Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Xerostomie
Zuerst die Medikamentenliste, dann Trinken und Mundatmung, dann Blutzucker und trockene Augen.
Auch bekannt als: Mundtrockenheit · trockener Mund · wenig Speichel · pappiger Mund · Zunge klebt · Xerostomie · Durstgefühl im Mund
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Speichel ist mehr als Flüssigkeit: er spült, puffert Säure ab, hält Mineralien am Zahn und macht Sprechen und Schlucken leicht. Fehlt er, merkt man das schnell — an brennender Zunge, klebriger Mundschleimhaut, schlechterem Geschmack, Mundgeruch und, über längere Zeit, an deutlich mehr Karies. Der mit Abstand häufigste Grund sind Medikamente; mehrere hundert können den Speichel bremsen, allen voran Mittel gegen Allergien, Depression, Blasenschwäche, Bluthochdruck und Wasseransammlung. Danach kommen einfache Dinge: zu wenig trinken, Mundatmung nachts, Schnarchen, Rauchen, viel Alkohol oder Koffein. Ein hoher Blutzucker macht Mundtrockenheit zusammen mit Durst und häufigem Wasserlassen. Wenn zusätzlich die Augen trocken sind und Gelenke schmerzen, kann eine Erkrankung der Speicheldrüsen dahinterstehen, die sich gezielt abklären lässt. Auch eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich hinterlässt Trockenheit. Und Angst und Anspannung stellen den Speichel kurzfristig ab — das kennt jeder, der schon einmal vor Publikum gesprochen hat.
Verteilt über den Tag hilft mehr als grosse Mengen auf einmal.
Kaugummi oder Lutschtabletten mit Xylit regen den Speichel an und schützen den Zahn.
Weniger Speichel bedeutet mehr Karies — engere Kontrollen sind sinnvoll.
Eine freie Nase und ein etwas feuchteres Schlafzimmer ändern oft mehr als jedes Spray.
Zuckerfreie Pastillen, Salbeibonbons oder ein Stück Ingwer im Mund behalten, mehrmals täglich nach Bedarf.
Eine fetthaltige Pflege ohne Duftstoffe mehrmals täglich auftragen, nicht lecken, im Winter vor dem Rausgehen.
Künstlicher Speichel und Gele ersetzen die Flüssigkeit für ein bis zwei Stunden — sie ersetzen nicht, was der Speichel sonst tut: Mineralien für den Zahnschmelz, Abwehrstoffe, Verdauung. Deshalb steigt die Kariesgefahr, und deshalb gehört Fluorid dazu. Pilocarpin regt die Drüsen an, wenn noch Gewebe da ist. Über vierhundert Medikamente trocknen den Mund aus — das ist mit Abstand der häufigste Grund, und ein Blick auf die Liste bringt oft mehr als jedes Gel.
Ein gesunder Mensch bildet ein bis anderthalb Liter Speichel am Tag, in Ruhe etwa 0,3 Milliliter pro Minute — unter 0,1 gilt als deutlich vermindert. Nachts sinkt die Bildung ohnehin fast auf null, daher der trockene Mund am Morgen. Über vierhundert Medikamente wirken austrocknend, und die Zahl der eingenommenen Mittel zählt dabei mehr als das einzelne. Nach einer Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich erholt sich die Bildung über sechs bis vierundzwanzig Monate, oft nicht vollständig.
Der häufigste Grund überhaupt — der zeitliche Zusammenhang klärt es meist.
Spricht für Mundatmung und Schnarchen in der Nacht.
Diese Kombination gehört gezielt abgeklärt, besonders mit Gelenkbeschwerden.
Blutzucker prüfen lassen — die Kombination ist zu typisch, um sie zu übergehen.
Trockener Mund mit Durst und häufigem Wasserlassen ist ein klassisches Trio.
Wird geprüft, wenn Mund und Augen zugleich trocken sind — als Wegweiser, nicht als Beweis.
Ein unspezifischer, aber hilfreicher Begleitwert bei entzündlichem Verdacht.
Zahnfleisch, das schon bei leichter Berührung blutet, gehört zu den ersten Zeichen eines Mangels. Er ist heute selten, kommt aber bei sehr einseitiger Ernährung und bei Alkohol vor.
Wiederkehrende Aphten, eine glatte brennende Zunge und eingerissene Mundwinkel weisen auf einen Mangel hin — der Mund zeigt das oft, bevor es im Blutbild steht.
Der Kieferknochen, der die Zähne hält, unterliegt demselben Auf- und Abbau wie jeder andere Knochen. Für ihn zählt dasselbe wie für die Hüfte.
Speichel ist der natürliche Schutz von Zähnen und Schleimhaut. Ein trockener Mund — durch Medikamente, Mundatmung oder zu wenig Trinken — erhöht Karies, Mundgeruch und Pilzbefall gleichzeitig.
Bei trockenem Mund fehlt der Speichel als Schutz, und die Mundflora verschiebt sich. Untersucht sind Lutschtabletten über 4–12 Wochen für Mundgeruch und Belag; auf die Speichelmenge wirken sie nicht.
Ein Mangel trocknet Schleimhäute und Augen aus — in Europa ist er selten. Zu viel ist hier das häufigere Thema: über 3000 µg am Tag über Monate schadet Leber und Knochen, in der Schwangerschaft dem Kind.
Bei Mangel — vegan, Ältere, bestimmte Medikamente — klar sinnvoll und gut belegt. Ohne Mangel kein Energieschub.
Trockener Mund mit ständigem Durst und grossen Urinmengen führt auf dieses Hormon — entweder fehlt es, oder die Niere hört nicht darauf. Das ist selten, aber es hat einen Namen und eine Behandlung.
Der häufigere Grund für dieselbe Kombination ist ein zu hoher Zucker. Ein einziger Nüchternwert klärt, welche der beiden Richtungen es ist.
1.5–2 Liter am Tag in kleinen Portionen halten die Schleimhaut feucht. Koffein und Alkohol trocknen aus; über 400 Medikamente tun es ebenfalls — die Liste lohnt den Blick.
Zuckerfreies Kaugummi mit Xylit, Saures und festes Kauen regen den Fluss an. Bei trockenem Mund steigt zugleich das Kariesrisiko deutlich — darum zuckerfrei.
Häufig kleine Schlucke wirken besser als selten viel; zuckerfreies Kauen regt den Speichel an.
Gels und Sprays mit Aloe werden bei trockener Mundschleimhaut traditionell genutzt.