Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Nachts in den Beinen, tagsüber vergessen — harmlos, auch wenn der Name irreführend ist.
Auch bekannt als: Wachstumsschmerzen · Beinschmerzen bei Kindern
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Wachstumsschmerzen sind ein häufiges und harmloses Phänomen bei Kindern, meist im Vorschul- und Grundschulalter. Typisch sind ziehende oder krampfartige Schmerzen in beiden Beinen — vor allem in Waden, Schienbeinen oder Kniekehlen —, die vorwiegend am Abend oder in der Nacht auftreten und am nächsten Morgen wieder verschwunden sind. Das Kind läuft und spielt tagsüber völlig normal. Trotz des Namens liess sich nicht zeigen, dass das Wachstum selbst schmerzt; man vermutet eher, dass die Belastung eines aktiven Tages eine Rolle spielt. Beruhigend ist, dass Wachstumsschmerzen keine Schäden hinterlassen und mit den Jahren von selbst verschwinden. Aufmerksam werden sollte man, wenn der Schmerz nur ein Bein betrifft, an einer bestimmten Stelle bleibt, mit Schwellung, Rötung, Hinken, Fieber oder Gewichtsverlust einhergeht oder auch tagsüber anhält — das gehört ärztlich angeschaut.
Sanftes Massieren, Wärme und Trost lindern und beruhigen das Kind.
Zu wissen, dass es harmlos ist und vergeht, nimmt Eltern und Kind die Sorge.
Ein kurzes Notieren, wann und wo es weh tut, hilft bei der Einordnung.
Bei einseitigem, anhaltendem oder untypischem Schmerz mit Warnzeichen.
Betroffen sind etwa zehn bis dreissig von hundert Kindern zwischen drei und zwölf Jahren. Der Schmerz sitzt beidseits in Waden, Oberschenkeln oder Kniekehlen, kommt am Abend oder in der Nacht und ist am Morgen weg — genau dieses Muster ist das Erkennungszeichen. Einseitiger Schmerz, Schmerz am Morgen, Hinken, Schwellung oder Fieber gehören nicht dazu und werden abgeklärt. Die Episoden hören mit den Jahren von selbst auf.
Paracetamol oder Ibuprofen am Abend nehmen den Schmerz für die Nacht — sie ändern am Verlauf nichts, und der braucht keine Änderung, weil die Episoden von selbst aufhören. Magnesium und Vitamin D wirken nur, wenn sie fehlen. Was in Studien geholfen hat, ist einfach: Massage der Beine und Wärme am Abend, dazu Dehnen der Waden- und Oberschenkelmuskeln über Wochen. Bei einseitigem Schmerz, Hinken oder Schmerz am Morgen ist es kein Wachstumsschmerz.
Vor allem im Kindergarten-/Grundschulalter; ohne bleibende Folgen.
Ziehen in Waden/Schienbeinen, morgens wieder weg; tagsüber normal.
Ein Zusammenhang mit dem Wachsen liess sich nicht zeigen; beobachtet wird eher die Tagesbelastung.
Nur ein Bein, fester Punkt, Schwellung/Rötung, Hinken, Fieber, Gewichtsverlust oder Tagesschmerz → ärztlich.
Der wichtigste Wert — nicht wegen der Wachstumsschmerzen, sondern wegen der Ausnahmen. Nächtliche Knochenschmerzen mit Blässe, blauen Flecken, Fieber oder geschwollenen Lymphknoten gehören sofort geprüft.
Wachstumsschmerzen machen keine Entzündungswerte. Sind sie erhöht, geht es um etwas anderes — ein Gelenk, einen Knochen oder eine Infektion.
Ergänzt das CRP, wenn die Beschwerden über Wochen anhalten oder ein Gelenk geschwollen ist.
Ein ausgeprägter Mangel macht echte Knochenschmerzen und Muskelschwäche. Er ist die häufigste behebbare Ursache in dieser Altersgruppe.
Ohne Vitamin D wird das Kalzium aus dem Essen nur zu einem Bruchteil aufgenommen. Es ist der Wert, der bei Knochen- und Gelenkbeschwerden am häufigsten zu tief liegt.
Der Baustoff selbst. Aus dem Essen ist er besser aufgehoben als aus der Dose: Hartkäse, Joghurt, kalziumreiches Mineralwasser, Mandeln, Brokkoli und angereicherte Pflanzendrinks.
Aktiviert die Eiweisse, die das Kalzium in den Knochen einbauen. Grünes Blattgemüse und fermentierte Lebensmittel decken das — bei Blutverdünnung mit Cumarinen bleibt die Menge gleichmässig statt schwankend.
Knochen ist zu einem Drittel Eiweissgerüst, und die Muskeln, die ihn halten, brauchen es ebenfalls. Bei älteren Menschen ist zu wenig Eiweiss häufiger als zu wenig Kalzium.
Wird für den Einbau von Kalzium und für die Wirkung von Vitamin D gebraucht. Ein Mangel bremst beides — auch dann, wenn Kalzium und Vitamin D ausreichend zugeführt werden.
Bei Kindern mit nächtlichen Beinschmerzen wurde ein niedriger Spiegel häufiger gefunden, und eine kleine Studie berichtete nach dem Auffüllen weniger Schmerzen. Die Menge richtet sich beim Kind nach Alter und Gewicht.
Wird oft gegeben, untersucht ist es dafür nicht. Was in Studien half, war Dehnen am Abend — und die Beruhigung, dass diese Schmerzen beidseits, abends und ohne Hinken auftreten.
Das Wachstumshormon wird vor allem im Tiefschlaf ausgeschüttet, und die Beschwerden kommen abends und nachts. Der Zusammenhang liegt nahe — belegt ist er nicht, und wachsende Knochen tun nachweislich nicht weh.
Bei Kindern mit nächtlichen Beinschmerzen wurde ein niedriger Vitamin-D-Spiegel häufiger gefunden. Das ist der eine Punkt, den man messen und beheben kann — und der Rest ist Beruhigung und Dehnen.
Kinder zwischen 4 und 12 brauchen 800–1000 mg Calcium am Tag. Ein Zusammenhang mit Wachstumsschmerzen ist nicht belegt — ein Mangel lohnt aber ohnehin die Aufmerksamkeit, weil der Knochen in dieser Zeit aufgebaut wird.
Sanftes Ausstreichen der Beine am Abend lindert bei vielen Kindern. In einer kleinen Studie schnitt Massage besser ab als Dehnen — es ist Zuwendung, die zugleich wirkt.
Eine Wärmflasche an die schmerzende Wade ist das häufigste Hausmittel und schadet nicht. Wachstumsschmerzen kommen abends und sind morgens weg — was tagsüber weh tut, gehört angeschaut.