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Arthralgie
Ob ein Gelenk oder viele, warm oder kalt, morgens oder abends — das ordnet die Ursache ein.
Auch bekannt als: Gelenkschmerzen · Gliederschmerzen · Arthralgie
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Gelenkschmerzen sind häufig und haben viele Ursachen. Am häufigsten ist Verschleiss (Arthrose): Schmerz bei Belastung, der in Ruhe nachlässt, oft an Knie, Hüfte oder Fingern. Eine Entzündung (Arthritis) macht dagegen eher morgendliche Steifigkeit, Schwellung und Wärme; dahinter kann ein Rheuma (autoimmun), eine Gicht (ein einzelnes, plötzlich stark schmerzendes, gerötetes Gelenk — oft die Grosszehe) oder ein Infekt stecken. Auch Überlastung, Verletzungen und manche Virusinfekte lösen Gelenkschmerzen aus. Zur Einordnung hilft: ein Gelenk oder mehrere? Mit Schwellung und Morgensteife oder ohne? Ein heisses, stark geschwollenes Gelenk mit Fieber gehört rasch abgeklärt.
Ein plötzlicher, beidseitiger Schmerz in Schultern und Hüften mit langer Morgensteifigkeit ist ein eigenes Bild mit stark erhöhten Entzündungswerten — und mit einer Behandlung, die innert Tagen wirkt.
Kommen schmerzende Gelenke und Müdigkeit zu einem Hautausschlag mit Quaddeln hinzu, die länger als einen Tag liegen bleiben, gehören die Komplementwerte C3 und C4 bestimmt. Diese Kombination hat einen eigenen Namen und eine eigene Abklärung.
Ein oder mehrere Gelenke, Morgensteife, Schwellung — das grenzt die Ursache ein.
Regelmässige, gelenkschonende Bewegung, Kräftigung und ein gesundes Gewicht helfen am meisten.
Bei Verdacht auf Rheuma oder Gicht gezielt untersuchen und früh behandeln.
Diese Kombination gehört zeitnah ärztlich abgeklärt.
Entzündungshemmer wirken am Gelenk, wenn dort wirklich eine Entzündung ist — bei Abnutzung ohne Entzündung ist der Unterschied zu Paracetamol klein. Als Gel auf die Haut aufgetragen erreichen sie oberflächliche Gelenke wie Knie und Finger und belasten Magen und Niere deutlich weniger. Eine Cortison-Spritze wirkt sechs bis zwölf Wochen; mehr als drei bis vier im Jahr am selben Gelenk schaden dem Knorpel. Kein Mittel baut Knorpel wieder auf.
Die Zahl der betroffenen Gelenke und die Zeit trennen die Ursachen: ein Gelenk akut spricht für Infektion, Gicht oder Verletzung; mehrere kleine Gelenke beidseits über sechs Wochen für eine entzündliche Erkrankung; wenige grosse Gelenke über Jahre für Abnutzung. Morgensteifigkeit über dreissig bis sechzig Minuten spricht für Entzündung. Etwa jeder vierte Erwachsene hat zeitweise Gelenkschmerzen, ab fünfundsechzig etwa jeder zweite.
Der häufigste Typ, meist an Knie, Hüfte oder Fingern.
Spricht für ein entzündliches Rheuma — gehört abgeklärt.
Ein akuter, sehr schmerzhafter Gichtanfall trifft oft die Grosszehe.
Ein heisses, geschwollenes Gelenk mit Fieber kann ein Infekt sein — nicht abwarten.
Erhöht bei entzündlichen Gelenkerkrankungen — hilft, Arthrose von Arthritis zu trennen.
Ein hoher Wert passt zu Gicht (im akuten Anfall aber auch normal möglich).
Ohne Vitamin D wird das Kalzium aus dem Essen nur zu einem Bruchteil aufgenommen. Es ist der Wert, der bei Knochen- und Gelenkbeschwerden am häufigsten zu tief liegt.
Der Baustoff selbst. Aus dem Essen ist er besser aufgehoben als aus der Dose: Hartkäse, Joghurt, kalziumreiches Mineralwasser, Mandeln, Brokkoli und angereicherte Pflanzendrinks.
Aktiviert die Eiweisse, die das Kalzium in den Knochen einbauen. Grünes Blattgemüse und fermentierte Lebensmittel decken das — bei Blutverdünnung mit Cumarinen bleibt die Menge gleichmässig statt schwankend.
Knochen ist zu einem Drittel Eiweissgerüst, und die Muskeln, die ihn halten, brauchen es ebenfalls. Bei älteren Menschen ist zu wenig Eiweiss häufiger als zu wenig Kalzium.
Wird für den Einbau von Kalzium und für die Wirkung von Vitamin D gebraucht. Ein Mangel bremst beides — auch dann, wenn Kalzium und Vitamin D ausreichend zugeführt werden.
Das meistverkaufte Gelenkmittel und das am längsten diskutierte. Die grossen unabhängigen Studien mit 1500 mg am Tag über 2 Jahre fanden gegenüber Scheinpräparat keinen Unterschied; die herstellerfinanzierten schon. Wer es versucht, gibt ihm 3 Monate und entscheidet dann.
Bei Kniearthrose in mehreren Studien mit Schmerzmitteln verglichen und ähnlich wirksam — 500–1000 mg am Tag über 8–12 Wochen. Die Studien sind meist klein; bei Gallensteinen und unter Blutverdünnung ist es nicht harmlos.
10 g am Tag über 3–6 Monate zeigten in Studien kleine Verbesserungen bei Gelenkschmerz. Geschluckt wird es zu Aminosäuren zerlegt wie jedes andere Eiweiss — der beschriebene Effekt liegt an Signalbruchstücken, nicht daran, dass Kollagen ins Gelenk wandert.
Ein ausgeprägter Mangel macht diffuse Knochen- und Muskelschmerzen, die als Gelenkschmerz gedeutet werden. Gemessen wird vorher; 20–50 µg (800–2000 IE) am Tag ist der übliche Rahmen.
Bei Mangel wirksam; Effekte auf Schlaf und Stress plausibel, aber moderat. Zu viel führt zu weichem Stuhl.
Eine Unterfunktion macht Gelenk- und Muskelschmerzen mit Steifigkeit — ohne dass ein Gelenk entzündet ist. Es ist einer der Werte mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Antwort.
Gelenkschmerzen gehören zu den häufigsten und am wenigsten bekannten Beschwerden der Wechseljahre — bei mehr als der Hälfte der Frauen. Sie treten meist symmetrisch auf, morgens am stärksten, und werden oft für beginnendes Rheuma gehalten.
Eine Überfunktion der Nebenschilddrüse macht diffuse Knochen- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Verstopfung. Ein einziger Calciumwert klärt sie — und sie wird jahrelang übersehen, weil niemand danach sucht.
Bei entzündlichen Gelenkbeschwerden fanden Studien mit 2–3 g EPA und DHA am Tag nach 3 Monaten weniger Morgensteifigkeit und weniger Bedarf an Schmerzmitteln. Über die Nahrung erreicht man diese Menge kaum — zwei Fischmahlzeiten pro Woche liegen deutlich darunter.
Jedes Kilo weniger nimmt beim Gehen etwa das Drei- bis Vierfache an Last vom Knie. Eine Abnahme von 5 kg entspricht damit spürbar weniger Belastung bei jedem Schritt.
Eines der weltweit meistgenutzten pflanzlichen Mittel bei Gelenkschmerz.
Der pflanzliche Vorläufer der Acetylsalicylsäure — mit denselben Vorbehalten bei Magen und Blutgerinnung.
Die Weidenrinde ist der pflanzliche Vorläufer der Acetylsalicylsäure — mit denselben Vorbehalten bei Magen und Gerinnung.
Beinwellsalbe wird bei Gelenk- und Muskelschmerz viel verwendet; nur auf unverletzter Haut.
Wegen des Salicylat-Gehalts wirksam und aus demselben Grund nicht für alle geeignet.
Der „Meister der Sehnen“ — bei Muskel- und Sehnenschmerz der Standardpunkt.
Moxibustion, das Erwärmen mit Beifuss, wird bei Schmerz, der auf Wärme besser wird, eingesetzt.