Beschwerden & Zusammenhänge · borters.ch
Das Bindegewebe verhärtet sich — früh erkannt lassen sich Organe besser schützen.
Auch bekannt als: systemische Sklerose · Sklerodaktylie · CREST-Syndrom
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Eine Autoimmunerkrankung, bei der sich Bindegewebe verhärtet und verdickt. An den Fingern zeigt sich das als straffe, glänzende, schlecht abhebbare Haut (Sklerodaktylie) – die Finger werden steif und schlechter beugbar; häufig geht ein Raynaud-Phänomen (weiss-blau-rote Finger bei Kälte) voraus. Es gibt auf die Haut begrenzte und innere Organe mitbetreffende Formen. Eine frühe Abklärung beim Rheumatologen ist wichtig (Antikörper wie ANA, Anti-Scl-70, Anti-Zentromer; Kapillarmikroskopie der Nagelfalz).
Handschuhe auch im Kühlregal, den ganzen Körper warm halten statt nur die Hände, Temperatursprünge vermeiden. Jeder verhinderte Gefässkrampf ist ein Stück Gewebe, das versorgt bleibt.
Nikotin verengt genau die kleinen Gefässe, die ohnehin schon zu eng gestellt sind. Der Rauchstopp ist bei dieser Erkrankung einer der wenigen Hebel, die ganz in der eigenen Hand liegen.
Kleine, sehr schmerzhafte Geschwüre an den Kuppen heilen schlecht und können sich infizieren. Es gibt gefässerweiternde Behandlungen dafür — je früher, desto mehr Substanz bleibt erhalten.
Die Speiseröhre wird mit steif und schliesst unten schlechter. Kopfende des Betts erhöhen, die letzte Mahlzeit drei Stunden vor dem Hinlegen, kleinere Portionen — dazu meist ein säurehemmendes Mittel.
Eine Lungenfunktionsprüfung und ein Herzultraschall einmal im Jahr finden die zwei Beteiligungen, die den Verlauf am meisten bestimmen — und beide sind heute behandelbar, wenn sie früh auffallen.
Ein plötzlich stark steigender Blutdruck mit Kopfschmerz ist bei dieser Erkrankung ein Grund, gleichentags anzurufen. Es gibt eine wirksame Behandlung dafür, und sie ist zeitkritisch.
Ein Fadenwurm kann Jahrzehnte still im Darm bleiben und unter Kortison, Biologika oder anderer Immunsuppression Lunge und Blutbahn überschwemmen. Wer je in den Tropen oder Subtropen barfuss unterwegs war, wird vorher mit einem Bluttest gesucht — einmal Aufwand, und er verhindert den schwersten Verlauf, den dieser Wurm hat.
Kein Mittel macht verhärtete Haut wieder weich. Behandelt wird Organ für Organ: Kalziumantagonisten und in schweren Fällen Sildenafil oder Iloprost gegen die Weissfinger; Protonenpumpenhemmer gegen den Reflux, oft in doppelter Dosis; Nintedanib und Mycophenolat gegen die Lungenvernarbung; ACE-Hemmer bei der Nierenkrise — dort haben sie die Aussicht am stärksten verändert. Cortison in höherer Dosis kann die Nierenkrise auslösen und wird deshalb zurückhaltend eingesetzt.
Betroffen sind etwa zwei bis drei von zehntausend Menschen, Frauen vier- bis fünfmal häufiger, meist beginnend zwischen dreissig und fünfzig. Bei über neunzig von hundert steht das Raynaud-Phänomen am Anfang — oft Jahre vor allem anderen. Die Nierenkrise tritt fast immer in den ersten fünf Jahren auf und ist der Grund, warum der Blutdruck in dieser Zeit regelmässig selbst gemessen wird. Lungenfunktion und Herzultraschall werden jährlich kontrolliert.
Bei fast allen steht dieses Phänomen am Anfang, oft Jahre vor allem anderen: Finger, die bei Kälte oder Aufregung weiss werden, dann bläulich, dann beim Aufwärmen schmerzhaft rot.
Zuerst geschwollene Wurstfinger am Morgen, später eine Haut, die sich nicht mehr abheben lässt, und Finger, die sich schlechter beugen. Die Veränderung wandert von den Fingerspitzen nach innen.
Die Speiseröhre wird mit steif: Essen bleibt stecken, saures Aufstossen im Liegen, nächtlicher Husten. Das ist die häufigste Beteiligung innerer Organe und gut behandelbar.
Kleine, sehr schmerzhafte Geschwüre oder Narbengrübchen an den Kuppen zeigen, dass die kleinen Gefässe stark betroffen sind. Sie gehören früh gezeigt, weil es gefässerweiternde Behandlungen gibt.
Ein trockener Husten und Kurzatmigkeit beim Treppensteigen weisen auf die Lunge, ein plötzlich stark steigender Blutdruck mit Kopfschmerz auf die Niere. Beides beginnt leise und wird jährlich gesucht, gerade weil es leise beginnt.
Antinukleäre Antikörper – Screening; oft positiv. Spezifisch sind Anti-Scl-70 und Anti-Zentromer.
Bei chronisch entzündlichen und autoimmunen Bildern sind niedrige Spiegel häufig — teils, weil die Erkrankung selbst den Spiegel senkt, teils weil weniger nach draussen gegangen wird. Ob der Ausgleich den Verlauf verändert, wird untersucht; für Knochen und Muskeln lohnt er sich unabhängig davon.
Wird ganz am Ende des Dünndarms aufgenommen und braucht dafür einen Helfer aus dem Magen. Ist einer der beiden Orte betroffen, entsteht ein Mangel — oft erst nach Jahren, weil die Leber einen Vorrat hat.
Aus ihnen entstehen Botenstoffe, die Entzündungsreaktionen eher beenden als anheizen. Fetter Seefisch zweimal die Woche ist der einfachste Weg; Kapseln sind eine Möglichkeit, ersetzen aber keine Behandlung.
Wird im oberen Dünndarm aufgenommen und braucht Magensäure. Säureblocker, eine entzündete Schleimhaut und stille Blutverluste kommen hier oft zusammen.
Wird für die Steuerung der Abwehr und für die Heilung von Gewebe gebraucht. Ein Mangel ist bei chronischem Durchfall, wenig Fleisch und Hülsenfrüchten sowie unter Cortison häufiger.
Niedrige Spiegel sind hier die Regel, aus zwei Gründen: weniger Sonne wegen der Kälteempfindlichkeit, und eine Aufnahmestörung, wenn der Darm mitbetroffen ist. Gemessen und ersetzt; auf die Verhärtung der Haut wirkt es nicht.
Wenn der Dünndarm träge wird, siedeln sich dort Bakterien an, die eigentlich weiter unten hingehören — und die verbrauchen B12, bevor es aufgenommen wird. Blähbauch, Durchfall im Wechsel mit Verstopfung und ein sinkender B12-Wert gehören darum hier zusammen.
Auf die Weissfingerattacken untersucht, mit kleinem Effekt in einzelnen Studien — deutlich schwächer als das, was Wärme und Nikotinverzicht bringen. Nikotin verengt genau die Gefässe, um die es geht; das ist hier die grösste einzelne Stellschraube.
Bei nachgewiesenem Mangel klar wirksam, ohne Mangel bringt es nichts. Nur bei belegtem Mangel einnehmen — Überschuss ist schädlich.
Frauen sind vier- bis neunmal häufiger betroffen, meist zwischen dreissig und fünfzig. Warum, ist offen — der Unterschied ist so gross, dass er beschrieben werden muss, auch ohne Erklärung.
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse treten hier gehäuft dazu. Der Wert gehört einmal gemessen — Müdigkeit und Kälteempfindlichkeit passen sonst zu beidem und werden der falschen Erkrankung zugeschrieben.
Fast alle Betroffenen haben ein Raynaud-Phänomen, und bei vielen ist es das erste Zeichen — Jahre vor allem anderen. Ein neu auftretendes Raynaud jenseits der dreissig gehört deshalb angeschaut.
Die Speiseröhre wird steif, Reflux ist häufig. Kleinere Portionen, aufrecht bleiben nach dem Essen und der letzte Bissen 3 Stunden vor dem Hinlegen sind das übliche Vorgehen.
Schluckstoerung und Darmbeteiligung führen oft zu Gewichtsverlust. Energiedichte kleine Mahlzeiten und regelmässiges Wiegen sind wichtiger als jede Auslassdiät.
Tägliches Dehnen von Händen und Gesicht hält die Beweglichkeit, solange die Haut sich strafft. Einmal verlorene Beweglichkeit kommt schwer zurück — darum früh und regelmässig.
Wärme an den Händen lindert die Raynaud-Anfälle, die fast immer dazugehören. Kältereize sind hier das Gegenteil von hilfreich.