Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Ein Mangel, der schleichend Nerven und Blutbildung trifft — früh erkannt ist er einfach und vollständig auszugleichen.
Auch bekannt als: Cobalamin-Mangel · Perniziosa
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
B12 wird für die Blutbildung und für die Isolierschicht der Nerven gebraucht. Es kommt fast nur aus tierischen Lebensmitteln, und die Aufnahme ist umständlich: Der Magen muss einen Helfer bilden, den Intrinsic-Faktor, und erst im letzten Dünndarmabschnitt wird beides gemeinsam aufgenommen. Deshalb gibt es zwei ganz verschiedene Wege in den Mangel. Der eine ist die Zufuhr: rein pflanzliche Kost ohne Ergänzung führt sicher hinein, nur langsam, weil die Leber jahrelang vorhält. Der andere ist die Aufnahme — und der ist häufiger: eine Magenschleimhaut, die den Helfer nicht mehr bildet (früher „perniziöse Anämie“ genannt), Metformin, Säureblocker über Jahre, Operationen an Magen oder Dünndarm, Morbus Crohn. Das Tückische ist die Reihenfolge: Die Nerven können leiden, bevor das Blutbild auffällt, und Folsäure kann das Blutbild zurechtrücken, während der Nervenschaden weitergeht. Deshalb wird bei unklaren Werten nicht nur B12 gemessen, sondern auch das aktive Holo-Transcobalamin, die Methylmalonsäure und das Homocystein. Aufgefüllt wird je nach Ursache mit Tabletten in hoher Dosis oder mit Spritzen — bei einer Aufnahmestörung lebenslang.
Ein länger bestehender Mangel kann den Sehnerv schädigen: beidseits, langsam, mit blassem Rot und einem unscharfen Fleck in der Mitte. Zusammen mit Alkohol und Rauchen ist das die häufigste Ursache — und früh behandelt teilweise umkehrbar.
Wenn das B12 weder eindeutig tief noch eindeutig normal ist, entscheidet die Methylmalonsäure. Sie steigt nur bei B12-Mangel und wird vor der ersten Gabe gemessen, weil sie danach rasch fällt.
Folat und B12 arbeiten an derselben Stelle und machen im Blutbild dasselbe Bild. Deshalb wird immer beides gemessen — und B12 zuerst, weil Folat allein das Warnzeichen verschwinden lässt.
Unsicherer Gang, taube Füsse, Blutarmut — und ein völlig normaler B12-Wert. Dann lohnt sich Kupfer. Der Kupfermangel macht dasselbe Bild und wird deshalb jahrelang übersehen.
Fleisch, Fisch, Eier und Milch sind die natürlichen B12-Quellen.
Bei veganer Ernährung ist ein B12-Supplement Pflicht — pflanzliche Kost enthält praktisch keins.
Bei perniziöser Anämie oder Magen-/Darmproblemen wird B12 gespritzt, weil die Aufnahme über den Darm fehlt.
Zu wenig gegessen oder zu wenig aufgenommen? Davon hängt ab, ob Tabletten genügen und ob es für Monate oder für immer ist.
Sie bringt das Blutbild in Ordnung, während der Nervenschaden weiterläuft. Deshalb bei grossen roten Blutkörperchen immer beides bestimmen.
Nicht als Kur, sondern dauerhaft — als Präparat oder über angereicherte Lebensmittel. Das gilt auch in Schwangerschaft und Stillzeit, wo der Bedarf steigt.
Ein Fischbandwurm nimmt B12 im Dünndarm für sich auf. Er kommt bei rohem Süsswasserfisch vor — in Europa selten, aber beschrieben. Der Hinweis lohnt sich nur bei passender Ernährung, sonst liegt die Ursache fast immer im Magen oder in der Ernährungsweise.
Ein Bandwurm aus rohem Süsswasserfisch nimmt das Vitamin im Dünndarm weg. Selten, aber die einzige B12-Ursache, die mit einer einzigen Behandlung endet.
Ab fünfundsechzig hat etwa jeder zehnte bis fünfte einen Mangel, weil die Aufnahme im Magen mit dem Alter nachlässt. Der Körper hat einen Vorrat für zwei bis fünf Jahre — deshalb zeigt sich ein Mangel spät und bessert sich unter Ersatz erst über Wochen bis Monate.
B12 füllt den Speicher — die Blutwerte steigen in Tagen, die Blutarmut bessert sich in Wochen. Nervenschäden brauchen Monate und bilden sich nur teilweise zurück; was länger als ein Jahr bestand, bleibt oft. Spritzen sind nötig, wenn der Aufnahmeweg im Magen fehlt; sonst reichen hohe Tabletten, weil ein kleiner Teil auch ohne diesen Weg durch die Darmwand geht. Folsäure allein bessert das Blutbild und verdeckt dabei den Nervenschaden.
Meist symmetrisch und von unten aufsteigend. Zusammen mit einem unsicheren Gang im Dunkeln ist es das wichtigste Warnzeichen, weil hier ein Schaden bleiben kann.
Oft das erste messbare Zeichen an den Nerven — lange bevor etwas kribbelt. Die Stimmgabel am Innenknöchel spürt man kürzer als früher.
Die Papillen bilden sich zurück, die Zunge wirkt wie poliert und tut beim Essen weh. Ein gut sichtbares Zeichen, das oft übersehen wird.
Vergesslichkeit, Wortfindung, Reizbarkeit, gedrückte Stimmung. Bei älteren Menschen wird das leicht dem Alter zugeschrieben — deshalb gehört B12 zur Abklärung dazu.
Das MCV steigt, oft bevor das Hämoglobin fällt. Achtung: Besteht gleichzeitig ein Eisenmangel, heben sich die beiden Wirkungen auf und das MCV wirkt normal.
Wer den Magen ganz oder teilweise oder den letzten Dünndarmabschnitt verloren hat, kann B12 nicht mehr aufnehmen — unabhängig davon, wie viel er isst.
In der Schwangerschaft zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten klar belegt, sonst vor allem bei Mangel. Kann einen B12-Mangel verdecken — beides beachten.
Die perniziöse Anämie und die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse treten regelmässig zusammen auf — beide richten sich gegen das eigene Gewebe. Wer das eine hat, lässt das andere einmal messen.
Ohne Magensäure wird B12 nicht aus der Nahrung gelöst, und der Körper antwortet mit steigendem Gastrin. Deshalb ist ein hoher Gastrinwert ein Hinweis auf die Ursache — und deshalb macht ein Säureblocker über Jahre denselben Mangel.
Rein pflanzlich fast nie gedeckt.
Bei fehlendem Intrinsic Factor wirken auch hohe orale Dosen — die Spritze ist nicht immer nötig.
Folsäure kann das Blutbild normalisieren, während der Nervenschaden fortschreitet — deshalb wird B12 zuerst gemessen.