Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Umschrieben, beidseits und im Schlaf vorbei heisst primär — überall, nachts und neu heisst: erst die Ursache suchen.
Auch bekannt als: Übermässiges Schwitzen · Schweissüberproduktion
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Von Hyperhidrose spricht man, wenn deutlich mehr Schweiss gebildet wird, als der Körper zur Kühlung braucht. Zwei Formen sind zu unterscheiden, und die Unterscheidung entscheidet über alles Weitere. Die primäre Form beginnt meist in der Jugend, betrifft umschriebene Stellen — Handflächen, Fusssohlen, Achseln, seltener das Gesicht —, tritt auf beiden Seiten gleich auf und hört im Schlaf auf. Häufig kommt sie in der Familie vor. Die sekundäre Form beginnt später, betrifft den ganzen Körper, macht auch nachts nass und hat eine Ursache dahinter: eine Überfunktion der Schilddrüse, Unterzuckerungen, hormonelle Umstellungen, eine Infektion, seltener eine Erkrankung des Blutes — und sehr oft Medikamente, darunter mehrere Antidepressiva und Schmerzmittel. Wichtig ist, dass die Belastung nicht an der Schweissmenge gemessen wird, sondern daran, was sie im Alltag verhindert: Papier, das wellt, Hände, die man nicht geben mag, Kleiderwechsel im Büro. Das ist keine Frage von Hygiene oder Nervosität. Und es gibt eine Reihe wirksamer Behandlungen, die aufeinander aufbauen — von der Auftragung am Abend über Strombäder und Spritzen bis zu Tabletten und Eingriffen.
Aluminiumchlorid wirkt über Nacht, wenn die Drüsen ruhen, und wird am Morgen abgewaschen. Auf feuchter Haut und frisch nach der Rasur brennt es — das ist der häufigste Grund, warum es abgebrochen wird, und lässt sich so vermeiden.
Beginnt das Schwitzen im Erwachsenenalter, steht die Ursache erstaunlich oft auf dem Medikamentenplan. Ein Wechsel innerhalb derselben Gruppe reicht manchmal — nichts eigenmächtig absetzen.
Die Leitungswasser-Iontophorese ist ein Wasserbad mit schwachem Strom, mehrmals pro Woche und später zur Erhaltung. Geräte lassen sich für zu Hause beziehen — das macht die Behandlung alltagstauglich.
Botulinumtoxin blockiert die Nerven, die die Schweissdrüsen ansteuern; die Wirkung hält mehrere Monate. An den Händen ist die Behandlung schmerzhafter und kann die Kraft vorübergehend mindern — das gehört vorher besprochen.
Dann geht es nicht um die Schweissdrüsen, sondern um die Ursache dahinter. Fieber, Gewichtsverlust und geschwollene Lymphknoten dazu sind Gründe, nicht zu warten.
Dauernd feuchte Haut zwischen den Zehen und in den Falten begünstigt Pilz und wunde Stellen. Atmungsaktive Schuhe, tägliches Wechseln der Socken und gutes Abtrocknen gehören zur Behandlung dazu.
Abends ein Mittel mit Aluminiumchlorid auf die trockene Haut auftragen und morgens abwaschen; atmungsaktive Materialien tragen, Socken täglich wechseln.
Einen Teelöffel Blätter mit heissem Wasser übergiessen, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, lauwarm trinken oder damit gurgeln, zwei- bis dreimal täglich.
Aluminiumsalze verschliessen die Ausführungsgänge der Schweissdrüsen vorübergehend — sie wirken am besten abends aufgetragen, weil die Drüsen dann ruhen. Botulinumtoxin blockiert das Signal an die Drüse für vier bis sechs Monate. Die Drüsen selbst bleiben, in Zahl und Funktion.
Der Körper hat zwei bis vier Millionen Schweissdrüsen; ein Erwachsener verliert in Ruhe etwa 0,5 Liter am Tag, bei Hitze und Arbeit bis zu zwei Liter pro Stunde. Als übermässig gilt es, wenn es über sechs Monate ohne Grund auftritt, mindestens einmal wöchentlich, beidseits, und im Schlaf aufhört. Aluminiumchlorid braucht drei bis sieben Anwendungen bis zur Wirkung; Botulinumtoxin hält vier bis neun Monate und wirkt nach zwei bis sieben Tagen.
Ein bis zwei Esslöffel Eichenrinde in einem halben Liter Wasser zehn Minuten köcheln, abseihen und in eine Schüssel lauwarmes Wasser geben.
Das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der ersten Form. Wer nachts durchnässt aufwacht, gehört in die andere Spalte — dann wird zuerst nach einer Ursache gesucht.
Handflächen, Fusssohlen, Achseln, manchmal das Gesicht — und zwar symmetrisch. Einseitiges Schwitzen ist selten und hat eine eigene Abklärung.
Der Beginn vor dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr, oft mit jemandem in der Familie, spricht für die anlagebedingte Form. Ein neuer Beginn im Erwachsenenalter tut das nicht.
Mehrere häufig verordnete Mittel treiben das Schwitzen, darunter einige Antidepressiva, Schmerzmittel und Mittel gegen Hitzewallungen. Der zeitliche Zusammenhang ist der beste Hinweis.
Handschlag, Schreiben, Werkzeug halten, Kleiderwahl, Bewerbungsgespräche. Diese Punkte gehören genannt, weil sie über die Behandlung entscheiden — nicht Millimeter auf einem Testpapier.
Eine Überfunktion ist die häufigste fassbare Ursache der zweiten Form und geht meist mit Herzklopfen, Unruhe und Gewichtsabnahme einher. Sie ist gut behandelbar.
Schwitzen mit Zittern, Heisshunger und Herzklopfen, das nach dem Essen aufhört, spricht für eine Unterzuckerung — besonders bei behandeltem Diabetes.
Zeigt, wie der Zucker über Wochen lag. Bei nächtlichem Schwitzen unter Diabetesbehandlung lohnt er sich zusammen mit der Frage nach nächtlichen Unterzuckerungen.
Gehört dazu, wenn das Schwitzen nachts auftritt und Fieber, Gewichtsverlust oder geschwollene Lymphknoten dabei sind. Diese Kombination wird nicht abgewartet.
Sorgt dafür, dass sich der Muskel nach der Anspannung wieder löst. Ein Mangel begünstigt Krämpfe, Zucken und innere Unruhe — und der Blutwert bildet den Speicher nur schlecht ab.
Bestimmt die Erregbarkeit von Muskel und Nerv. Ein tiefer Wert macht Schwäche und Krämpfe, ein hoher ist gefährlich für den Herzrhythmus — hier wird gemessen und nicht geschätzt.
Löst die Anspannung im Muskel überhaupt erst aus. Ein tiefer Wert macht Kribbeln um den Mund und in den Fingern und Verkrampfungen der Hände.
Bei starkem Schwitzen geht beides zusammen verloren. Nur Wasser nachzutrinken verdünnt das Natrium zusätzlich — bei langer Belastung gehört Salz dazu.
Bei Mangel wirksam; Effekte auf Schlaf und Stress plausibel, aber moderat. Zu viel führt zu weichem Stuhl.
Schweissdrüsen werden über den Sympathikus angesteuert — übersteigerter Antrieb = Hyperhidrose.
Alle drei regen die Schweissdrüsen direkt an — der Effekt setzt innert Minuten ein und hält ein bis zwei Stunden. Das erklärt das Schwitzen nach dem Kaffee besser als jede Veranlagung.
Salbeitee und Salbeipräparate sind die traditionelle Anwendung bei starkem Schwitzen.
Wird als Waschung viel empfohlen; auf gereizter oder rasierter Haut brennt es.
Wo Anspannung der Auslöser ist, wirkt sie direkt auf den Schweissreflex.