Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Otalgia
Bei Kindern häufig und meist selbstlimitierend — Schmerzlinderung ist wichtiger als sofortige Antibiotika.
Auch bekannt als: Ohrenweh · Otalgie · Mittelohrentzündung · Gehörgangsentzündung · Otitis
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Ohrenschmerzen sind unangenehm, aber meist gut behandelbar und selten gefährlich. Häufige Ursachen sind eine Mittelohrentzündung (oft nach einer Erkältung, besonders bei Kindern), eine Entzündung des äusseren Gehörgangs (etwa nach dem Schwimmen — „Schwimmerohr“) oder schlicht festes Ohrenschmalz. Manchmal kommt der Schmerz gar nicht aus dem Ohr selbst, sondern strahlt von den Zähnen, dem Kiefergelenk oder dem Hals dorthin aus. Viele Mittelohrentzündungen sind viral und bessern sich von selbst; oft geht es zunächst darum, den Schmerz zu lindern. Wichtig sind einige Warnzeichen — vor allem eine schmerzhafte Rötung/Schwellung hinter dem Ohr, hohes Fieber oder plötzlicher Hörverlust —, bei denen man zeitnah ärztlich abklären sollte.
Bewährte Schmerzmittel und Wärme (z. B. ein warmes Tuch) helfen oft gut über die ersten Tage.
Bei Gehörgangsreizung Wasser meiden, nichts ins Ohr stecken; hartes Ohrenschmalz lässt die Ärztin/der Arzt sanft entfernen.
Bei starken/anhaltenden Schmerzen, Fieber, Ausfluss, Hörverlust — und bei kleinen Kindern eher früher.
Schwellung/Rötung hinter dem Ohr, hohes Fieber, plötzliche Schwerhörigkeit → nicht abwarten, rasch abklären.
Ein Kirschkernkissen oder eine warme Kompresse handwarm auflegen, 15 bis 20 Minuten, den Kopf beim Liegen erhöhen.
Bei Kindern heilen etwa achtzig von hundert Mittelohrentzündungen innert zwei bis drei Tagen ohne Antibiotikum ab — deshalb wird bei über Zweijährigen ohne schweres Krankheitsgefühl oft zwei Tage abgewartet. Unter zwei Jahren und bei beidseitigem Befall wird eher behandelt. Ein Paukenerguss nach der Entzündung braucht bis zu drei Monate, bis das Gehör wieder normal ist; das ist kein Rückfall.
Abschwellende Nasentropfen öffnen die Nase, nicht die Ohrtrompete — für das Mittelohr ist ihr Nutzen in Studien nicht zu zeigen gewesen. Was wirkt, ist ein Schmerzmittel, und zwar früh und ausreichend dosiert. Ein Antibiotikum verkürzt den Schmerz um etwa einen Tag und ist bei Kindern über zwei Jahren ohne schweres Krankheitsgefühl oft nicht der erste Schritt. Ohrentropfen erreichen das Mittelohr nicht, solange das Trommelfell geschlossen ist.
Schlucken, gähnen, kauen; wenn nötig Nase zuhalten und ganz sanft dagegen ausatmen. Kräftiges Pressen kann das Trommelfell schädigen.
Oft nach einer Erkältung, besonders bei Kindern — häufig viral und selbstheilend, Schmerzlinderung steht im Vordergrund.
Eine Gehörgangsentzündung („Schwimmerohr“) oder festes Ohrenschmalz kann drücken und schmerzen — nicht mit Wattestäbchen bohren.
Manchmal strahlt der Schmerz von Zähnen, Kiefergelenk oder Hals ins Ohr, obwohl das Ohr selbst gesund ist.
Ein druckschmerzhafter, geröteter Knochen hinter dem Ohr mit Fieber kann ernst sein → rasch ärztlich abklären.
Plötzliche Schwerhörigkeit, eitriger/blutiger Ausfluss mit Fieber oder starke Schmerzen bei Säuglingen → zeitnah zum Arzt.
Meist wird das Ohr direkt untersucht; bei stärkerem Infekt kann CRP zur Einordnung helfen.
Fieber, Schwitzen und schnellere Atmung erhöhen den Bedarf deutlich. Genug zu trinken hält den Schleim dünn und den Kreislauf stabil — bei Kindern und älteren Menschen ist es der wichtigste Punkt überhaupt.
Bei niedrigen Spiegeln treten Atemwegsinfekte etwas häufiger auf; der Ausgleich eines Mangels ist sinnvoll, eine hohe Einzeldosis im Infekt wirkt darauf nicht.
Wird für die Abwehrzellen gebraucht. Für Lutschtabletten bei der Erkältung gibt es Hinweise auf eine leicht verkürzte Dauer, wenn früh begonnen wird; über Monate hochdosiert senkt Zink das Kupfer.
Antikörper und Abwehrzellen sind Eiweiss. Bei mehreren Tagen mit wenig Appetit lohnt es sich, wenigstens die Eiweissmenge zu halten — Suppe mit Ei, Quark, Joghurt, Linsen.
Bei Kindern mit wiederkehrenden Mittelohrentzündungen zeigte eine kleine Studie mit 25 µg (1000 IE) am Tag über 4 Monate weniger Rückfälle. Auf den akuten Schmerz wirkt es nicht.
Bestimmte Stämme wurden bei Kindern zur Vorbeugung untersucht; der Unterschied ist klein. Öl oder Tropfen ins Ohr gehören nicht dazu, solange nicht klar ist, ob das Trommelfell dicht ist.
Bei Kindern mit wiederkehrenden Mittelohrentzündungen zeigte eine kleine Studie mit Vitamin D über vier Monate weniger Rückfälle. Auf den akuten Schmerz wirkt es nicht — dort zählen Schmerzmittel und Zeit.
Ohrenschmerz ohne Befund am Ohr kommt oft von woanders — Kiefergelenk, Zähne, Halswirbelsäule, Mandeln. Der Nerv, der das Ohr versorgt, versorgt auch diese Gegenden; deshalb wird der Schmerz dorthin gemeldet.
Schmerzt das Ohr beim Kauen, kommt es oft vom Kiefergelenk und nicht aus dem Ohr. Weiche Kost für einige Tage unterscheidet die beiden schneller als jede Untersuchung.
Ein warmer Wickel lindert. Zwiebelwickel sind das klassische Hausmittel; kontrollierte Studien fehlen, das Risiko ist gering. Bei Ausfluss aus dem Ohr gehört nichts Warmes und nichts Flüssiges hinein.