Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Das Immunsystem hält Pollen für einen Angreifer — unangenehm, aber gut behandelbar, und Behandlung schützt auch die Bronchien.
Auch bekannt als: Allergische Rhinitis
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Das Immunsystem stuft ein harmloses Eiweiss aus Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaaren als Angreifer ein und bildet dagegen Antikörper. Bei jedem weiteren Kontakt setzen Mastzellen in der Nasenschleimhaut Histamin frei — daher das Niesen, die laufende Nase, die juckenden Augen. Zwei Dinge werden dabei regelmässig unterschätzt. Erstens die Erschöpfung: Eine verstopfte Nase stört den Schlaf, und die Müdigkeit am Tag kommt oft nicht vom Medikament, sondern von der schlechten Nacht. Zweitens der Weg nach unten. Ein unbehandelter Heuschnupfen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass später die Bronchien mitmachen und daraus Asthma wird — man spricht vom Etagenwechsel. Behandlung ist deshalb nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit. Antihistamine wirken gegen Niesen und Jucken; gegen eine verstopfte Nase wirken kortisonhaltige Nasensprays besser, brauchen aber einige Tage und gehören regelmässig genommen, nicht bei Bedarf. Abschwellende Nasensprays sind eine kurze Hilfe und nach wenigen Tagen ein eigenes Problem, weil die Schleimhaut sich daran gewöhnt. Die einzige Behandlung, die an der Ursache ansetzt, ist die Hyposensibilisierung über Jahre.
Kortisonhaltige Sprays brauchen mehrere Tage, bis sie wirken. Wer sie nur an schlimmen Tagen nimmt, erlebt sie als wirkungslos.
Nach etwa einer Woche gewöhnt sich die Schleimhaut daran und schwillt ohne das Spray noch stärker an. Aus der Hilfe wird die Ursache.
Pollen sitzen in den Haaren und landen sonst die ganze Nacht auf dem Kissen. Wäsche in der Pollenzeit drinnen trocknen gehört dazu.
Als Einzige setzt sie an der Ursache an, dauert drei Jahre und lohnt sich vor allem, wenn wenige Auslöser bekannt sind und die Beschwerden gross.
Bei Hausstaubmilben bringt der Überzug für Matratze und Kissen am meisten. Teure Rundumsanierungen tun das selten.
Abends Haare waschen, Tageskleidung nicht im Schlafzimmer ablegen, tagsüber Fenster zu, nachts kurz lüften.
Neun Gramm Salz auf einen Liter abgekochtes und abgekühltes Wasser, mit Kanne oder Dusche ein- bis zweimal täglich spülen.
Antihistaminika besetzen den Rezeptor, an dem Histamin wirkt; Kortison-Sprays senken die Entzündung in der Nase. Beide unterdrücken die Reaktion, solange sie genommen werden. Was das Immunsystem selbst umlernt, ist die Hyposensibilisierung — über drei bis fünf Jahre.
Etwa zwanzig bis dreissig von hundert Menschen sind betroffen, mit steigender Tendenz. Die Beschwerden folgen dem Pollenflug: Hasel und Erle ab Januar, Birke März bis Mai, Gräser Mai bis Juli, Beifuss und Ambrosia im Spätsommer. Das Cortison-Nasenspray braucht drei bis sieben Tage bis zur vollen Wirkung und wirkt besser, wenn es ein bis zwei Wochen vor der Saison begonnen wird. Eine Hyposensibilisierung dauert drei Jahre und wirkt danach über Jahre weiter.
Salzwasser spült Pollen und Sekret ab und hält die Schleimhaut feucht. Kräftiges beidseitiges Schnäuzen presst Sekret in Nebenhöhlen und Ohr.
Klar und wässrig, nicht gelblich. Farbiger Schleim mit Fieber spricht eher für einen Infekt als für eine Allergie.
Das Jucken der Augen trennt die Allergie am besten von der Erkältung. Erkältungen jucken selten.
Im Liegen schwillt die Schleimhaut stärker an. Wer morgens mit trockenem Mund und Kopfweh aufwacht, hat oft die Nacht durch den Mund geatmet.
In der Pollenzeit fallen Prüfungen und Arbeit schwerer. Der Grund ist meist der gestörte Schlaf, nicht der Wirkstoff — moderne Antihistamine machen die wenigsten müde.
Bei Birkenpollen kribbeln oft Apfel, Kirsche, Nuss oder Karotte im Mund, gekocht dagegen nicht. Das ist eine Kreuzreaktion und selten gefährlich, gehört aber erwähnt.
Das ist das Zeichen, dass die Bronchien mitmachen. Es gehört gemeldet, weil dann aus dem Schnupfen ein Asthma wird — und weil frühe Behandlung genau das bremst.
Wer auf Birkenpollen reagiert, bekommt oft ein Kribbeln im Mund bei Apfel, Kirsche, Nuss oder Karotte. Erhitzt sind sie meist verträglich — gebackener Apfel geht, roher nicht. Das betrifft etwa jeden zweiten Birkenpollen-Allergiker.
Wenn die Pollenbelastung ohnehin hoch ist, kann histaminreiche Kost — Rotwein, gereifter Käse, geräucherter Fisch — die Beschwerden verstärken. Ausserhalb der Saison spielt sie meist keine Rolle.
Nasenspülungen mit Salzwasser sind die einfachste und am besten untersuchte Selbsthilfe.
In mehreren Studien bei allergischem Schnupfen untersucht, mit gemischtem Ergebnis.
Brennnesselblatt wird bei Heuschnupfen traditionell genutzt; die Studien sind klein.
Die milde Eukalyptus-Sorte, auch für Kinder ab sechs Jahren gebräuchlich. Als Inhalation über der Schüssel, nicht direkt unter die Nase.
In der Erkältungszeit das meistverwendete Öl überhaupt, verdünnt auf Brust und Rücken. Untersucht ist wenig; verbreitet ist es sehr.
Ähnlich verwendet und etwas milder. Bei Säuglingen und Kleinkindern gehören Eukalyptus, Minze und Kampfer nicht ans Gesicht — sie können den Atem stocken lassen.