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Krätze (Skabies)

Scabies

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Nachts am schlimmsten, an typischen Stellen, und mehrere im Haushalt — behandelt werden alle am selben Tag.

Auch bekannt als: Skabies · Milbenbefall der Haut · Scabies

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Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.

Die Krätze wird von einer Milbe verursacht, die Gänge in die oberste Hautschicht gräbt und dort Eier ablegt. Der Juckreiz beginnt beim ersten Befall erst nach zwei bis sechs Wochen, denn er ist eine Reaktion der Abwehr auf die Milbe und nicht auf den Stich selbst — bei einem erneuten Befall kommt er innert Tagen. Typisch sind drei Dinge: Er ist nachts und in der Bettwärme am stärksten, er sitzt an bestimmten Stellen — zwischen den Fingern, an den Handgelenken, in den Achselfalten, um den Nabel, am Gürtel, an den Brustwarzen und im Genitalbereich —, und es juckt meist mehrere Menschen im selben Haushalt. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind auch Kopf, Handflächen und Fusssohlen betroffen. Die Milben werden durch längeren, engen Hautkontakt weitergegeben, seltener über Bettzeug und Kleider. Es ist keine Frage von Sauberkeit, und häufigeres Waschen verschlimmert es. Behandelt wird mit einer Creme oder Tabletten — und immer alle im Haushalt am selben Tag, auch die, die noch nichts spüren. Nach erfolgreicher Behandlung juckt es oft noch zwei bis vier Wochen weiter; das ist kein Zeichen des Versagens.

Hebel & Wege

assoziiertAlle im Haushalt am selben Tag behandeln

Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Wer nacheinander behandelt, steckt sich gegenseitig wieder an — auch beschwerdefreie Personen mit engem Kontakt gehören dazu.

assoziiertDie Creme wirklich überall auftragen

Vom Hals bis zu den Zehen, auch zwischen Fingern und Zehen, unter den Nägeln, am Nabel, in den Pofalte und an den Genitalien. Bei Säuglingen und älteren Menschen zusätzlich Kopfhaut und Gesicht. Acht bis zwölf Stunden einwirken lassen, danach abwaschen.

assoziiertDie Behandlung nach einer Woche wiederholen

Die Mittel wirken auf die Milben, nicht zuverlässig auf die Eier. Die zweite Anwendung nach sieben bis vierzehn Tagen fängt das ab, was inzwischen geschlüpft ist.

assoziiertWäsche: heiss waschen oder drei Tage einpacken

Bettwäsche, Handtücher und getragene Kleider der letzten Tage bei sechzig Grad waschen. Was nicht heiss gewaschen werden kann, drei Tage in einem geschlossenen Sack lassen — ohne Haut überlebt die Milbe das nicht. Die ganze Wohnung zu desinfizieren ist nicht nötig.

assoziiertDer Juckreiz danach ist normal

Zwei bis vier Wochen weiterjucken heisst nicht, dass die Behandlung versagt hat — die Reaktion der Haut klingt langsamer ab als die Milben verschwinden. Rückfettende Pflege und ein Mittel gegen den Juckreiz helfen über diese Zeit; eine dritte Behandlung braucht es meist nicht.

assoziiertNicht als trockene Haut weiterbehandeln

Wenn Feuchtigkeitspflege und Cortisoncreme über Wochen nichts bringen und es nachts schlimmer ist als tagsüber, gehört die Haut noch einmal genau angeschaut — mit dem Auflichtmikroskop.

assoziiertBei dicken Krusten ist es dringend

Die sehr ausgedehnte Form mit dicken, schuppigen Krusten tritt bei stark geschwächter Abwehr auf, juckt manchmal kaum und ist ausserordentlich ansteckend. Sie wird mit Creme und Tabletten zugleich behandelt.

assoziiertEs ist keine Frage der Sauberkeit

Die Milbe braucht Hautkontakt, nicht Schmutz. Häufigeres und schärferes Waschen trocknet die Haut aus und verstärkt den Juckreiz. Diese Auskunft nimmt die Scham — und die Scham ist der Grund, warum viele zu spät kommen.

studienbasiertDie Milbe im Überblick

Wo sie sitzt, woran man den Gang erkennt, wer mitbehandelt wird und warum die Wäsche weniger wichtig ist als der zweite Behandlungstag.

InfoWas das Mittel tut — und was nicht

Permethrin-Creme tötet die Milben in einer Anwendung; Ivermectin als Tablette braucht zwei Gaben im Abstand von sieben bis vierzehn Tagen, weil sie die Eier nicht erfasst. Der Juckreiz bleibt danach zwei bis vier Wochen bestehen — das ist die Reaktion auf die abgestorbenen Milben und kein Zeichen für ein Versagen; genau hier wird oft unnötig nachbehandelt. Alle Kontaktpersonen im Haushalt werden gleichzeitig behandelt, auch ohne Beschwerden, sonst geht es hin und her.

InfoZahlen und Zeiträume

Von der Ansteckung bis zum Juckreiz vergehen beim ersten Mal zwei bis sechs Wochen — deshalb ist die Ansteckungskette so schwer zu erkennen. Bei erneuter Ansteckung sind es ein bis vier Tage. Die Übertragung braucht engen Hautkontakt über etwa fünf bis zehn Minuten; ein Händedruck reicht nicht. Ausserhalb des Menschen überleben die Milben zwei bis drei Tage. Der Juckreiz nach erfolgreicher Behandlung hält zwei bis vier Wochen an.

Mögliche Beschwerden

assoziiertDer Juckreiz ist nachts am stärksten

In der Bettwärme wird er unerträglich, tagsüber ist er erträglich. Wer deswegen nicht schlafen kann, beschreibt damit eines der zuverlässigsten Merkmale.

assoziiertEs juckt an typischen Stellen

Zwischen den Fingern, an den Handgelenken, in den Achselfalten, um den Nabel, am Gürtel, an den Brustwarzen, am Penis. Der Rücken und das Gesicht bleiben bei Erwachsenen meist frei — bei Säuglingen ist es umgekehrt.

assoziiertMehrere im Haushalt kratzen sich

Das ist der Hinweis, der am schnellsten weiterhilft. Bei einem einzelnen Menschen mit trockener Haut denkt niemand daran — juckt es aber bei Partner, Kind oder Grosseltern ebenfalls, ist die Frage gestellt.

assoziiertKleine Gänge und Knötchen

Feine, wenige Millimeter lange, leicht gewundene Linien mit einem dunklen Punkt am Ende sind beweisend. Am Penis und in den Achseln bleiben oft derbe, stark juckende Knötchen zurück, die auch nach der Behandlung Wochen brauchen.

assoziiertBeim ersten Mal dauert es Wochen

Zwei bis sechs Wochen zwischen Ansteckung und Juckreiz — deshalb ist die Suche nach dem Auslöser der letzten Tage müssig, und deshalb müssen enge Kontaktpersonen mitbehandelt werden, auch wenn sie beschwerdefrei sind.

assoziiertCremes gegen Ekzem machen es unschärfer

Eine Cortisoncreme nimmt die Rötung und den Juckreiz kurz, während sich die Milben weiter vermehren. Das Bild wird untypisch, und die Diagnose verzögert sich um Monate.

studienbasiertAuch am After und in der Gesässfalte

Der Juckreiz der Krätze ist nachts am stärksten und betrifft mehrere Stellen zugleich — Finger, Handgelenke, Gürtellinie, Genital- und Analbereich.

Blutwerte

assoziiertEosinophile im Blutbild

Können leicht erhöht sein, sind es aber oft nicht. Die Diagnose wird an der Haut gestellt — mit dem Auflichtmikroskop oder dem Klebestreifen, nicht im Blut.

assoziiertGesamt-IgE

Steigt bei ausgedehntem Befall und fällt nach der Behandlung wieder. Er trägt zur Diagnose nichts bei und wird für sie nicht gebraucht.

assoziiertCRP

Normal, solange nur die Milbe da ist. Steigt er, hat sich die aufgekratzte Haut zusätzlich bakteriell entzündet — das wird eigens behandelt.

assoziiertBlutbild

Gehört dazu bei der seltenen, sehr ausgedehnten Form mit dicken Krusten: Sie tritt bei stark geschwächter Abwehr auf, ist hoch ansteckend und wird anders behandelt.

Nährstoffe

studienbasiertZink

Haut und Schleimhaut erneuern sich schnell und brauchen dafür Zink. Bei schlecht heilenden Stellen, rissigen Mundwinkeln und häufigen Hautinfekten ist ein Mangel eine ernsthafte Möglichkeit.

studienbasiertVitamin C

Ohne Vitamin C entsteht kein stabiles Kollagen — die Wunde schliesst sich, hält aber schlechter. Bei sehr einseitiger Ernährung, Rauchen und Alkohol ist die Zufuhr oft knapper als angenommen.

assoziiertVitamin A

Steuert die Verhornung der Haut. Zu wenig macht rau und trocken, zu viel über längere Zeit schadet Leber und Knochen — und in der Schwangerschaft gilt eine strenge Obergrenze.

studienbasiertEiweiss

Jede Heilung braucht Baustoff. Wer während einer Erkrankung wenig isst, verliert genau das — eine ausreichende Menge über den Tag verteilt gehört zur Behandlung.

Supplemente

studienbasiertZwei Behandlungen und alle im Haushalt

Der Grund für die meisten Rückfälle ist keiner der Krätzmilbe, sondern der Anwendung: Es braucht die zweite Behandlung nach sieben bis vierzehn Tagen, weil die Eier die erste überleben — und alle im Haushalt gleichzeitig, auch wer nichts spürt. Der Juckreiz hält danach oft noch zwei bis vier Wochen an; das ist kein Zeichen des Scheiterns.

studienbasiertIvermectin

Als Tablette eine der beiden anerkannten Behandlungen, in zwei Gaben im Abstand von einer Woche. Es wirkt besser, wenn es mit dem Essen genommen wird — nüchtern kommt weniger an. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen die Einnahmeanweisung über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

gemischtTeebaumöl

Im Reagenzglas tötet es die Milbe, auch solche, die auf die üblichen Mittel schlechter ansprechen. Am Menschen ist es nur in Einzelfallberichten geprüft und reizt die ohnehin zerkratzte Haut. Als Zusatz denkbar, als Ersatz nicht.

Hormone

studienbasiertCortisol

Cortisonsalbe nimmt den Juckreiz und lässt die Milben sich ungebremst vermehren — aus der gewöhnlichen Krätze wird dann die hochansteckende Form mit Tausenden Milben. Das ist einer der folgenschwersten Behandlungsfehler bei juckenden Hautstellen.

assoziiertInsulin

Bei geschwächter Abwehr — Diabetes, hohes Alter, Cortison, Krebsbehandlung — verläuft die Krätze anders: wenig Juckreiz, dafür dicke Krusten. Gerade dort wird sie am längsten übersehen.

Nahrung

InfoErnährung spielt hier keine Rolle

Krätze wird durch Milben verursacht und mit Mitteln auf der Haut oder als Tablette behandelt. Der Juckreiz kann nach erfolgreicher Behandlung noch 2–4 Wochen anhalten — das ist kein Zeichen für Versagen.

Alternative Ansätze — was Menschen nutzen

gemischtTeebaumöl

Im Labor wirksam gegen Milben, beim Menschen nicht ausreichend untersucht. Krätze wird mit Permethrin oder Ivermectin behandelt — und die ganze Familie zugleich, sonst kommt sie wieder.