Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Haare fallen immer aus — auffällig wird erst, wenn deutlich weniger nachwächst.
Auch bekannt als: Alopezie · diffuser Haarausfall · androgenetische Alopezie · kreisrunder Haarausfall
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Bis zu hundert Haare am Tag zu verlieren ist normal. Auffällig wird es, wenn deutlich mehr ausgehen, das Haar sichtbar dünner wird oder kahle Stellen entstehen. Die Muster sagen viel über die Ursache: Der anlagebedingte Haarausfall folgt bei Männern den Geheimratsecken, bei Frauen einer Verbreiterung des Scheitels. Diffuser Haarausfall über den ganzen Kopf spricht eher für eine auslösende Ursache — Eisenmangel, Schilddrüsenstörung, Nährstoffmangel, starker Stress, eine durchgemachte Krankheit oder eine Geburt; er setzt oft mit zwei bis drei Monaten Verzögerung ein und bildet sich zurück, wenn die Ursache behoben ist. Runde, scharf begrenzte kahle Stellen deuten auf den kreisrunden Haarausfall hin, eine Autoimmunreaktion. Ein Blutbild mit Ferritin und Schilddrüsenwerten klärt viel.
Dünner werdendes Haar an Scheitel und Stirn zusammen mit unregelmässigen Zyklen und vermehrter Körperbehaarung gehört zu PMOS, früher PCOS. Die Zeichen zählen auch, wenn die Blutwerte normal ausfallen.
Ferritin, Schilddrüse (TSH) und Auslöser (Krankheit, Diät, Stress) klären — dort liegt der Hebel.
Weniger Hitze, Zug und aggressive Chemie schont den Schaft.
Nach einem Auslöser dauert das Nachwachsen Monate — das ist normal, nicht Versagen.
Ein leerer Speicher ist eine der häufigsten behandelbaren Ursachen von Haarausfall. Bleibt die Quelle unklar und passt die Vorgeschichte, gehört ein blutsaugender Wurm auf die Liste.
Minoxidil verlängert die Wachstumsphase des Haars, Finasterid senkt das DHT, das die Follikel verkleinert. Beide wirken, solange sie angewendet werden; nach dem Absetzen ist der Zustand innert Monaten wie vorher. Sichtbar wird der Effekt frühestens nach drei bis sechs Monaten.
Ein Haar wächst zwei bis sechs Jahre, ruht drei Monate und fällt dann aus — bis zu hundert Haare am Tag sind normal. Nach einem Auslöser wie Fieber, Operation, Geburt oder starkem Gewichtsverlust fällt das Haar erst zwei bis drei Monate später aus und erholt sich über sechs bis neun Monate von selbst. Deshalb liegt die Ursache fast immer im Vorquartal, nicht in der Woche, in der es auffällt.
Sanft behandeln, kein straffes Zusammenbinden, weniger Hitze — und Ferritin, B12 und Schilddrüse messen lassen. Kein Shampoo und kein Öl lässt Haare nachwachsen.
Öl auf Haar und Kopfhaut hat eine echte Wirkung, nur eine andere als versprochen: Es macht den Haarschaft geschmeidiger und verringert das Abbrechen. Haar, das weniger bricht, wirkt voller und länger — messbar, aber es ist kein neues Haar. An einer kahlen Stelle ist der Haarbalg entweder verkleinert oder vernarbt; ein Öl von aussen erreicht die Haarpapille nicht und ändert weder das eine noch das andere. Bei selbstgemachten Auszügen kommt dazu, dass zerriebenes, wasserhaltiges Pflanzengut in Öl bei Zimmertemperatur ein Nährboden ist — frisch ansetzen, kühl stellen, nicht tagelang ziehen lassen. Was bei lichter werdendem Haar zuerst gemessen gehört, steht in der Markerliste dieses Dossiers.
Die Studien am Kopf liefen über zwölf Wochen und immer zusammen mit Minoxidil; Microneedling allein ist kaum geprüft. Zu Hause bis 0,5 Millimeter, ein- bis zweimal pro Woche. Der Punkt, an dem es riskant wird, ist nicht die Nadel, sondern das, was danach aufgetragen wird — die Barriere ist für Stunden offen, und dann kommt auch Konservierung, Duft und alles auf der Haut mit hinein.
Finasterid hemmt einen der beiden Enzymtypen, Dutasterid beide: das DHT im Blut sinkt um über neunzig statt um rund siebzig Prozent. Der Preis dafür ist die Verweildauer — die Halbwertszeit liegt bei etwa fünf Wochen statt bei Stunden, der Stoff ist Monate nach dem Absetzen noch nachweisbar. Was auftritt, dauert entsprechend länger an. Zugelassen ist es vielerorts für die Prostata; für den Haarausfall gilt es ausserhalb weniger Länder als Anwendung ausserhalb der Zulassung.
Spricht für einen Auslöser: Eisenmangel, Schilddrüse, nach Krankheit/Diät/Stress (Telogen). Meist reversibel.
Das anlagebedingte Muster — häufigste Form, langsam, gut zu begleiten.
Alopecia areata (Autoimmun) — oft vorübergehend, wächst häufig von selbst nach. Ärztlich anschauen.
Meist seborrhoisches Ekzem — behandelbar, kein „Haarschwund“.
Eisenmangel ist eine der häufigsten behebbaren Ursachen für diffusen Haarausfall.
Nur bei echtem Mangel hilfreich — der ist selten. „Haar-Vitamine“ wirken meist nur dann.
Haar besteht aus Eiweiss (Keratin) — genügend Protein ist die Basis.
Beim anlagebedingten Haarausfall gut belegt — braucht Geduld und Dauer-Anwendung.
Die wirksamere Form des Testosterons in der Kopfhaut. Sie verkürzt bei entsprechender Veranlagung die Wachstumsphase des Haares — das ist der Mechanismus hinter dem anlagebedingten Ausfall bei Männern und Frauen.
Über- wie Unterfunktion lassen Haare diffus ausfallen. Diese Ursache ist behandelbar, und das Haar kommt in der Regel zurück.
Der Abfall nach einer Geburt und in den Wechseljahren schiebt viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase. Der Ausfall beginnt zwei bis drei Monate später — diese Verzögerung erklärt die Verwirrung über die Ursache.
Gehört dazu, wenn zum Haarausfall unregelmässige Zyklen oder Flüssigkeit aus der Brust kommen.
Fleisch/Hülsenfrüchte mit etwas Vitamin C — füllt den Eisenspeicher.
Ein leerer Eisenspeicher ist eine der häufigsten behandelbaren Ursachen — Ferritin messen.
Das bekannteste Haarkraut der Volksheilkunde, als Spülung und als Tee. Bei Haarausfall durch Eisenmangel oder Schilddrüse hilft das Kraut nicht — der Wert dahinter schon.
Klettenwurzelöl wird seit Jahrhunderten in die Kopfhaut massiert. Die Massage fördert die Durchblutung messbar; über das Haarwachstum sagt das noch nichts.
In einer Studie mit einem Standardmittel verglichen; die Anwendung dauert Monate. Alltagswort: Rosmarinöl.