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Migräne

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Kein gewöhnlicher Kopfschmerz, sondern ein überempfindliches Nervensystem, das auf Reize mit Attacken antwortet — behandelbar, sobald man die eigenen Auslöser kennt.

Auch bekannt als: Migränekopfschmerz

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Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.

Migräne ist kein starker Kopfschmerz, sondern eine eigene Erkrankung: ein Nervensystem, das Reize schlechter filtert und in Wellen mit einer Attacke antwortet. Typisch ist ein einseitiger, pochender Schmerz, der sich bei Bewegung verstärkt, dazu Übelkeit sowie eine Empfindlichkeit gegen Licht, Lärm und Gerüche. Unbehandelt dauert eine Attacke vier bis zweiundsiebzig Stunden. Etwa jeder Dritte kennt eine Aura: Flimmern, Zickzacklinien oder ein Ausfall im Gesichtsfeld, seltener Kribbeln oder Sprachstörungen, die sich über Minuten ausbreiten und nach höchstens einer Stunde wieder verschwinden. Oft beginnt die Attacke schon einen Tag vorher mit Gähnen, Heisshunger, Nackensteife oder Stimmungsschwankungen — wer diese Vorboten kennt, kann früher eingreifen. Auslöser sind sehr persönlich; am besten belegt sind unregelmässiger Schlaf, ausgelassene Mahlzeiten, Alkohol, der Abfall der Östrogene vor der Regel und das Nachlassen von Stress. Ein Kopfschmerztagebuch findet sie zuverlässiger als jede Verdachtsliste. Der wichtigste vermeidbare Fehler ist der Schmerzmittel-Kopfschmerz: Werden Akutmittel an mehr als zehn Tagen im Monat genommen, entsteht daraus ein Dauerkopfschmerz.

Hebel & Wege

studienbasiertFrüh und ausreichend behandeln

Ein Akutmittel wirkt am besten in der ersten Stunde und in voller Dosis. Zu spät und zu wenig ist der häufigste Grund, warum es scheinbar nicht hilft.

studienbasiertDie Zehn-Tage-Grenze

Akutmittel an höchstens zehn Tagen im Monat, einfache Schmerzmittel an höchstens fünfzehn. Wer darüber liegt, braucht eine Vorbeugung statt mehr Tabletten.

studienbasiertEin Tagebuch schlägt jede Triggerliste

Datum, Dauer, Stärke, Mittel, Zyklus, Schlaf. Nach zwei, drei Monaten zeigt sich das eigene Muster — und ob eine Vorbeugung wirkt.

studienbasiertRegelmässigkeit ist die beste Vorbeugung

Gleiche Schlafzeiten, keine ausgelassenen Mahlzeiten, genug trinken, Ausdauerbewegung dreimal die Woche. Unspektakulär, aber in Studien wirksam.

studienbasiertWann es keine Migräne ist

Schlagartiger, stärkster Kopfschmerz des Lebens, Kopfschmerz mit Fieber und Nackensteife, nach einem Sturz, mit Lähmung oder Verwirrtheit, neu ab sechzig — das gehört sofort abgeklärt und ist keine Frage von Migränemitteln.

traditionellKopfschmerz: Pause, Wasser, Dunkelheit

Bildschirm weg, ein grosses Glas Wasser, 20 Minuten in einen ruhigen, abgedunkelten Raum; ein kühles Tuch auf Stirn oder Nacken.

traditionellDunkel, kühl, still

Schlafzimmer auf 16 bis 19 Grad, wirklich dunkel, kein Bildschirm in der letzten Stunde.

studienbasiertZahlen und Zeiträume

Etwa fünfzehn von hundert Frauen und sechs von hundert Männern haben Migräne. Sie beginnt meist zwischen fünfzehn und fünfunddreissig, und eine unbehandelte Attacke dauert vier bis zweiundsiebzig Stunden. Nach den Wechseljahren wird sie bei vielen Frauen deutlich seltener.

InfoWas das Mittel tut — und was nicht

Triptane wirken im Anfall, nicht vorbeugend — sie greifen an den erweiterten Gefässen und am Trigeminus an und wirken am besten in der ersten Stunde. Vorbeugende Mittel (Betablocker, Topiramat, Amitriptylin, CGRP-Antikörper) brauchen sechs bis zwölf Wochen und gelten als erfolgreich, wenn die Anfälle um die Hälfte weniger werden — nicht, wenn sie aufhören. Wird ein Schmerzmittel an mehr als zehn Tagen im Monat genommen, entsteht daraus über Monate ein eigener Dauerkopfschmerz.

studienbasiertDie Aura — und die andere Aura

Dasselbe Wort steht für zwei völlig verschiedene Dinge: das neurologische Vorzeichen und das überlieferte Energiefeld. Beide stehen im Körpersprache-Werkzeug nebeneinander, mit dem, was sich zu beiden sagen lässt.

Mögliche Beschwerden

studienbasiertEinseitig, pochend, schlimmer bei Bewegung

Das unterscheidet sie vom Spannungskopfschmerz, der eher beidseitig drückt und bei Bewegung nicht zunimmt. Treppensteigen ist ein einfacher Test.

studienbasiertÜbelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit

Wer sich in einen dunklen, stillen Raum zurückziehen möchte, beschreibt damit schon fast die Diagnose.

studienbasiertAura vor dem Schmerz

Flimmern oder Zickzack, das über Minuten wandert und nach spätestens einer Stunde vergeht. Kommt so etwas zum ersten Mal, gehört es abgeklärt — plötzlich und ohne Wandern spricht es gegen eine Aura.

studienbasiertVorboten am Tag davor

Gähnen, Heisshunger, Nackensteife, Reizbarkeit, häufiges Wasserlassen. Sie sind der beste Zeitpunkt für das Akutmittel — je früher, desto besser wirkt es.

studienbasiertUm die Regel herum

Zwei Tage vor bis drei Tage nach dem Beginn häufen sich die Attacken, weil die Östrogene abfallen. Diese Attacken sind oft länger und schwerer.

studienbasiertWenn der Kopfschmerz täglich wird

Das ist meist kein Fortschreiten der Migräne, sondern der Schmerzmittel-Kopfschmerz. Er geht zurück, wenn die Akutmittel für eine Weile pausiert werden — begleitet, nicht allein.

Blutwerte

assoziiertFerritin

Kein Wert stellt die Diagnose — das tut die Beschreibung der Attacken. Ein Eisenmangel kommt aber häufig dazu und senkt die Schwelle, besonders bei starken Regelblutungen.

assoziiertMagnesium

Der Blutwert unterschätzt einen Mangel, weil das meiste Magnesium in den Zellen liegt. Er gehört trotzdem dazu, wenn zusätzlich Wadenkrämpfe und Lidzucken auftreten.

assoziiertTSH (Schilddrüse)

Eine Unterfunktion kann Kopfschmerzen häufiger machen und erklärt zugleich Müdigkeit und Frieren. Sie ist einfach zu prüfen.

Nährstoffe

assoziiertMagnesium

Prophylaktisch untersucht — moderate Evidenz.

assoziiertRiboflavin (B2)

Hochdosiert in Prophylaxe-Studien.

Supplemente

assoziiertMagnesium

Gängige, gut verträgliche Prophylaxe.

assoziiertRiboflavin (B2)

Als Prophylaxe-Option.

assoziiertCoenzym Q10

Schwächere, aber vorhandene Evidenz.

Hormone

assoziiertÖstrogen

Abfall vor der Menstruation triggert oft.

Botenstoffe

studienbasiertSerotonin

5-HT zentral beteiligt; Triptane sind Serotonin-Agonisten.

assoziiertGlutamat

Übererregbarkeit / Cortical Spreading Depression.

Nahrung

assoziiertTrigger meiden (Histamin, Alkohol)

Individuell — Histamin-Filter kann helfen.

Alternative Ansätze — was Menschen nutzen

studienbasiertMagnesium

In der Vorbeugung untersucht, über Wochen eingenommen — nicht im Anfall.

studienbasiertPfefferminzöl

Öl auf Schläfen und Nacken ist die traditionelle Anwendung bei Kopfschmerzbeginn.

traditionellCoenzym Q10

In der Migräneprophylaxe untersucht; die Wirkung setzt erst nach Wochen ein.

studienbasiertAchtsamkeit & Meditation

Senkt die Anfallshäufigkeit in Studien — vor allem, wo Stress ein Auslöser ist.

Wildkräuter — was traditionell verwendet wird

ohne StudienBeifuss

Wird oft mit dem Mutterkraut verwechselt, das zur Migränevorbeugung untersucht wurde — es sind zwei verschiedene Pflanzen. Beifuss selbst hat dafür keine Daten und gehört nicht in die Schwangerschaft.

gemischtWasserminze

Auf die Schläfen, sobald es beginnt. Bei Migräne ist der Effekt kleiner als beim Spannungskopfschmerz, aber die Anwendung kostet nichts und stört keine andere Behandlung.

Ätherische Öle — Anwendung und Grenzen

traditionellPfefferminze

Beim ersten Anzeichen auf Schläfen und Nacken — der Kühleffekt kommt vom Menthol.

traditionellLavendel fein

Als Duft in der Attacke untersucht; für viele ist jeder Geruch dann zu viel.

TCM — wie es dort gesehen wird

gemischtLe 3 · Taichong (LR3)

Der meistgenannte Punkt bei Kopfschmerz vom Leber-Typ — zwischen erster und zweiter Zehe. In Studien zur Akupunktur bei Migräne war der Unterschied zu Scheinnadeln klein, der zu keiner Behandlung deutlich.

traditionellGb 20 · Fengchi (GB20)

Am Hinterkopf, wo die Nackenmuskeln ansetzen. Der Ort ist derselbe, an dem auch die Physiotherapie arbeitet — die Erklärungen unterscheiden sich, der Griff ist derselbe.

traditionellMusterdiagnose

Die TCM behandelt kein Krankheitsbild, sondern ein Muster: dieselbe Migräne bekommt bei zwei Menschen zwei verschiedene Behandlungen. Das ist der Grund, warum sich TCM schlecht in Studien pressen lässt.

Mögliche Zusatzstoffe (E-Nummern)

E622 Monokaliumglutamat

für Empfindliche

E623 Calciumdiglutamat

für Empfindliche

E251 Natriumnitrat

für Empfindliche

E252 Kaliumnitrat

für Empfindliche

Frequenzen — was dazu hinterlegt ist

traditionellMigräne

Hinterlegte Werte: 4 · 5 · 6 · 7 · 8 · 9 · 10 · 25 · 100 · 174 · 727 · 20 · 787 · 880 · 5000 Hz