Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Eczema dyshidroticum · Pompholyx
Tiefsitzende, wasserklare Bläschen an den Fingerseiten, die nicht aufplatzen, sondern nach ein bis zwei Wochen in Kränzen abschuppen — und in Schüben wiederkommen.
Auch bekannt als: Dyshidrose · Pompholyx · Bläschenekzem der Hände · Sagokornbläschen
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Wasserklare Bläschen, gross wie Sagokörner, sitzen an den Seiten der Finger, in der Handfläche und an den Fusssohlen. Sie liegen unter einer dicken Hornschicht und platzen darum nicht, sondern trocknen ein. Nach ein bis zwei Wochen schuppt die Haut darüber in Kränzen und Fetzen ab, und darunter ist sie rot, dünn und empfindlich. Der Name führt in die Irre: Mit den Schweissdrüsen hat das Ganze nichts zu tun, auch wenn Wärme und Schwitzen die Schübe begünstigen.
Typisch ist der Verlauf in Schüben. Ein Schub dauert zwei bis drei Wochen und kann sich nach Wochen bis Monaten wiederholen, oft im Frühjahr und im Sommer. Der Juckreiz geht dem Sichtbaren meist voraus: Es brennt und juckt an den Fingerseiten, bevor dort etwas zu sehen ist. Anders als beim Handpilz sind fast immer beide Hände betroffen, oft auffallend spiegelbildlich.
Ausgelöst und unterhalten wird es von mehreren Dingen gleichzeitig: Nassarbeit und häufiges Händewaschen, Seifen und Desinfektionsmittel, Arbeit unter Gummihandschuhen, Nickel und Kobalt bei einer bestehenden Kontaktallergie, Wärme, und bei einem Teil der Betroffenen ein Fusspilz, auf den die Hände mit Bläschen antworten, ohne selbst befallen zu sein. Deshalb gehören die Füsse bei jedem hartnäckigen Fall angeschaut.
Die Nägel machen mit, wenn die Entzündung bis an den Nagelwall reicht. Es entstehen Querrillen und Dellen, die mit dem Nagel herauswachsen, und bei länger anhaltender Entzündung kann sich die Platte vom freien Rand her lösen. Abzugrenzen sind der Handpilz — mit einer Schuppenprobe, nicht mit dem Auge —, die pustulöse Form der Schuppenflechte mit ihren sterilen Eiterbläschen und die Krätze, die vor allem nachts juckt und andere Stellen bevorzugt.
Bläschen und Schuppung an der Hand sehen bei Ekzem und Pilz ähnlich aus, werden aber gegensätzlich behandelt. Eine Schuppenprobe klärt das in Minuten — und sie gehört vor die erste Kortisonsalbe.
An der Handfläche ist die Hornschicht dick; eine zu schwache Salbe kommt nicht durch. Üblich ist eine ausreichend starke Salbe über wenige Tage bis zwei Wochen im Schub statt einer schwachen über Monate. Über die Stärke und die Dauer entscheidet die Ärztin — die Regel dahinter erklärt aber, warum monatelanges schwaches Cremen nichts bringt.
Gummihandschuhe schützen vor dem Wasser und stauen die Feuchtigkeit darunter. Ein Baumwollhandschuh darunter und Tragezeiten unter zwanzig Minuten am Stück machen den Unterschied. Händewaschen mit lauwarmem Wasser und einem milden Mittel, danach sofort eincremen.
Bei einem Teil der Fälle antwortet die Hand auf einen Pilz am Fuss, ohne selbst befallen zu sein. Wird der Fuss behandelt, hören die Schübe an der Hand auf. Das ist der einzige Weg, bei dem die Ursache ganz woanders sitzt als das Bild.
Ein Epikutantest auf dem Rücken zeigt nach zwei bis drei Tagen, ob eine Kontaktallergie mitspielt. Nickel steckt in Werkzeug, Schlüsseln, Münzen und Schmuck, Kobalt in Farben, Zement und Leder. Ohne diesen Befund bleibt das Meiden Raterei.
Sie sind unter der dicken Hornschicht geschützt. Wer sie öffnet, macht eine Eintrittspforte für Bakterien und verlängert den Schub. Fette Pflege und die kurze, starke Salbe wirken schneller als jedes Öffnen.
Klein wie Sagokörner, tief in der Haut, fest — sie lassen sich nicht wegdrücken und platzen nicht von selbst. Genau diese Tiefe unterscheidet sie von den oberflächlichen Bläschen anderer Ausschläge.
Ein bis zwei Tage vorher brennt und juckt es an den Fingerseiten, ohne dass etwas zu sehen wäre. Wer das kennt, kann den Schub abfangen, bevor er sichtbar wird.
Die eingetrockneten Bläschen lösen sich als runde Kränze und Fetzen; darunter liegt dünne, rote Haut, die reisst und brennt. Das ist nicht der Beginn einer neuen Sache, sondern das Ende des Schubs.
Der wichtigste Unterschied zum Handpilz, der fast immer auf einer Hand bleibt. Sind beide Hände an denselben Stellen betroffen, spricht das für ein Ekzem und gegen einen Pilz.
Wenn der Schub den Nagelwall erreicht, wird die Nagelbildung für Tage gestört. Die Rille entsteht dort, wo der Nagel damals gerade gebildet wurde, und wandert mit ihm heraus — an ihrer Lage kann man ablesen, wann der Schub war.
Die Häufung ist Teil des Bildes. Wer die Schübe über ein paar Monate notiert — Jahreszeit, Handschuhe, neues Mittel, belastende Wochen —, findet den Auslöser oft schneller als jede Untersuchung.
Kein Beweis und keine Diagnose. Ein erhöhter Wert passt zu einer allgemeinen Neigung zu Allergien, die bei einem Teil der Betroffenen mitspielt; ein normaler Wert schliesst nichts aus. Die Auslöser findet der Epikutantest, nicht das Blut.
Bei Ekzemen mit niedrigem Ausgangswert wurde in Studien eine Besserung gemessen. Das dyshidrotische Ekzem ist dabei nicht eigens untersucht; gemessen wird, weil ein Mangel im Winter häufig und einfach zu beheben ist.
Für die Erneuerung der Oberhaut und für die Heilung der aufgerissenen Stellen nach dem Abschuppen. Ein Mangel macht dieses Ekzem nicht, verzögert aber das Zuwachsen der Risse.
Zwei Portionen fetter Seefisch in der Woche liefern die Menge, um die es geht. Der Effekt auf Ekzeme ist klein und langsam und ersetzt die äussere Pflege nicht — er wirkt über Monate, nicht über Tage.
Bei Ekzemen mit niedrigem Ausgangswert wurde eine Besserung gemessen — 20 bis 50 µg (800 bis 2000 IE) am Tag über acht bis zwölf Wochen. Ohne gemessenen Mangel ist der Nutzen nicht belegt.
Belastende Wochen gehen diesem Ekzem oft voraus — das ist beschrieben und wird von den Betroffenen regelmässig selbst berichtet. Der Weg dahinter ist nicht sauber gemessen; als Beobachtung taugt er trotzdem, weil er die Schübe vorhersagbar macht.
Kühlt und lindert den Juckreiz kurzfristig. Auf der aufgeplatzten, dünnen Haut nach dem Abschuppen brennt sie oft — fette Salben tragen dort mehr als Gele.