Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Eine Erkrankung des Knochenmarks — heute gut behandelbar, auch wenn sie meist nicht ganz verschwindet.
Auch bekannt als: Plasmozytom · Kahler-Krankheit
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Eine Krebserkrankung bestimmter Abwehrzellen im Knochenmark (Plasmazellen). Sie produzieren ein funktionsloses Eiweiss und schädigen zugleich den Knochen. Typische Zeichen sind hartnäckige Knochen- und Rückenschmerzen, Knochenbrüche ohne grossen Anlass, Blutarmut mit Müdigkeit, häufige Infekte, erhöhtes Kalzium und eine nachlassende Nierenfunktion. Betrifft meist Menschen über 60. Nicht heilbar, aber inzwischen oft über viele Jahre gut kontrollierbar.
Der Behandlungsplan wird nicht von einer Person allein gemacht, sondern in einer Runde aus Chirurgie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie. Man darf fragen, was dort besprochen wurde und welche Alternativen zur Sprache kamen.
Vor einer grossen Entscheidung ist sie in vielen Kliniken eingeplant, und die Unterlagen dafür gehören einem selbst. Sie kostet ein bis zwei Wochen — die sind bei fast allen Verläufen vertretbar, und man fragt danach, wenn es dringend ist.
Sie ist heute Teil der Behandlung und nicht ihr Gegenteil: Sie mindert die Erschöpfung, hält Muskeln und Knochen und verbessert die Verträglichkeit. Angeleitet beginnen, an schlechten Tagen weniger, aber nicht gar nichts.
Ungewollter Gewichtsverlust verschlechtert die Verträglichkeit jeder Behandlung. Einschränkende Diäten schaden hier mehr, als sie nützen — bei Appetitlosigkeit hilft eine Ernährungsberatung früh, nicht erst, wenn schon Kilos fehlen.
Nach der Uhr statt nach Bedarf wirkt besser und braucht insgesamt weniger. Angst vor Abhängigkeit ist in dieser Lage der falsche Ratgeber — unbehandelte Schmerzen kosten Schlaf, Appetit und Kraft.
Psychoonkologische Begleitung, Sozialberatung für Versicherung und Arbeit, und die Frage, wer zu Hause was übernimmt. Das ist keine Massnahme für den Notfall, sondern gehört an den Anfang — und die Angehörigen gehören mit hinein.
Diese Erkrankung greift beides an. Genug trinken schützt die Nieren, Mittel zum Schutz des Knochens gehören zur Behandlung dazu, und neue Rückenschmerzen mit Kraftverlust in den Beinen sind ein Notfall.
Ein Fadenwurm kann Jahrzehnte still im Darm bleiben und unter Kortison, Biologika oder anderer Immunsuppression Lunge und Blutbahn überschwemmen. Wer je in den Tropen oder Subtropen barfuss unterwegs war, wird vorher mit einem Bluttest gesucht — einmal Aufwand, und er verhindert den schwersten Verlauf, den dieser Wurm hat.
Das Myelom gilt bisher nicht als heilbar, aber als über lange Zeit beherrschbar: Aus wenigen Jahren sind mit den heutigen Kombinationen bei vielen zehn Jahre und mehr geworden. Behandelt wird in Blöcken, gefolgt von einer Erhaltung, die läuft, solange sie wirkt. Bisphosphonate schützen den Knochen und senken Brüche — sie wirken nicht gegen den Tumor. Der Nierenschutz ist ein eigener Teil: viel trinken und entzündungshemmende Schmerzmittel meiden.
Vorher besteht fast immer eine Vorstufe ohne Beschwerden, die bei etwa drei von hundert Menschen über fünfzig gefunden wird; sie geht mit etwa einem Prozent pro Jahr in ein Myelom über. Vier Zeichen führen zur Diagnose: Kalzium hoch, Niere eingeschränkt, Blutarmut, Knochenherde. Mit den heutigen Kombinationen leben viele zehn Jahre und länger — vor zwanzig Jahren waren es wenige Jahre.
Anhaltender Schmerz in Wirbelsäule, Rippen oder Becken, der in Ruhe und im Liegen bleibt oder zunimmt — anders als der gewöhnliche Rückenschmerz, der sich mit Bewegung und Lagewechsel ändert.
Ein Wirbel, der beim Bücken einbricht, eine Rippe, die beim Husten bricht, ein Verlust an Körpergrösse über Monate.
Müdigkeit und Blässe durch die Blutarmut; viel Durst, häufiges Wasserlassen, Verstopfung und Benommenheit durch ein erhöhtes Kalzium. Diese Kombination gehört rasch abgeklärt.
Die Nieren sind häufig mitbetroffen. Bleibender Schaum im Urin, geschwollene Knöchel und nachlassende Nierenwerte gehören ins Bild — und sind der Teil, der am meisten von einer frühen Behandlung profitiert.
Der Verlust an Muskelmasse bestimmt mit, wie gut eine Behandlung vertragen wird. Ausreichend Eiweiss über den Tag verteilt, zusammen mit Bewegung, ist der Teil, den man selbst in der Hand hat.
Ohne Vitamin D wird das Kalzium aus dem Essen nur zu einem Bruchteil aufgenommen. Es ist der Wert, der bei Knochen- und Gelenkbeschwerden am häufigsten zu tief liegt.
Der Baustoff selbst. Aus dem Essen ist er besser aufgehoben als aus der Dose: Hartkäse, Joghurt, kalziumreiches Mineralwasser, Mandeln, Brokkoli und angereicherte Pflanzendrinks.
Gehören zur Abklärung einer Blutarmut, die sonst vorschnell der Erkrankung oder der Behandlung zugeschrieben wird. Beide sind einfach zu messen und einfach zu ergänzen.
Aktiviert die Eiweisse, die das Kalzium in den Knochen einbauen. Grünes Blattgemüse und fermentierte Lebensmittel decken das — bei Blutverdünnung mit Cumarinen bleibt die Menge gleichmässig statt schwankend.
Der eine Punkt, der hier umgekehrt liegt: Bei dieser Erkrankung ist das Calcium im Blut oft ohnehin zu hoch, weil Knochen abgebaut wird. Zusätzliches Calcium gehört darum nicht dazu, ohne dass der Wert bekannt ist.
Hochdosiertes Vitamin C hebt bestimmte Behandlungen dieser Erkrankung im Labor auf — Bortezomib wird dadurch gehemmt. Das ist einer der wenigen sauber belegten Fälle, in denen ein Vitamin eine Therapie schwächt.
Bei Mangel klar sinnvoll und gut untersucht; für breitere Anwendungen gibt es weniger Daten. Fettlöslich — bei Hochdosis den Blutspiegel prüfen.
Bei Mangel — vegan, Ältere, bestimmte Medikamente — klar sinnvoll und gut belegt. Ohne Mangel kein Energieschub.
Das hohe Calcium kommt hier nicht aus der Nebenschilddrüse — dieses Hormon ist niedrig, weil der Knochen von den Tumorzellen selbst abgebaut wird. Genau diese Kombination ordnet den Befund ein.
Die Blutarmut hat zwei Gründe: verdrängtes Knochenmark und eine geschädigte Niere, die weniger EPO bildet. Deshalb hilft Eisen allein hier oft nicht.
Der Knochenabbau setzt bereits Calcium frei; der Spiegel im Blut ist oft schon erhöht. Darum wird hier nicht pauschal ergänzt, sondern nach Messung entschieden — anders als bei Osteoporose.
Die Eiweissbruchstücke belasten die Nieren. 2–3 Liter am Tag sind das übliche Ziel, sofern Herz und Nieren das zulassen — das wird mit der behandelnden Stelle festgelegt.
Der Satz stützt sich meist auf die PET: Dort wird schwach radioaktiv markierter Traubenzucker gespritzt, und der Tumor leuchtet auf. Das zeigt, dass Tumorzellen Zucker schneller aufnehmen als das Gewebe daneben — nicht, dass gegessener Zucker sie nährt. Man kommt nüchtern zur PET, und der Tumor leuchtet trotzdem; den Blutzucker hält der Körper selbst in engen Grenzen. Aushungern lässt er sich damit nicht. Einen belegten Zusammenhang gibt es dennoch, nur läuft er über das Körperfett: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) wertete 2016 die vorliegenden Studien aus und sah für dreizehn Krebsarten ausreichende Belege, dass fehlendes Übergewicht das Risiko senkt. Das betrifft die Vorbeugung — es ist keine Antwort auf die Frage, woher eine bestehende Erkrankung kommt.
Bewegung ist erwünscht, aber die Knochen sind brüchig. Stossbelastungen und starkes Verdrehen der Wirbelsäule werden vermieden — welche Übungen gehen, legt die Physiotherapie fest.