Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Meist harmlos und oft eine Frage von Flüssigkeit, Salzen und Dehnung — selten ein Krankheitszeichen.
Auch bekannt als: Krampf · Wadenkrampf · nächtliche Beinkrämpfe
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Plötzliche, schmerzhafte Verhärtungen eines Muskels, meist in der Wade und oft nachts. Bei den meisten Menschen lässt sich keine Krankheit dahinter finden — begünstigend wirken ungewohnte Belastung, Flüssigkeitsmangel, langes Stehen und zunehmendes Alter. Manchmal stecken aber behebbare Ursachen dahinter: Magnesium- oder Kaliummangel, eine Schilddrüsenunterfunktion, Durchblutungsstörungen der Beine oder entwässernde Medikamente. Im Moment des Krampfs hilft Dehnen — bei der Wade die Fussspitze zum Schienbein ziehen. Vorbeugend: regelmässiges Dehnen und ausreichend trinken. Häufige, sehr schmerzhafte Krämpfe oder solche mit Muskelschwäche gehören abgeklärt.
Krämpfe zusammen mit Muskelschwäche und Herzstolpern sprechen für einen tiefen Kaliumwert, meist unter entwässernden Tabletten. Kalium und Magnesium gehören dann zusammen betrachtet.
Die zuverlässigste Quelle — Blattgemüse, Kürbiskerne, Mandeln, Bohnen, Hafer.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann Magnesium sich anreichern — Supplement nur ärztlich abgestimmt.
Im Krampf das Bein strecken und die Fussspitze kräftig zum Körper ziehen, 30 Sekunden halten, danach die Wade ausstreichen.
Ein Wadenkrampf dauert Sekunden bis wenige Minuten; die Muskelkater-artige Empfindlichkeit danach hält bis zu einem Tag. Bis zu sechzig von hundert Erwachsenen erleben nächtliche Krämpfe, mit dem Alter häufiger. Magnesium hat in Untersuchungen bei nächtlichen Krämpfen ohne nachgewiesenen Mangel kaum etwas verändert; bei Schwangeren zeigte sich ein Nutzen. Dehnen der Wade vor dem Schlafen senkte in Studien die Häufigkeit innert sechs Wochen.
Chinin wirkt bei nächtlichen Krämpfen messbar, wird aber wegen seltener, ernster Blutbildstörungen kaum noch verordnet — das ist ein Beispiel dafür, dass Wirksamkeit und Einsatz zwei verschiedene Fragen sind. Magnesium wirkt bei nachgewiesenem Mangel und in der Schwangerschaft; ohne Mangel zeigen die Studien wenig. Was zuverlässig hilft, kostet nichts: Dehnen der Wade im Krampf beendet ihn in Sekunden, Dehnen vor dem Schlafen senkt die Häufigkeit über sechs Wochen.
Ein plötzliches, hartes Zusammenziehen, das Sekunden bis Minuten dauert und einen Muskelkater für Stunden hinterlässt. Das ist die mit Abstand häufigste Form und meist harmlos.
Krämpfe, die bei langer Belastung und starkem Schwitzen auftreten, hängen mit Flüssigkeit, Salz und Ermüdung zusammen — und sie kündigen sich oft mit Zucken an.
Krämpfe zusammen mit bleibender Schwäche, Muskelschwund, Taubheit, dunklem Urin nach Belastung, oder Krämpfe an Rumpf, Händen und Kiefer statt an den Waden. Dann wird weiter gesucht.
Entwässernde Mittel, Cholesterinsenker, bestimmte Asthmamittel und Blutdruckmittel gehören zu den häufigsten Auslösern. Dazu Kalium, Magnesium, Kalzium, Natrium, Schilddrüse und Zuckerwerte.
Das meistgenommene Mittel dagegen — und eines der am schlechtesten belegten. Bei älteren Menschen fanden gute Studien keinen Unterschied zu Scheinpräparat; in der Schwangerschaft und bei nachgewiesenem Mangel schon. 200–400 mg am Tag über 4 Wochen zeigt, ob es der Grund war.
Beim Krampf nach langem Schwitzen ist Natrium der fehlende Teil, nicht Magnesium — 0.5–0.7 g Natrium pro Liter ersetzt, was mit dem Schweiss ging. Wer nur Wasser nachtrinkt, verdünnt zusätzlich.
Entwässernde Medikamente senken Kalium, und dann kommen die Krämpfe. Der Wert gehört gemessen, bevor ergänzt wird — bei eingeschränkter Niere ist zu viel Kalium gefährlicher als zu wenig.
Eine Unterfunktion macht Muskelkrämpfe, Steifigkeit und Muskelschmerz — oft bevor irgendetwas anderes auffällt. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen ohne Erklärung ist das der Wert mit der besten Trefferquote.
Zu wenig Calcium im Blut senkt die Reizschwelle der Nerven — Krämpfe und Kribbeln um den Mund sind die typische Kombination. Nach einer Schilddrüsenoperation ist das die Frage, die zuerst gestellt gehört.
Entwässernde Medikamente und ein zu hoher Aldosteronspiegel treiben Kalium aus. Krämpfe zusammen mit Muskelschwäche und hohem Blutdruck sind das Muster, bei dem sich die Frage nach dem Conn-Syndrom lohnt.
Bei nächtlichen Wadenkrämpfen älterer Menschen zeigten Studien mit 300 mg am Tag keinen Unterschied zu Scheinpräparat. In der Schwangerschaft fanden einzelne Studien einen Nutzen. Beides gehört nebeneinander gesagt.
Bei starkem Schwitzen über Stunden gehen 0.5–1.5 g Natrium je Liter Schweiss mit. Wer dann nur Wasser trinkt, verdünnt zusätzlich — hier sind Elektrolytgetränke oder gesalzene Speisen gemeint, nicht der Alltag.
Der Klassiker; in Studien bei nächtlichen Wadenkrämpfen älterer Menschen wirkte er kaum besser als Placebo.
Wärme und langsames Dehnen im Krampf lösen ihn schneller als jedes Mittel.
Genug trinken und Salz nach starkem Schwitzen sind die häufigste übersehene Ursache.
Das überlieferte Krampfkraut — traditionell bei Waden- und Unterleibskrämpfen als Tee. Untersucht ist es kaum; die Erfahrung ist alt, die Datenlage dünn.
Enthält wie die Weide Salicylverbindungen. Bei Muskelschmerz traditionell verwendet, bei Aspirin-Unverträglichkeit ebenso zu meiden.
Das überlieferte Krampföl, verdünnt in die Wade massiert. Die Massage selbst löst den Krampf — das Öl macht sie angenehmer und riecht danach.
Am Abend in einem Fussbad oder als Wadenmassage. Bei nächtlichen Krämpfen lohnt zuerst der Blick auf Magnesium und die Schilddrüse.
Die Leber „beherrscht die Sehnen" — Krämpfe, Steifigkeit und Zucken gehören in der TCM alle dorthin. Der heutige Weg führt über Magnesium, Schilddrüse und Flüssigkeit.
Der Sehnenpunkt, unterhalb des Knies aussen. Bei Wadenkrämpfen traditionell mit Massage und Wärme kombiniert.
Hinterlegte Werte: 3 · 4 · 7 · 10 · 174 · 285 · 417 · 2130 · 3140 · 3360 · 7410 Hz