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Dellwarzen (Molluscum contagiosum)

Molluscum contagiosum

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Kein Warzenvirus, sondern ein Pockenvirus — und die Delle in der Mitte ist das Zeichen. Der Verlauf misst sich in Monaten und endet von allein.

Auch bekannt als: Molluscum contagiosum · Mollusken · Wasserwarzen · Schwimmbadwarzen · Epithelioma molluscum

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Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.

Kleine halbkugelige Knötchen, zwei bis fünf Millimeter, hautfarben bis perlweiss, mit einer feinen Delle in der Mitte. Einzeln oder in Gruppen, oft dort, wo Haut auf Haut liegt: Achseln, Kniekehlen, Ellenbeugen, seitlicher Rumpf, bei Kindern auch im Gesicht. Drückt man eines auf, kommt ein weisslicher, krümeliger Kern heraus. Die Delle ist der Unterschied zur gewöhnlichen Warze: die ist rau, verhornt und hat keine Vertiefung, und sie stammt von einem ganz anderen Virus. Dellwarzen macht ein Pockenvirus, das nur in der Oberhaut lebt und nirgendwo sonst im Körper.

Betroffen sind vor allem Kinder zwischen zwei und zehn. Der Weg geht über Hautkontakt, gemeinsam benutzte Handtücher und Schwimmhilfen, über feuchte Haut beim Baden — daher der alte Name Schwimmbadwarzen. Der zweite Weg führt über die eigene Hand: wer kratzt, verteilt das Virus entlang der Kratzspur, und es entsteht eine Reihe wie eine Perlenschnur. Bei Erwachsenen sitzen sie häufiger im Genitalbereich; dort ist der übliche Weg der Geschlechtsverkehr. Sehr viele Stellen auf einmal, deutlich grössere als einen Zentimeter oder ein Bild, das über Jahre nicht aufhört, gehören angeschaut — nicht wegen der Dellwarzen selbst, sondern weil die Abwehrlage dahinter eine Rolle spielen kann.

Die entscheidende Zahl ist die Zeit. Eine einzelne Stelle bleibt Wochen bis Monate, das ganze Bild verschwindet bei den meisten innerhalb von sechs bis achtzehn Monaten, bei einem Teil dauert es bis zu vier Jahre. Es endet von allein und hinterlässt in der Regel keine Narbe. Kurz vor dem Ende wird eine Stelle oft rot, geschwollen und verkrustet — das sieht nach einer Entzündung aus und wird häufig als solche behandelt, ist aber das Zeichen, dass die Abwehr die Stelle gerade räumt. Bei einem Teil der Kinder entsteht rundherum ein juckendes Ekzem; das ist der eigentliche Motor der Ausbreitung, weil es zum Kratzen führt.

Hebel & Wege

studienbasiertDer Kalender ist eine Behandlung

Sechs bis achtzehn Monate bis zum Verschwinden, bei einem Teil länger. In den Vergleichen liegt nach sechs bis zwölf Monaten kein Verfahren klar vor dem Abwarten. Wer entfernt, kauft Zeit — und zahlt mit Schmerz, Narben oder Pigmentflecken. Beides ist vertretbar; die Wahl gehört dem, der es trägt.

studienbasiertZuerst das Kratzen stoppen

Das umgebende Ekzem behandeln und die Haut fetten. Das ist der einzige Schritt, der die Ausbreitung bremst, ohne eine einzige Stelle anzufassen. Solange es juckt, wächst die Zahl schneller, als jedes Verfahren sie senken kann.

studienbasiertAbdecken statt fernbleiben

Schwimmen, Sport und Schule sind nicht zu meiden. Was zählt, ist die Barriere: Stellen mit einem wasserfesten Pflaster oder Kleidung abdecken, Handtuch, Waschlappen und Schwimmhilfen nicht teilen, im betroffenen Feld nicht rasieren.

assoziiertKaliumhydroxid, Kürette, Kälte, Cantharidin

Die vier gebräuchlichen Wege. Kaliumhydroxid als fünf- bis zehnprozentige Lösung wird zu Hause aufgetragen, bis die Stelle sich entzündet; die Kürette entfernt sofort, tut aber weh und braucht bei Kindern meist eine betäubende Creme vorher; Vereisen dauert Sitzungen; Cantharidin zieht eine Blase und wird nur in der Praxis aufgetragen. Alle vier können an der behandelten Stelle eine Narbe oder einen hellen Fleck hinterlassen.

Mögliche Beschwerden

studienbasiertDie Delle in der Mitte

Das eine Zeichen, das trägt. Ein bis zwei Millimeter breite Vertiefung auf einer glatten, halbkugeligen Kuppe. Bei ganz kleinen oder ganz frischen Knötchen fehlt sie noch — dann hilft der Blick auf die Nachbarn, von denen meist eines schon eine hat.

studienbasiertGlatt und perlig, nicht rau

Eine gewöhnliche Warze ist verhornt, rau und trägt oft schwarze Pünktchen — gestaute Gefässe. Eine Dellwarze glänzt, fühlt sich glatt an und hat keine Pünktchen. Der Unterschied ist mit blossem Auge zu sehen, und dahinter stehen zwei verschiedene Viren.

studienbasiertEine Perlenschnur entlang einer Kratzspur

Wo die Knötchen in einer Linie stehen, hat die eigene Hand sie dorthin gesetzt. Dasselbe macht eine Rasierklinge im betroffenen Feld. Das ist kein Zufallsmuster, sondern die häufigste Art, wie aus drei Stellen dreissig werden.

assoziiertRot, geschwollen, verkrustet — meist das Ende

Kurz bevor eine Stelle verschwindet, wird sie entzündlich. Das sieht aus wie eine bakterielle Infektion und wird oft als solche behandelt. Kommt es an einzelnen Stellen und geht in ein bis zwei Wochen in eine Kruste über, ist es der Abschluss. Eitrige Ausbreitung mit Fieber ist etwas anderes und gehört angesehen.

assoziiertDas Ekzem rundherum

Bei einem Teil der Kinder entsteht um die Knötchen ein juckendes, schuppendes Feld. Es ist nicht die Ausbreitung selbst, aber ihr Motor: es juckt, das Kind kratzt, und das Virus geht mit. Wer dieses Ekzem behandelt, nimmt der Ausbreitung den Antrieb.

assoziiertBeim Erwachsenen eine einzelne perlige Stelle

Dellwarzen kommen bei Erwachsenen fast nie einzeln und fast nie im Gesicht ohne Anlass vor. Eine einzelne perlige Stelle, die über Monate langsam grösser wird und nicht verschwindet, ist darum ein Grund, sie ansehen zu lassen — nicht, weil das üblich wäre, sondern weil die Verwechslung hier in eine andere Richtung geht.

Alternative Ansätze — was Menschen nutzen

traditionellTeebaumöl

Geprüft in einer kleinen Studie an dreissig Kindern über vier Wochen, in Verbindung mit Jod; die Kombination senkte die Zahl der Stellen deutlicher als Jod allein, Teebaumöl allein lag dazwischen. Eine Studie dieser Grösse trägt keine Empfehlung. Unverdünnt reizt es die Kinderhaut, und gereizte Haut wird gekratzt — was hier genau das Gegenteil bewirkt.

traditionellZinkoxid und fette Salben

Nicht gegen das Virus, sondern gegen das Kratzen: eine fette Grundlage beruhigt das Ekzem rundherum. Das ist der Punkt, an dem eine einfache Salbe mehr ausrichtet als ein Mittel gegen die Knötchen selbst.