener Haut kann Harnstoff brennen, dann zuerst nur die fette Grundlage.
Heisses Wasser und Seife lösen genau die Fette heraus, um die es geht. Fünf Minuten lauwarm genügen, und Seife braucht es nur dort, wo es riecht — nicht auf den Schienbeinen.
Unter vierzig Prozent Luftfeuchtigkeit trocknet die Haut über Nacht aus. Ein Hygrometer kostet wenig und macht sichtbar, warum es im Februar schlechter ist als im Oktober.
Ein altes, gut verträgliches Mittel für grosse Flächen: Es beruhigt und hinterlässt einen Film. Danach trotzdem eincremen — das Bad ersetzt die Rückfettung nicht.
Wenn es entzündet und juckt, beruhigt eine passende Salbe die Sache in wenigen Tagen. Zu schwach und zu lange angewendet verlängert sie das Problem — die Rückfettung läuft dabei durchgehend weiter.
Zwei Werte, die eine hartnäckige, jedes Jahr wiederkehrende Trockenheit erklären können — und beide sind behandelbar. Einmal messen genügt, wenn sie in Ordnung sind.
Kühlen, kurz drücken, die Nägel kurz halten, nachts dünne Baumwollhandschuhe. Nicht kratzen zu wollen genügt nicht — es braucht etwas, das man stattdessen tut.
Ein Ekzem, das über Wochen an derselben Stelle bleibt, sich scharf begrenzt, nur auf einer Seite sitzt oder auf konsequente Pflege nicht anspricht, gehört angeschaut — nicht jedes trockene Feld ist Trockenheit.
Eine fette Grundlage wirkt, wenn sie innert drei Minuten nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut kommt — dann schliesst sie das Wasser ein; auf trockener Haut wirkt dieselbe Creme deutlich schlechter. Harnstoff bindet Wasser, brennt aber auf rissiger Haut. Cortison ist für die entzündeten Stellen und für Tage gedacht, nicht für die Fläche. Heisses und langes Duschen entfernt die Fette, die die Creme ersetzen soll.
Die Hautfeuchtigkeit sinkt, sobald die Luftfeuchtigkeit unter etwa vierzig Prozent fällt — in beheizten Räumen im Winter sind zwanzig bis dreissig Prozent üblich. Die Talgproduktion nimmt ab etwa vierzig Jahren messbar ab, weshalb es mit dem Alter häufiger wird. Eine Pflege wirkt nach zwei bis vier Wochen sichtbar. Fünf bis zehn Minuten Duschen bei höchstens etwa siebenunddreissig Grad kosten weniger Fett als längeres und heisseres Duschen.
Eine matt schuppende Fläche, überzogen von einem Muster feiner roter Linien — wie ein ausgetrockneter Flussboden. Dieses Bild ist so kennzeichnend, dass es die Einordnung fast allein trägt.
Ende Winter und Frühling, nach Monaten mit Heizungsluft, und im Sommer von selbst weg. Diese Wiederkehr ohne Zutun ist ein starkes Argument gegen eine Allergie, die an einem bestimmten Stoff hängt.
Anders als beim allergischen Ekzem steht der Juckreiz nicht am Anfang. Er entsteht durch Reibung, Wolle, heisses Wasser und das Kratzen selbst — und dann hält sich der Kreis von allein.
Schienbeine und Unterschenkel zuerst, oft auch oberhalb der Ferse, dann Unterarme, Flanken und über den Hüften. Gesicht, Achseln und Leisten bleiben meist frei — dort ist die Haut fettiger.
Alter, heisses und häufiges Duschen mit Seife, trockene Heizungsluft, Wolle direkt auf der Haut, entwässernde Tabletten, Cholesterinsenker — und die Angewohnheit, nur zu cremen, wenn etwas zu sehen ist.
Nässen, gelbe Krusten, zunehmende Rötung mit Wärme und Schmerz, roter Streifen zum Bein hinauf oder Fieber: Dann hat sich die aufgekratzte Haut zusätzlich bakteriell entzündet und braucht eine eigene Behandlung.
Eine Unterfunktion macht die Haut trocken, rau und schuppig und senkt die Talgproduktion. Sie ist die häufigste innere Ursache, die sich mit einem einzigen Wert findet.
Ein leerer Speicher macht trockene, juckreizanfällige Haut, lange bevor eine Blutarmut sichtbar wird. Bei wiederkehrendem Juckreiz ohne Ausschlag ist er einer der ersten Werte.
Ein Mangel macht trockene, ekzemartige Haut, rissige Mundwinkel und schlechte Heilung. Er ist bei wenig Fleisch und Hülsenfrüchten, bei chronischem Durchfall und im höheren Alter häufiger als angenommen.
Am Ende des Winters bei uns fast regelhaft tief — genau dann, wenn dieses Ekzem auftritt. Ein direkter Beweis für einen Zusammenhang fehlt; der Ausgleich lohnt sich unabhängig davon.
Eine Nierenschwäche macht trockene, juckende Haut und gehört zu den inneren Ursachen, an die bei anhaltendem Juckreiz gedacht wird.
Ein erhöhter Zucker entzieht der Haut über den Urin Flüssigkeit und macht sie trocken und infektanfällig. Bei ausgedehnter, hartnäckiger Trockenheit gehört er dazu.
Die Haut erneuert sich alle vier Wochen und braucht dafür Zink. Ein Mangel macht genau dieses Bild: trocken, rau, ekzemartig, mit rissigen Mundwinkeln daneben.
Bestandteil der Fette zwischen den Hautzellen. Fetter Seefisch, Leinöl und Rapsöl liefern die Bausteine von innen — als Ersatz für das Eincremen wirkt das nicht, als Ergänzung ist es sinnvoll.
Ein leerer Speicher macht die Haut trocken und senkt die Juckreizschwelle. Bei jedem hartnäckigen Juckreiz gehört Ferritin dazu — nicht nur das Blutbild.
Am Ende des Winters bei fast allen tief — genau dann, wenn dieses Ekzem kommt. Der Ausgleich ist einfach; ein direkter Beweis für die Haut fehlt.
Trinken allein macht trockene Haut nicht weich — der Verlust geht nach aussen, nicht nach innen. Ein deutliches Flüssigkeitsdefizit verschlechtert sie aber messbar, und im Winter trinken viele weniger.
1–2 g EPA+DHA am Tag über 8–12 Wochen; die Effekte auf die Hautbarriere sind klein. Rückfettende Pflege zweimal täglich hat für Winterhaut die deutlich besseren Zahlen — von innen kommt bestenfalls ein Zuschlag.
Jahrzehntelang bei Neurodermitis verwendet. Die zusammengefassten Studien mit 1–6 g am Tag über 12–16 Wochen fanden keinen Unterschied zu Scheinpräparat — in Grossbritannien wurde die Zulassung dafür deshalb zurückgezogen.
Bei nachgewiesenem Mangel klar wirksam, ohne Mangel bringt es nichts. Nur bei belegtem Mangel einnehmen — Überschuss ist schädlich.
Bei Mangel klar sinnvoll und gut untersucht; für breitere Anwendungen gibt es weniger Daten. Fettlöslich — bei Hochdosis den Blutspiegel prüfen.
Nach den Wechseljahren nimmt der Fettfilm der Haut ab und die Barriere hält weniger Wasser. Das ist der Grund, warum Winterhaut mit den Jahren zunimmt — und warum Pflege dann nicht Kosmetik ist, sondern Behandlung.
Eine Unterfunktion macht trockene, raue Haut und stumpfes Haar — im Winter fällt es nur weniger auf. Wenn die Trockenheit im Sommer bleibt, gehört der Wert gemessen.
Trockene Winterhaut entsteht vor allem durch Heizungsluft und heisses Duschen, nicht durch zu wenig Trinken. Mehr Wasser allein bessert sie in Studien nicht — die Rueckfettung von aussen schon.
Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ist von November bis April bei vielen messbar. Zwei Portionen fetter Seefisch pro Woche liefern zugleich Omega-3 für die Hautbarriere.
Wirkt feuchtigkeitsspendend und kühlend. Bei stark trockener Winterhaut fehlt der Fettanteil — Aloe allein trocknet nach dem Verdunsten eher aus, sie gehört unter eine fetthaltige Creme.
Die Hautbarriere braucht Fettsäuren. Der Effekt zeigt sich über Wochen und ist kleiner als der einer guten Rueckfettung von aussen.