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Malnutritio
Nicht das Gewicht zählt, sondern seine Bewegung — und wer lange zu wenig gegessen hat, beginnt langsam wieder, nicht mit einem grossen Teller.
Auch bekannt als: Untergewicht · Mangelernährung · Kachexie
Im Werkzeug öffnen — mit Suche und allen Verbindungen →Diese Zusammenstellung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden bitte ärztlich abklären.
Mangelernährung heisst, dass dem Körper über längere Zeit weniger Energie, Eiweiss oder Nährstoffe zufliessen, als er verbraucht. Das Bild vom dünnen Menschen trifft dabei oft nicht zu: Ein grosser Teil der Betroffenen hat ein normales oder sogar hohes Gewicht, weil Fett bleibt, während Muskel verschwindet. Das entscheidende Zeichen ist deshalb nicht die Zahl auf der Waage, sondern ihre Bewegung — ein ungewollter Verlust von mehr als fünf Prozent des Körpergewichts innert drei bis sechs Monaten, zusammen mit weniger Appetit oder kleineren Portionen. Die Gründe liegen selten nur im Essen: schlecht sitzende Prothesen und schmerzende Zähne, Schluckstörungen, Medikamente, die den Geschmack verändern, Depression, Trauer und Alleinsein am Tisch, chronische Krankheiten, Krebs, Alkohol, eine gestörte Aufnahme im Darm. Die Folgen kommen leise und wiegen schwer: Muskelabbau, Stürze, schlechtere Wundheilung, mehr Infekte, längere Spitalaufenthalte. Wichtig ist auch der Weg zurück. Wer nach langer knapper Zeit rasch wieder viel isst, kann in eine gefährliche Verschiebung von Phosphat, Kalium und Magnesium geraten — das Auffüllen gehört deshalb begleitet und beginnt langsam.
Einmal pro Woche, morgens, mit Datum. Erst die Reihe zeigt, ob es eine Richtung gibt — und sie ist beim Termin überzeugender als jede Schätzung.
Wer schnell satt ist, schafft keine grösseren Portionen. Rahm, Butter, Öl, Nussmus, Käse und Ei in das hineingeben, was ohnehin gegessen wird — dieselbe Menge, deutlich mehr Energie.
Der Muskel baut nur auf, wenn pro Mahlzeit genug zusammenkommt. Ein Ei am Morgen, Quark oder Käse am Mittag, Fisch oder Hülsenfrüchte am Abend wirkt besser als alles auf einmal.
Nach Wochen mit sehr wenig Essen ist der erste grosse Teller keine gute Idee. Phosphat, Kalium und Magnesium können abstürzen, dazu gehört Vitamin B1. Das ist der eine Punkt, an dem Begleitung wirklich nötig ist.
Ein ungewollter Gewichtsverlust ist ein eigener Befund. Zähne, Schlucken, Stimmung, Medikamente, Darm und Schilddrüse gehören durchgegangen, bevor es beim Zufüttern bleibt.
Ohne Belastung landet das Zugeführte eher im Fett als im Muskel. Zweimal pro Woche etwas Widerstand genügt, um die Richtung zu ändern — auch im hohen Alter.
Ein Wurmbefall nimmt Nährstoffe weg, bevor sie ankommen, und zeigt sich bei Kindern als Knick in der Gewichts- und Wachstumskurve, als Blässe und als Unruhe in der Nacht. Bei Kindern aus Regionen mit hoher Verbreitung wird gezielt untersucht.
Ein starker Wurmbefall kostet Kinder Gewicht, Eiweiss und Wachstum, auch wenn genug auf dem Teller liegt. Spulwurm, Peitschenwurm und Hakenwurm gehören bei Herkunft aus warmen Ländern zur ersten Abklärung.
Ein Einzeller im Dünndarm kann die Aufnahme von Fett, Eisen und fettlöslichen Vitaminen über Monate stören. Der Stuhl glänzt, riecht streng und schwimmt; nach der Behandlung erholt sich die Schleimhaut. Der Hakenwurm nimmt dazu täglich etwas Blut — beides zusammen erklärt Blässe und Wachstumsstillstand.
Spulwurm, Peitschenwurm und Hakenwurm teilen sich dieselben Bedingungen und werden meist zusammen gefunden. Bei Kindern aus warmen Ländern kosten sie Gewicht, Eisen und Wachstum, auch wenn genug auf dem Teller liegt.
Trinknahrung liefert Kalorien und Eiweiss — sie ersetzt kein Essen und wirkt am besten zwischen den Mahlzeiten, weil sie sonst den Appetit auf die Mahlzeit nimmt. Bei stark unterernährten Menschen ist die erste Woche die kritische: Wird zu schnell zu viel gegeben, fallen Phosphat, Kalium und Magnesium ab — deshalb wird langsam gesteigert und Thiamin vorher gegeben. Appetitanregende Mittel wirken schwach und haben Nebenwirkungen; die Ursachensuche bringt mehr.
Als Mangelernährung gilt ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent in drei Monaten oder mehr als zehn Prozent unabhängig von der Zeit, dazu ein BMI unter 20 bei über Siebzigjährigen. Der Eiweissbedarf steigt im Alter auf etwa 1,0 bis 1,2 Gramm je Kilogramm täglich. Bei der Wiederernährung schwer unterernährter Menschen fallen Phosphat, Kalium und Magnesium in den ersten drei bis fünf Tagen ab — deshalb wird mit etwa der Hälfte des Bedarfs begonnen.
Oft fällt es anderen zuerst auf, nicht der Waage. Ein Gürtelloch weniger oder eine Uhr, die rutscht, sind konkrete und ernstzunehmende Zeichen.
Fett bleibt, Muskel geht. Deshalb schliesst ein unauffälliger BMI eine Mangelernährung nicht aus — die Kraft sagt mehr als die Waage.
Weniger Appetit, schnelles Sättigungsgefühl, ausgelassene Mahlzeiten. Diese Auskunft ist im Gespräch mehr wert als jeder Laborwert.
Eine drückende Prothese, ein schmerzender Zahn oder ein Verschlucken beim Trinken erklären sehr viele Fälle — und sind gut zu beheben, wenn man danach fragt.
Nach einem Verlust, im Alleinleben oder bei einer Depression wird das Kochen für eine Person zur Hürde. Das ist keine Nebensache, sondern eine der häufigsten Ursachen überhaupt.
Was ein Mangel am Körper sichtbar macht — an Haut, Nägeln, Zunge, Augen und Nerven. Die Zeichen sind unspezifisch: Sie zeigen, wo man nachsehen kann, sie beweisen nichts.
Dasselbe gilt unabhängig vom Anlass: Zu wenig Energie über Wochen — durch Krankheit, Sport oder zu wenig Essen — unterbricht den Zyklus.
Der Wert, der beim Wiederaufbau zählt. Fällt er in den ersten Tagen ab, ist das das wichtigste Warnzeichen — zusammen mit Kalium und Magnesium.
Wird oft als Ernährungswert gelesen, ist aber vor allem ein Entzündungswert: Bei akuter Krankheit fällt er unabhängig vom Essen. Er beschreibt die Lage, misst aber nicht die Ernährung.
Zwei der Lücken, die am schnellsten spürbar werden und sich am einfachsten schliessen lassen.
Eine Blutarmut verstärkt die Schwäche und wird bei Gewichtsverlust oft nebenbei entdeckt. Ein ungeklärter Eisenmangel braucht immer eine eigene Erklärung.
Der wichtigste einzelne Hinweis auf Würmer im Blut. Erhöht sind sie bei Würmern, die durch Gewebe wandern — nicht bei Giardien, Madenwürmern und Amöben, die im Darm bleiben. Ein normaler Wert schliesst deshalb nichts aus.
Bei nachgewiesenem Mangel klar wirksam, ohne Mangel bringt es nichts. Nur bei belegtem Mangel einnehmen — Überschuss ist schädlich.
Bei Mangel — vegan, Ältere, bestimmte Medikamente — klar sinnvoll und gut belegt. Ohne Mangel kein Energieschub.
Fällt mit dem Fettgewebe und meldet dem Gehirn Mangel. Der Körper fährt daraufhin alles herunter, was Energie kostet — Zyklus, Wärme, Knochenaufbau, Abwehr.
Sinkt bei Unterversorgung rasch und ist damit ein empfindliches Mass für die Ernährungslage — bei Kindern zeigt es sich als Knick in der Wachstumskurve.
Der Körper drosselt die Umwandlung in das aktive Hormon, um Energie zu sparen. Das erklärt Frieren, langsamen Puls und Verstopfung — und es ist keine Schilddrüsenerkrankung.
Steigt bei anhaltendem Mangel und baut zusätzlich Muskeln ab. Das ist der Grund, warum Krafterhalt beim Wiederaufbau genauso zählt wie die Kalorienmenge.
Energiedichte statt Menge: Öl, Nüsse, Vollmilchprodukte und Trinknahrung bringen viel in kleinem Volumen. Nach längerem Hungern wird langsam und begleitet aufgebaut, weil Phosphat und Kalium sonst abfallen.
Ohne Reiz wird zugeführte Energie eher als Fett angelegt. Leichtes Krafttraining lenkt sie in den Muskel — in Studien zum Wiederaufbau gehört beides zusammen.