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Anorexie (Symptom)
Kurzfristig normal, anhaltend ein Warnzeichen — besonders zusammen mit Gewichtsverlust.
Auch bekannt als: Appetitlosigkeit · kein Hunger · Inappetenz
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Wenig oder keinen Appetit zu haben ist häufig und meist vorübergehend. Kurzfristig steckt oft ein Infekt, Stress, Kummer, Schlafmangel oder ein voller Magen dahinter — das reguliert sich von selbst. Hält die Appetitlosigkeit an, lohnt der Blick auf die Ursache: seelische Belastung oder eine Depression, bestimmte Medikamente, eine Schilddrüsenstörung, Magen-Darm-Beschwerden oder ein chronischer Infekt. Wichtig ist die Verbindung zum Gewicht: Geht die Appetitlosigkeit mit ungewolltem Gewichtsverlust einher oder hält sie über Wochen an, gehört sie ärztlich eingeordnet (siehe auch das Dossier „Unerklärter Gewichtsverlust“). Bei älteren Menschen ist anhaltend fehlender Appetit besonders ernst zu nehmen, weil rasch eine Mangelernährung droht.
Wer aus Erfahrung weniger isst, hat Appetit — er zahlt nur dafür. Die Unterscheidung entscheidet darüber, wonach weiter gesucht wird.
Weniger Appetit über Wochen führt leise in eine Unterversorgung. Zähne, Prothese, Schlucken, Stimmung und Medikamente gehören dabei genauso durchgegangen wie das Essen selbst.
Lieber öfter kleine, nährstoffreiche Portionen als grosse Teller, die abschrecken.
Infekt, Stress oder ein neues Medikament als Ursache mit einbeziehen.
Auch ohne Hunger ist genug Flüssigkeit wichtig — Suppen und Smoothies helfen.
Über Wochen oder mit Gewichtsverlust die Ursache ärztlich abklären lassen.
Giardien nehmen über Wochen den Appetit — zusammen mit Blähungen und Aufstossen nach dem Essen.
Ein Bandwurm macht oft nur Übelkeit, wechselnden Hunger und ein unklares Ziehen im Bauch. Eine Stuhlprobe klärt es in einem Schritt.
Der Zwergbandwurm wird von Mensch zu Mensch weitergegeben und vermehrt sich im selben Darm. Unruhe, wenig Appetit und Bauchweh sind bei Kindern die häufigsten Zeichen.
Appetitlosigkeit über wenige Tage gehört zu fast jedem Infekt. Anhaltend über zwei bis vier Wochen, besonders zusammen mit Gewichtsverlust, ist sie ein eigenes Zeichen. Bei älteren Menschen ist sie häufig und hat oft mehrere Gründe gleichzeitig: Medikamente, Zähne, Geschmack, Stimmung, Zink. Wer über sechzig ist, verliert schon nach zehn Tagen wenig Essen messbar Muskelmasse — deshalb zählt hier die Zeit stärker als bei jüngeren.
Appetitanregende Mittel gibt es, und sie wirken schwach: Megestrol und Dronabinol erhöhen das Gewicht etwas, vor allem als Fett und Wasser, und bringen Nebenwirkungen mit — bei Megestrol Thrombosen. Cortison wirkt für Wochen und wird deshalb nur am Lebensende eingesetzt. Was mehr bringt: die Medikamentenliste durchgehen, die Zähne anschauen, den Geschmack prüfen, Mahlzeiten klein und häufig anbieten — und Essen in Gesellschaft, was in Untersuchungen messbar mehr Kalorien bedeutet.
Vorübergehende Appetitlosigkeit reguliert sich meist von selbst.
Eine häufige, gut behandelbare Ursache für anhaltenden Appetitverlust.
Auch Nebenwirkungen, Stoffwechsel und Verdauung können den Appetit senken.
Dann ärztlich einordnen; bei älteren Menschen früh handeln (Mangelernährung).
Ein Mangel dämpft Geruch und Geschmack — und was nicht schmeckt, wird nicht gegessen. Daraus entsteht ein Kreis, der sich mit einer Messung unterbrechen lässt.
Wenn insgesamt weniger gegessen wird, fehlt zuerst das Eiweiss und damit die Muskelmasse. Kleine, eiweissreiche Portionen über den Tag sind hier wirksamer als drei grosse Mahlzeiten.
Beide machen Übelkeit, einen belegten Mund und Widerwillen gegen Fleisch — und beide werden durch das Weniger-Essen weiter ausgedünnt.
Vor dem Essen viel zu trinken füllt den Magen und nimmt den Appetit. Die Flüssigkeit gehört zwischen die Mahlzeiten, nicht davor.
Bei Zinkmangel lässt der Geschmackssinn nach, und mit ihm die Lust am Essen. 10–15 mg am Tag über einige Wochen sind der übliche Rahmen; über 40 mg am Tag über Monate stört die Kupferaufnahme.
Ein B12-Mangel macht müde und appetitlos, bevor das Blutbild auffällt. Gemessen wird vor dem Ersetzen — danach sagt der Wert nichts mehr aus.
Gegen Übelkeit am besten untersucht — 1 g am Tag, verteilt. Wo die Übelkeit den Appetit nimmt, setzt er dort an; auf die Ursache des fehlenden Appetits wirkt er nicht.
Das Hungersignal aus dem Magen fällt bei Entzündung, Infektion und Tumorerkrankungen ab. Das erklärt, warum Appetitlosigkeit über Wochen ein eigener Befund ist und nicht nur eine Begleiterscheinung.
Ein Mangel — die Nebennierenschwäche — macht Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsverlust und tiefen Blutdruck. Selten, aber wichtig, weil sie gut behandelbar ist.
Im Alter kann eine Überfunktion umgekehrt aussehen als erwartet: still, appetitlos und abnehmend statt unruhig und hungrig.
Ein voller Teller schreckt ab. 6 kleine Mahlzeiten bringen mehr an als drei grosse, die halb stehen bleiben. Kalte Speisen riechen weniger und werden bei Übelkeit besser vertragen.
Bei Zinkmangel schmeckt Essen fade, was den Appetit weiter senkt — ein Kreis. Nach Ausgleich kehrt der Geschmack meist innert 4–8 Wochen zurück.
Bei Übelkeit gut untersucht — 1–2 g Pulver am Tag. Wo die Übelkeit den Appetit nimmt, greift er an der richtigen Stelle an; bei Appetitlosigkeit aus anderen Gründen nicht.
Ein Spaziergang vor dem Essen weckt den Appetit zuverlässiger als jedes Bittermittel. Bei ungewolltem Gewichtsverlust über 5 % in 6 Monaten gehört allerdings die Ursache gesucht.
Der stärkste heimische Bitterstoffträger; wenige Tropfen vor dem Essen sind die klassische Anwendung.
Der Geruch vor dem Essen ist der eigentliche Punkt — Appetit beginnt in der Nase. Ein Tropfen auf ein Tuch reicht.
Traditionell zu den verdauungsfördernden Ölen gezählt, mild und gut verträglich.
Gegen Übelkeit ist Ingwer als Gewürz und Kapsel gut untersucht — das Öl ist es nicht. Wo die Übelkeit den Appetit nimmt, setzt es dort an.
Hinterlegte Werte: 20 · 72 · 95 · 125 · 444 · 465 · 727 · 787 · 800 · 880 · 1865 · 10000 Hz