Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Der Körper kann sich nicht mehr kühlen — hier zählt schnelles Handeln mehr als jede Vorbeugung danach.
Auch bekannt als: Hitzschlag · Sonnenstich · Hitzeerschöpfung · Überhitzung
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Bei grosser Hitze oder starker Sonne kann der Körper überhitzen. Man unterscheidet zwei Stufen. Die Hitzeerschöpfung ist die mildere Form: Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und starkes Schwitzen — hier hilft rasches Abkühlen, Ruhe im Schatten und Trinken meist gut. Der Hitzschlag ist der Notfall: Die Körpertemperatur steigt gefährlich an (über 40 °C), die Haut ist oft heiss und trocken, und es kommen Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder Krämpfe hinzu — das ist lebensbedrohlich und erfordert sofort den Notruf 144, während man gleichzeitig kühlt. Der Sonnenstich entsteht durch direkte Sonne auf Kopf und Nacken und macht Kopfschmerzen, einen roten heissen Kopf und Übelkeit. Besonders gefährdet sind Kinder und ältere Menschen.
Drei Ergänzungen, die im Ernstfall den Unterschied machen.
**Die trockene Haut ist kein verlässliches Zeichen.** Sie gilt für den Hitzschlag, der bei Hitzewellen in Ruhe entsteht — meist bei alten Menschen. Wer sich dagegen in der Hitze angestrengt hat, ist beim Hitzschlag oft **klatschnass geschwitzt**. Wer auf trockene Haut wartet, wartet zu lange; entscheidend sind die **über 40 Grad** und der **veränderte Kopf**: Verwirrtheit, Wesensänderung, Torkeln, Krämpfe, Bewusstlosigkeit.
**Kühlen heisst kühlen, nicht fächeln.** Am wirksamsten ist das **Eintauchen in Leitungswasser** — die Leitlinie nennt ausdrücklich Leitungswasser statt Eiswasser, weil es schneller verfügbar ist. Geht das nicht: nass besprühen **und** einen Luftzug erzeugen, dazu Kühlpacks in Nacken, Achseln und Leisten. Gekühlt wird, während der Notruf läuft, nicht danach.
**Nichts zu trinken geben, solange jemand verwirrt oder schläfrig ist** — es gerät in die Lunge. Flüssigkeit kommt dann über die Vene.
Und eine Gruppe fehlt in der üblichen Aufzählung: nicht nur Kinder und alte Menschen, sondern auch **junge, gesunde Sportler unter fünfundzwanzig** — dort ist der Hitzschlag für etwa 2 von 100 der plötzlichen Todesfälle verantwortlich. Dazu ein Punkt, der selten dabeisteht: **eine ganze Reihe von Medikamenten senkt die Hitzetoleranz** — Entwässerungsmittel, Mittel gegen Allergien, bestimmte Antidepressiva, Beruhigungsmittel, Betablocker, Kalziumantagonisten, Neuroleptika und Schilddrüsenhormone. Wer sie nimmt, gehört bei einer Hitzewelle zu den Gefährdeten, auch wenn er jung ist.
Aus der Hitze, hinlegen, Beine hoch, Haut mit Wasser kühlen, in kleinen Schlucken trinken.
Bei Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder heisser trockener Haut → 144 und weiter kühlen.
Mittagshitze und direkte Sonne meiden, Kopf bedecken, regelmässig trinken.
Kinder nie im Auto lassen; ältere Menschen an Hitzetagen im Blick behalten.
Über den Tag verteilt trinken, warm bevorzugt, so viel, dass der Urin hell bleibt.
In den ersten Stunden mehrmals 15 bis 20 Minuten kühlen, immer mit einem Tuch dazwischen, dazu hochlagern.
Beim Hitzschlag liegt die Körperkerntemperatur über vierzig Grad und das Bewusstsein ist verändert — das unterscheidet ihn vom Sonnenstich und von der Erschöpfung. Entscheidend ist die Zeit über vierzig Grad: Unter dreissig Minuten bis zur Kühlung ist die Aussicht gut. Ganzkörper-Eiswasser kühlt am schnellsten, etwa ein Grad in drei bis fünf Minuten. Trinken allein senkt die Kerntemperatur nicht.
Fiebersenker wirken beim Hitzschlag nicht — sie senken einen vom Gehirn hochgestellten Sollwert, und der ist hier nicht verstellt: Die Hitze kommt von aussen und von der Muskelarbeit. Paracetamol und entzündungshemmende Mittel können in dieser Lage sogar Leber und Niere zusätzlich belasten. Was wirkt, ist Kühlung von aussen, und zwar in Minuten: Eiswasser, nasse Tücher mit Luftzug, kalte Umschläge an Hals, Achseln und Leisten.
Durst hinkt dem Verlust hinterher, besonders im Alter. Unterarme und Nacken kühlen — dort liegen die Gefässe oberflächlich. Bei langer Belastung gehört etwas Salziges dazu.
Nachts querlüften, tagsüber Fenster zu und von aussen beschatten. Ein Ventilator kühlt nicht die Luft, sondern die Haut — bei über 35 Grad bringt er kaum noch etwas.
Schwäche, Kopfweh, Übelkeit, Schwindel — noch mit Schwitzen; bessert beim Abkühlen.
Heisse Haut, >40 °C, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit → sofort Notruf 144.
Direkte Sonne auf Kopf/Nacken → Kopfschmerzen, roter heisser Kopf, Übelkeit.
Kinder, ältere Menschen und Kranke überhitzen schneller.
Kann in beide Richtungen entgleisen: hoch durch Wasserverlust, tief durch sehr viel Trinken ohne Salz. Beides erklärt Verwirrtheit und Krampfanfälle.
Verschiebt sich beim Zerfall von Muskelgewebe und ist dann für den Herzrhythmus entscheidend.
Stark erhöht, wenn Muskelgewebe zerfällt — das ist die gefürchtete Folge des schweren Hitzschlags und der Grund, viel zu infundieren.
Die Nieren sind das Organ, das beim Hitzschlag am schnellsten Schaden nimmt. Der Wert steuert die Behandlung.
Sorgt dafür, dass sich der Muskel nach der Anspannung wieder löst. Ein Mangel begünstigt Krämpfe, Zucken und innere Unruhe — und der Blutwert bildet den Speicher nur schlecht ab.
Bestimmt die Erregbarkeit von Muskel und Nerv. Ein tiefer Wert macht Schwäche und Krämpfe, ein hoher ist gefährlich für den Herzrhythmus — hier wird gemessen und nicht geschätzt.
Löst die Anspannung im Muskel überhaupt erst aus. Ein tiefer Wert macht Kribbeln um den Mund und in den Fingern und Verkrampfungen der Hände.
Bei starkem Schwitzen geht beides zusammen verloren. Nur Wasser nachzutrinken verdünnt das Natrium zusätzlich — bei langer Belastung gehört Salz dazu.
Beim Hitzschlag geht es zuerst um Kühlung, nicht um Getränke — und wer nicht klar bei sich ist, bekommt nichts zu trinken. Danach, bei Hitzeerschöpfung, ersetzen 0.5–0.7 g Natrium pro Liter, was mit dem Schweiss ging.
Mit dem Schweiss geht deutlich mehr Natrium als Kalium verloren. Reine Kaliumpräparate sind hier selten nötig und bei eingeschränkter Niere nicht harmlos — Früchte und Kartoffeln liefern es sicherer.
Bei Mangel wirksam; Effekte auf Schlaf und Stress plausibel, aber moderat. Zu viel führt zu weichem Stuhl.
Bei Hitze über Tage stellt der Körper um: Dieses Hormon hält Natrium zurück, und der Schweiss wird salzärmer. Diese Anpassung braucht 7–14 Tage — deshalb sind die ersten heissen Tage die gefährlichsten, nicht die heissesten.
Durst kommt später als der Wassermangel — bei älteren Menschen deutlich später. Deshalb wird bei Hitze nach Plan getrunken und nicht nach Gefühl.
Bei starkem Schwitzen gehen je Liter Schweiss 0.5–1.5 g Natrium mit. Wer dann nur Wasser trinkt, verdünnt das Blut zusätzlich — bei langer Hitzebelastung braucht es Salz dazu.
Alkohol entwässert und stört zugleich die Temperaturregelung. In Hitzewellen ist das eine der häufigsten Ursachen für den Zusammenbruch am Nachmittag.
Kühlen hat Vorrang vor allem anderen: Schatten, nasse Tücher, Luftzug — und zwar sofort.
Wasser allein reicht bei starkem Schwitzen nicht; Salz gehört dazu.
Hinterlegte Werte: 20 · 95 · 146 · 190 · 440 · 444 · 522 · 880 · 3000 · 10000 Hz
AWMF 053-052 · S1 · 2025-07 — abgelaufen
Hitzebedingte Gesundheitsstörungen in der hausärztlichen Praxis
geprüft 2026-09 · zuletzt nach einer Nachfolge geschaut 2026-09-20