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Heuschnupfen

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Das Immunsystem hält Pollen für einen Angreifer — unangenehm, aber gut behandelbar, und Behandlung schützt auch die Bronchien.

Auch bekannt als: Allergische Rhinitis

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Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.

Das Immunsystem stuft ein harmloses Eiweiss aus Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaaren als Angreifer ein und bildet dagegen Antikörper. Bei jedem weiteren Kontakt setzen Mastzellen in der Nasenschleimhaut Histamin frei — daher das Niesen, die laufende Nase, die juckenden Augen. Zwei Dinge werden dabei regelmässig unterschätzt. Erstens die Erschöpfung: Eine verstopfte Nase stört den Schlaf, und die Müdigkeit am Tag kommt oft nicht vom Medikament, sondern von der schlechten Nacht. Zweitens der Weg nach unten. Ein unbehandelter Heuschnupfen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass später die Bronchien mitmachen und daraus Asthma wird — man spricht vom Etagenwechsel. Behandlung ist deshalb nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit. Antihistamine wirken gegen Niesen und Jucken; gegen eine verstopfte Nase wirken kortisonhaltige Nasensprays besser, brauchen aber einige Tage und gehören regelmässig genommen, nicht bei Bedarf. Abschwellende Nasensprays sind eine kurze Hilfe und nach wenigen Tagen ein eigenes Problem, weil die Schleimhaut sich daran gewöhnt. Die einzige Behandlung, die an der Ursache ansetzt, ist die Hyposensibilisierung über Jahre.

Hebel & Wege

studienbasiertNasenspray regelmässig, nicht bei Bedarf

Kortisonhaltige Sprays brauchen mehrere Tage, bis sie wirken. Wer sie nur an schlimmen Tagen nimmt, erlebt sie als wirkungslos.

studienbasiertAbschwellende Sprays nur wenige Tage

Nach etwa einer Woche gewöhnt sich die Schleimhaut daran und schwillt ohne das Spray noch stärker an. Aus der Hilfe wird die Ursache.

studienbasiertVor dem Schlafen Haare waschen

Pollen sitzen in den Haaren und landen sonst die ganze Nacht auf dem Kissen. Wäsche in der Pollenzeit drinnen trocknen gehört dazu.

studienbasiertHyposensibilisierung besprechen

Als Einzige setzt sie an der Ursache an, dauert drei Jahre und lohnt sich vor allem, wenn wenige Auslöser bekannt sind und die Beschwerden gross.

assoziiertMilben: Bettzeug statt ganzer Wohnung

Bei Hausstaubmilben bringt der Überzug für Matratze und Kissen am meisten. Teure Rundumsanierungen tun das selten.

traditionellPollen aus dem Schlafzimmer halten

Abends Haare waschen, Tageskleidung nicht im Schlafzimmer ablegen, tagsüber Fenster zu, nachts kurz lüften.

traditionellNasenspülung mit Salzwasser

Neun Gramm Salz auf einen Liter abgekochtes und abgekühltes Wasser, mit Kanne oder Dusche ein- bis zweimal täglich spülen.

studienbasiertWas das Mittel tut — und was nicht

Antihistaminika besetzen den Rezeptor, an dem Histamin wirkt; Kortison-Sprays senken die Entzündung in der Nase. Beide unterdrücken die Reaktion, solange sie genommen werden. Was das Immunsystem selbst umlernt, ist die Hyposensibilisierung — über drei bis fünf Jahre.

InfoZahlen und Zeiträume

Etwa zwanzig bis dreissig von hundert Menschen sind betroffen, mit steigender Tendenz. Die Beschwerden folgen dem Pollenflug: Hasel und Erle ab Januar, Birke März bis Mai, Gräser Mai bis Juli, Beifuss und Ambrosia im Spätsommer. Das Cortison-Nasenspray braucht drei bis sieben Tage bis zur vollen Wirkung und wirkt besser, wenn es ein bis zwei Wochen vor der Saison begonnen wird. Eine Hyposensibilisierung dauert drei Jahre und wirkt danach über Jahre weiter.

studienbasiertSpülen statt kräftig schnäuzen

Salzwasser spült Pollen und Sekret ab und hält die Schleimhaut feucht. Kräftiges beidseitiges Schnäuzen presst Sekret in Nebenhöhlen und Ohr.

Mögliche Beschwerden

studienbasiertNiesen in Salven, wässriges Laufen

Klar und wässrig, nicht gelblich. Farbiger Schleim mit Fieber spricht eher für einen Infekt als für eine Allergie.

studienbasiertJuckende, tränende Augen

Das Jucken der Augen trennt die Allergie am besten von der Erkältung. Erkältungen jucken selten.

studienbasiertVerstopfte Nase in der Nacht

Im Liegen schwillt die Schleimhaut stärker an. Wer morgens mit trockenem Mund und Kopfweh aufwacht, hat oft die Nacht durch den Mund geatmet.

studienbasiertMüdigkeit und schlechte Konzentration

In der Pollenzeit fallen Prüfungen und Arbeit schwerer. Der Grund ist meist der gestörte Schlaf, nicht der Wirkstoff — moderne Antihistamine machen die wenigsten müde.

assoziiertJucken am Gaumen bei rohem Obst

Bei Birkenpollen kribbeln oft Apfel, Kirsche, Nuss oder Karotte im Mund, gekocht dagegen nicht. Das ist eine Kreuzreaktion und selten gefährlich, gehört aber erwähnt.

studienbasiertPfeifen oder Husten beim Sport

Das ist das Zeichen, dass die Bronchien mitmachen. Es gehört gemeldet, weil dann aus dem Schnupfen ein Asthma wird — und weil frühe Behandlung genau das bremst.

Blutwerte

studienbasiertSpezifisches IgE

Bestätigt die Sensibilisierung.

assoziiertEosinophile

Können bei Allergie erhöht sein.

Nährstoffe

traditionellVitamin C

Als „Antihistamin“ verbreitet; dazu gibt es wenige Studien.

Supplemente

traditionellQuercetin

Viel genutzt; dazu gibt es wenige Studien.

traditionellVitamin C

Als Zusatz verbreitet.

Hormone

studienbasiertHistamin (Mediator)

Direkter Auslöser der Symptome.

Nahrung

studienbasiertKreuzreaktionen zwischen Pollen und Obst

Wer auf Birkenpollen reagiert, bekommt oft ein Kribbeln im Mund bei Apfel, Kirsche, Nuss oder Karotte. Erhitzt sind sie meist verträglich — gebackener Apfel geht, roher nicht. Das betrifft etwa jeden zweiten Birkenpollen-Allergiker.

assoziiertHistaminreiches in der Pollenzeit

Wenn die Pollenbelastung ohnehin hoch ist, kann histaminreiche Kost — Rotwein, gereifter Käse, geräucherter Fisch — die Beschwerden verstärken. Ausserhalb der Saison spielt sie meist keine Rolle.

Alternative Ansätze — was Menschen nutzen

studienbasiertErnährungsumstellung

Nasenspülungen mit Salzwasser sind die einfachste und am besten untersuchte Selbsthilfe.

studienbasiertVitamin C

Wird bei allergischem Schnupfen viel genommen; die Wirkung ist klein.

studienbasiertProbiotika

In mehreren Studien bei allergischem Schnupfen untersucht, mit gemischtem Ergebnis.

Wildkräuter — was traditionell verwendet wird

traditionellBrennnessel

Brennnesselblatt wird bei Heuschnupfen traditionell genutzt; die Studien sind klein.

Ätherische Öle — Anwendung und Grenzen

traditionellEukalyptus radiata

Die milde Eukalyptus-Sorte, auch für Kinder ab sechs Jahren gebräuchlich. Als Inhalation über der Schüssel, nicht direkt unter die Nase.

traditionellRavintsara

In der Erkältungszeit das meistverwendete Öl überhaupt, verdünnt auf Brust und Rücken. Untersucht ist wenig; verbreitet ist es sehr.

InfoNiaouli

Ähnlich verwendet und etwas milder. Bei Säuglingen und Kleinkindern gehören Eukalyptus, Minze und Kampfer nicht ans Gesicht — sie können den Atem stocken lassen.

TCM — wie es dort gesehen wird

traditionellDi 20 · Yingxiang (LI20)

Wird bei Schnupfen jeder Ursache gedrückt, mehrmals täglich.

traditionellLu 7 · Lieque (LU7)

Gehört zum Lungen-Meridian, dem die Nase in der TCM zugeordnet ist.

Frequenzen — was dazu hinterlegt ist

traditionellHeuschnupfen

Hinterlegte Werte: 20 · 727 · 787 · 880 · 5000 Hz