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Zu viel Cortisol über lange Zeit — häufigste Ursache ist die Behandlung mit Kortison selbst.
Auch bekannt als: Cushing-Syndrom · Hyperkortisolismus · zu viel Cortisol
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Zu viel Cortisol über längere Zeit. Die häufigste Ursache ist eine Behandlung mit Kortison (Steroiden) wegen einer anderen Erkrankung; seltener steckt ein Tumor dahinter, der Cortisol oder das Steuerhormon ACTH bildet. Typisch sind Gewichtszunahme am Rumpf, ein rundes „Vollmondgesicht“, leichte blaue Flecken, rötlich-violette Dehnungsstreifen, hoher Blutdruck und Blutzucker, Muskelschwäche und Stimmungsschwankungen. Wichtig ist die Abgrenzung von gewöhnlicher Gewichtszunahme — es braucht gezielte Tests. Wird die Ursache behandelt (Kortison ärztlich anpassen bzw. Tumor behandeln), bildet sich vieles zurück. Kortison nie abrupt absetzen.
Zuerst klären: Steckt eine Kortison-Behandlung dahinter oder ein hormonbildender Tumor? Das bestimmt alles Weitere.
Nach längerer Einnahme muss Kortison langsam und nur ärztlich begleitet ausgeschlichen werden.
Liegt ein Tumor vor, ist dessen gezielte Behandlung (oft operativ) der entscheidende Schritt.
Blutdruck, Blutzucker und Knochendichte werden begleitend mitbehandelt.
Die Mittel (Metyrapon, Ketoconazol, Osilodrostat) bremsen die Cortisol-Herstellung — sie sind meist eine Brücke bis zur Operation oder ein Weg, wenn nicht operiert werden kann. Die Ursache beseitigen sie nicht. Nach erfolgreicher Operation folgt eine Zeit mit zu wenig Cortisol, die sechs bis achtzehn Monate dauern kann und mit Hydrocortison überbrückt wird — diese Phase fühlt sich schlechter an als die Krankheit und ist trotzdem der Weg zurück.
Zwei bis drei von einer Million Menschen erkranken jährlich neu — deshalb vergehen von den ersten Zeichen bis zur Diagnose oft zwei bis sechs Jahre. Weit häufiger als die Erkrankung ist die Form durch Cortison-Medikamente. Nach erfolgreicher Operation folgt eine Phase mit zu wenig Cortisol, die sechs bis achtzehn Monate dauern kann. Haut, Muskeln und Knochen erholen sich über ein bis zwei Jahre, der Bluthochdruck bleibt bei einem Teil bestehen.
Zunahme an Bauch und Nacken bei eher schlanken Armen und Beinen.
Dünne Haut, leichte blaue Flecken und breite rötlich-violette Dehnungsstreifen.
Hoher Blutdruck und Blutzucker sowie Muskelschwäche, besonders in den Oberschenkeln.
Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit oder Schlafprobleme können hinzukommen.
Ein einzelner Morgenwert entscheidet nichts — Cortisol schwankt über den Tag. Aussagekräftig sind der Dexamethason-Hemmtest, das Cortisol im späten Abendspeichel und die Ausscheidung im 24-Stunden-Urin.
Trennt die Ursachen: hoch spricht für eine Quelle, die ACTH bildet — in der Hirnanhangsdrüse oder anderswo. Tief spricht für die Nebenniere selbst oder für zugeführtes Kortison.
Kann tief sein, weil viel Cortisol auch auf den Salzhaushalt wirkt. Ein normales Kalium schliesst nichts aus.
Cortisol hebt den Blutzucker. Ein neu auftretender Diabetes zusammen mit den übrigen Zeichen ist ein Hinweis, keiner allein.
Ohne Vitamin D wird das Kalzium aus dem Essen nur zu einem Bruchteil aufgenommen. Es ist der Wert, der bei Knochen- und Gelenkbeschwerden am häufigsten zu tief liegt.
Der Baustoff selbst. Aus dem Essen ist er besser aufgehoben als aus der Dose: Hartkäse, Joghurt, kalziumreiches Mineralwasser, Mandeln, Brokkoli und angereicherte Pflanzendrinks.
Beteiligt an der Wirkung des Insulins in der Zelle. Bei schlecht eingestelltem Zucker geht es über den Urin verloren — ein Kreis, der sich schliessen lässt.
Aktiviert die Eiweisse, die das Kalzium in den Knochen einbauen. Grünes Blattgemüse und fermentierte Lebensmittel decken das — bei Blutverdünnung mit Cumarinen bleibt die Menge gleichmässig statt schwankend.
Metformin senkt die Aufnahme über Jahre messbar. Bei Kribbeln in den Füssen unter dieser Behandlung gehört B12 geprüft, bevor es der Nervenschädigung durch den Zucker zugeschrieben wird.
Zu viel Cortisol baut Knochen ab, und zwar zügig. 1000 mg am Tag aus Essen und Präparat zusammen ist die Begleitung, solange die Lage besteht.
Aus demselben Grund und im selben Zug: 20–50 µg (800–2000 IE) am Tag. Cortisol vermindert zusätzlich die Calciumaufnahme im Darm — beides zusammen erklärt, warum der Knochen so schnell nachgibt.
Zu viel Cortisol treibt Kalium über die Niere aus. Muskelschwäche und Krämpfe sind oft die ersten Zeichen — der Wert gehört gemessen und nicht geraten.
Bei Mangel wirksam; Effekte auf Schlaf und Stress plausibel, aber moderat. Zu viel führt zu weichem Stuhl.
Bei Mangel — vegan, Ältere, bestimmte Medikamente — klar sinnvoll und gut belegt. Ohne Mangel kein Energieschub.
Das Steuerhormon darüber. Bei zugeführtem Kortison wird es unterdrückt — deshalb ist es dort tief, obwohl der Körper im Überschuss steht.
Zu viel Cortisol hält Wasser, treibt den Blutzucker und zieht Calcium aus dem Knochen. Salz unter 5 g am Tag, langsame Kohlenhydrate und 1000 mg Calcium mit Vitamin D sind das übliche Vorgehen, solange die Ursache behandelt wird.
Cortisol baut Muskeleiweiss ab, vor allem an Oberschenkeln und Oberarmen. 1.2–1.5 g je kg Körpergewicht am Tag, verteilt auf drei Mahlzeiten, ist der übliche Zielbereich.
Krafttraining wirkt dem Muskelabbau entgegen, den Cortisol an Oberschenkeln und Oberarmen macht. Die Übungen werden an die verringerte Knochendichte angepasst.
Kortison zieht Calcium aus dem Knochen. Vitamin D und Calcium gehören von Anfang an dazu, nicht erst wenn die Knochendichte gemessen auffällt.